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Krisenstab tagte zum zweiten Mal​

Krisenstab tagte zum zweiten Mal : Energie sparen: „Jeder Beitrag zählt“

Der Energiekrisenstab der Stadt Mönchengladbach tagte bereits zum zweiten Mal: Repräsentative Bauwerke werden nicht mehr angestrahlt, Stadtinformationsanlagen bleiben phasenweise dunkel und die teilweise Ausschaltung der Straßenbleuchtung wird vorbereitet, weitere Sparmaßnahmen stehen auf dem Prüfstand.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der vom Wirtschaftsministerium ausgelösten Frühwarnstufe „Notfallplan Gas“ bereiten sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit weiteren Partnern, u.a. dem Gasnetzbetreiber NEW, der Polizei und der Feuerwehr auf eine Energiemangellage vor. In einer weiteren Sitzung des Energiekrisenstabes unter der Leitung des zuständigen Beigeordneten Matthias Engel wurden am Mittwoch weitere, über die bereits in den vergangenen Wochen umgesetzten Maßnahmen, beraten. Bereits beschlossen ist die gemeinsam auch mit der NEW und den Nachbarkommunen umgesetzte Senkung der Wasser- bzw. Raumtemperaturen in den Hallenbädern und Sporthallen. Darüber hinaus werden mit Einsetzen der Heizperiode die städtischen Büroräume auf nur noch maximal 20 Grad geheizt. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, wird eine weitere Senkung der Raumtemperaturen nicht ausgeschlossen. Inwieweit Schwimmbäder und Sporthallen komplett aus der Beheizung genommen werden müssen, entscheidet sich im weiteren Verlauf des Jahres.

Darüber hinaus hat der Energie-Krisenstab festgelegt, die Beleuchtung repräsentativer Bauwerke (Münster, Rathaus Abtei, Wasserturm, Kaiser-Friedrich-Halle) zum 1. September abzuschalten. Als weitere Maßnahme arbeitet die Verwaltung an einem Konzept, wie und wo im öffentlichen Raum temporär Beleuchtungskörper in Straßenzügen und Parkanlagen ausgeschaltet oder gedimmt werden können und wird dabei auch Sicherheitsaspekte berücksichtigen. Außerdem werden zur Energieeinsparung alle 180 Park- und Stadtinformationsanlagen im Stadtgebiet zum 1. September in den Nachtstunden abgeschaltet. Dagegen werden die ebenso ins Visier genommenen Ampelanlagen wegen des zu geringen Einsparpotenzials, so das Ergebnis einer verwaltungsinternen Untersuchung, nicht ausgeschaltet.

Eine weitere Prüfung erfolgt derzeit durch das städtische Gebäudemanagement (GMMG) hinsichtlich der städtischen Verwaltungsgebäude, die vor dem Hintergrund der Gas- und Stromeinsparung möglicherweise komplett vom Netz genommen werden können. „Wir müssen uns auf eine Situation einstellen, wenn gegebenenfalls für mehrere Tage Gas und Strom ausfallen sollten“, so Krisenstabsleiter Matthias Engel. „Zu diesem Zweck spielen wir derzeit unterschiedliche Szenarien durch“.

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Trotz aller Einsparbemühungen von Stadt und städtischen Gesellschaften kommt es vor allem auf das Mitwirken aller privaten Haushalte als Endkunden für die Strom- und Gasversorger an. „An kalten Wintertagen steigt erfahrungsgemäß in den privaten Haushalten, die zu den geschützten Kunden zählen, der Gasverbrauch um das Siebenfache.

Vor diesem Hintergrund animiert Oberbürgermeister Felix Heinrichs nicht nur Wirtschaftsunternahmen und Handwerksbetriebe, sondern vor allem auch alle privaten Haushalte zum Energiesparen. „Jede und jeder sollte heute schon einen Beitrag leisten, um Energie zu sparen und damit einer möglichen Notlage im Herbst und Winter vorzubeugen. Ich bitte die Mönchengladbacherinnen und Mönchengladbacher schon jetzt, überall dort, wo es ihnen möglich ist, Energie einzusparen. Jeder Beitrag hilft“, so Oberbürgermeister Felix Heinrichs.