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Gladbacher „Geschichtswerkstatt“ stellt ihr Buch zum Thema Heimat vor

„Geschichtswerkstatt“ stellt Buch vor : Was heißt denn hier Heimat?

Heimat liegt wieder im Trend. Doch was ist Heimat eigentlich? Die Gladbacher „Geschichtswerkstatt“ geht mit ihrem Buch „Heimat, Identität und Mönchengladbach“ dieser Frage nach – in vielfältigen Ansätzen. Eine interessante Lektüre für Geschichtsfans, Heimatliebende, vor allem aber für Gladbacher. Vom Extra-Tipp gibt’s ein Gratis-Exemplar für die beste Definition von „Heimat“.

In der „Geschichtswerkstatt“ haben sich Menschen zusammengefunden, die sich seit über 25 Jahren mit der Historie Mönchengladbachs beschäftigen. Hieraus sind Ausstellungen, Bücher und Aufsätze zu unterschiedlichsten Themen der Stadtgeschichte entstanden, etwa über Mönchengladbach und den Ersten Weltkrieg oder die Geschichte des Rheydter Karnevals. Die Perspektive dabei ist „alltagshistorisch“, das heißt, insbesondere die Wirkung historischer Prozesse auf das Alltagsleben der Gladbacher soll beleuchtet werden.

Nun also, im neuen Buch „Heimat, Identität und Mönchengladbach“, der Aspekt „Heimat“. Doch was bedeutet Heimat eigentlich für uns? Karl Boland, der gemeinsam mit Hans Schüring das Buch herausgegeben hat,  hakt nach: „Wer gehört zur ‚Heimat Mönchengladbach’ dazu und wer nicht? Müssen wir um unsere Heimat kämpfen? Und wer möchte gern hier Heimat finden und man lässt ihn nicht?“

Diesen und anderen Fragen geht das Buch in 14 sehr unterschiedlichen Herangehensweisen nach – immer mit Blick auf Mönchengladbach.

Da ist der Beitrag von Ursula Boos-Nünning, die Heimat im Kontext der Einwanderung beschreibt. Ist Mönchengladbach Heimat für die 34 Prozent der Bevölkerung, die einen Migrationshintergrund haben?, hat sie sich gefragt, Migranten und deren Nachkommen interviewt und sehr unterschiedliche Definitionen gehört  – von „Heimat bedeutet Zukunft für das Kind“ bis „Heimat ist der Ort, wo ich respektiert werde“.

Da ist Jutta Finke-Gödde, die in ihrem Aufsatz, der von zwei  zugewanderten Textilarbeiterinnen im Gladbach des 19. Jahrhunderts handelt, den Schluss zieht: „Louise und Anna wurde in Mönchengladbach die Heimat verwehrt.“

Herausgeber  Karl Boland setzt sich in seinem Beitrag „Wanlo soll leben“, mit dem Kampf um den Erhalt der Heimat auseinander, der im Widerstand gegen den Braunkohletagebau Garzweiler II geführt wurde. „Hier haben sich in den Achtziger/Neunziger Jahren Konservative mit Grün-Alternativen verbunden, um die Heimat zu retten“, erinnert Boland.

Mit einer „Familiengeschichte aus dem Gladbacher Gründerzeitviertel“ nähert sich Arne Dorando auf besonders erzählerische Art und Weise dem Heimatbegriff: Seine Familiengeschichte beginnt 1865 in Eicken und beschreibt wunderbar den Wandel der Stadt bis heute.

Mit den Ergebnissen der so genannten Heimatschutzarchitektur,  die in den 1920er Jahren Kritik an der Gründerzeitarchitektur übte, setzt sich Mitherausgeber Hans Schürings in einem seiner Beiträge auseinander. Er zeigt hierzu Beispiele in der ganzen Stadt auf.

Hannah von Dahlen und Lara Valsamides wiederum zeigen in ihrem Fotoprojekt „Mönchengladbach anders sehen“ Lieblingsorte der Gladbacher: Häuser im Gründerzeitviertel, Plätze im Bunten Garten, die Waldhausener Straße oder Schloss Rheydt.

Diese und weitere Beiträge machen das Buch zur perfekten Lektüre, die man immer wieder gern aus dem Bücherrregal zieht.