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Kampagne Luisa ist hier soll Frauen* in Not besser schützen​

Neue Kampagne soll Frauen* in Mönchengladbach besser schützen : Belästigung? Frag nach Luisa!

„Ist Luisa hier?“ ist ein in Münster initiiertes Hilfsangebot für Frauen, das die Gladbacher Frauenberatungsstelle bereits seit rund sechs Jahren auch in Mönchengladbach etablieren möchte. In diesem Sommer nimmt die Kampagne richtig Fahrt auf. „Luisa“ soll überall da sein, wo sie gebraucht wird, weil Frauen* bedrängt werden: in Kneipen, Diskotheken, auf Festivals, Konzerten und auch im Brauchtum.

Ausgehen, lachen, tanzen, sich vergnügen – was für ein tolles Gefühl! Und wie schlimm, wenn es zunichte gemacht wird – durch Grapschen, Anmache, Beleidigungen, Drohungen, sexuelle Übergriffe aller Art. Nicht erst mit dem Fall „Lindemann“ ist die Frage überall präsent: Wie kann man Frauen schützen und ihnen in heiklen Situationen schnell und niederschwellig helfen? Mit Luisa!, ist jetzt auch Gladbachs Antwort auf die Frage. Das Konzept ist einfach, aber wirkungsvoll: Gastronomen und Veranstalter schulen ihre Mitarbeiter, so dass alle wissen, was zu tun ist, wenn eine Frau in Not sie fragt: „Ist Luisa hier?“ Mit „Ja, Luisa ist da, komm mit!“ wird die Betroffene sofort unauffällig aus der Situation geholt, im Hintergrund je nach Bedarf zum Auto begleitet, ein Taxi, eine Freundin oder die Polizei gerufen – Hauptsache, in Sicherheit!

„Frauen sollen vor allen Formen der Gewalt geschützt werden“, erklärt Susanne Büdenhölzer-Boms von der Frauenberatungsstelle Mönchengladbach, die das Angebot „Luisa“ nun mit Unterstützung der Marketing Gesellschaft Mönchengladbach (MGMG) und unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Felix Heinrichs verstärkt vorantreiben will. „Wenn man sich allein ansieht, wer jetzt schon alles im Boot sitzt“, erklärt Heinrichs mit Blick auf die beteiligten Veranstalter und Gastronomen, „werden wir 100 000 Menschen erreichen!“ Und das ist erst der Anfang...

Beim Veilchendienstagszug habe man bereits sehr gute Erfahrungen mit der Aktion gemacht, so MGMG-Geschäftsführer Friedhelm Lange. Jetzt gehe es darum, das Thema zu multiplizieren: Gaststätten, Betreiber der Volksfeste, Veranstalter, sie alle sind aufgerufen, sich „Luisa“ anzuschließen. Auch die NEW soll mit ins Boot – angesichts der immer wieder in öffentlichen Schwimmbädern zu beobachtenden Vorfälle von sexueller Belästigung geradezu ein „Muss“!

Denn – und das ist ganz wichtig – „Luisa“ hilft nicht nur im Notfall, sondern wirkt durch ihre Präsenz auf Plakaten etc. zusätzlich präventiv. „Auch die Täter wissen: ‚Hier halte ich mich mal besser zurück!‘“, erklärt Hauke Jakob vom Club der Altstadt-Wirte.

Dass das Konzept auch für Großveranstaltungen wichtig und umsetzbar ist, erklärt Michael Hilgers, Geschäftsführer des SparkassenParks. „Uns ist es wichtig, dass unsere Veranstaltungen von Frauen und Mädchen als sicher erlebt werden“, betont er. „Je nach Veranstaltung arbeiten 300 Menschen im SparkassenPark – vom Aufsichtspersonal bis zum Händler. Die werden jetzt alle gebrieft. Das ist zwar ein großer Aufwand, aber es hilft allen Beteiligten, und zwar doppelt. Zum einen ziehen wir die Leute raus, die den Ärger verursachen, zum anderen helfen wir den Betroffenen.“

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Auch die Polizei Mönchengladbach begrüßt natürlich das Angebot „Luisa“. Sabine Pesch von der Präventionsstelle führt eine Studie an, nach der 75 Prozent der befragten Frauen angeben, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein. In Mönchengladbach hätte man im letzten Jahr 75 gemeldete Fälle, in diesem Jahr jetzt bereits 30, und die Dunkelziffer sei groß. „Die Kampagne ist großartig!“, so ihr Fazit.

Einer, der bereits im letzten Jahr gute Erfahrungen mit „Luisa“ gemacht hat, ist Andreas Spürkmann, einer der Veranstalter des Festivals „Sound of Suburbia“, das dieses Jahr am 23. September wieder an den Start geht. „Die Frauen haben gesagt: ‚Gott sei Dank gibt es das!’“, berichtet er und lobt insbesondere den Aspekt, dass die Betroffenen „mit jemandem auf Augenhöhe“ sprechen könnten und nicht zwingend die Polizei rufen müssten. Passiert sei übrigens nichts. Vielleicht, weil Luisa schon da war...

*Obwohl für Frauen konzipiert, können alle Geschlechtsidentitäten über „Luisa“ Hilfe suchen.

Allgemeine Info über Luisa gibt es unter luisa-ist-hier.de, für Mönchengladbach bei der Frauenberatungsstelle MG, 0 21 61/23 23 7.