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Marcus Johnen geht für die CDU Wegberg ins Rennen

Am 18. Februar ist Bürgermeisterwahl in Wegberg : Marcus Johnen will „machen, worauf es ankommt!“

Am 18. Februar wird in Weg berg ein neuer Bürgermeister gewählt. Für die CDU geht Marcus Johnen ins Rennen. Mit Extra-Tipp-Redaktionsleiterin Sandra Geller hat er über seine Ziele und Pläne gesprochen.

Bei der Kommunalwahl 2020 sind Sie in der Stichwahl knapp gegen Michael Stock gescheitert. Was sind Ihre Gründe, jetzt erneut als Bürgermeisterkandidat für die CDU anzutreten?

Seit 2017 bin ich aktiv in der Wegberger CDU. Zuerst habe ich mich als sachkundiger Bürger eingearbeitet, dann bin ich 2020 Bürgermeisterkandidat geworden. Für die Kommunalwahl habe ich in der CDU Wegberg ein komplett neues Team mit jungen und erfahrenen Leuten aufgestellt, eine spannende Sache. Wir haben acht neue Ratsmitglieder seit der letzten Kommunalwahl und ein Durchschnittsalter von „nur“ 52 Jahren. Die Bürgermeisterwahl habe ich gegen Michael Stock knapp verloren, dafür konnte ich den Bezirk Arsbeck direkt gewinnen und bin somit in den Rat der Stadt Wegberg eingezogen. Mittlerweile bin ich Fraktionsvorsitzender der CDU Wegberg und Vorsitzender des Ausschusses für Wohnen, Bauen, Vergaben und Liegenschaften. Ich habe mich somit intensiv in die Kommunalpolitik einarbeiten können, was mir sehr viel Spaß macht, vor allem wenn man merkt, dass man wirklich etwas bewegen kann. Von daher war für mich klar, dass ich nach dem Rücktritt von Michael Stock meinen Hut in den Ring werfe. Meine Frau und meine Kinder stehen voll hinter diesem Schritt, selbst die Jüngste macht mit ihren fünf Jahren schon Wahlkampf für mich im Kindergarten (lacht). Ohne diesen Rückhalt würde es auch gar nicht funktionieren. Außerdem habe ich ein tolles Team an meiner Seite, die aktiv in Wegberg mitarbeiten. Als die Fraktion und auch die Partei gesagt haben, wir gehen mit dir ins Rennen, und als ich auf der Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit gewählt worden bin, da war für mich völlig klar: Ja, ich mache das!

Wo sehen Sie die Stärken der Stadt Wegberg, wo gibt es noch Entwicklungspotential?

Generell ist Wegberg für mich eine wunderschöne Stadt, in der man gut leben und wohnen kann. Die Lage mit ihren Naherholungsgebieten, die viele Natur, das finde ich ganz fantastisch. Eine weitere Stärke von Wegberg ist die unfassbare Vielfalt. Wir sind eine Stadt mit 29 000 Einwohnern und haben über 100 Vereine, also Menschen, die Wegberg in allen Bereichen aktiv mitgestalten wollen. Dann gibt es weiter nicht nur diesen innerstädtischen Ring, sondern auch über 40 Ortschaften außerhalb des Kerns. Das ist ein riesiger Schatz, den wir besser nutzen müssen. Die Menschen müssen raus in die Ortschaften fahren, weil dort ganz viele Dinge stattfinden, nicht nur umgekehrt. In Rickelrath zum Beispiel gibt es das Kürbisfest, in Arsbeck Rock im Zelt und auch Rath-Anhoven hat tolle Aktionen zu bieten. Wir müssen uns als Gesamtstadt verstehen und dürfen uns nicht nur auf die Innenstadt fokussieren. Entwicklungspotential hat sicherlich auch die finanzielle Situation von Wegberg, schon seit Jahren haben wir eine schlechte Haushaltsführung. Verbesserungswürdig ist auch die Kommunikation vonseiten der Verwaltung in Richtung Vereine und Außenorte, daran müssen wir intensiv arbeiten.

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Die CDU Wegberg hat Sie mit großer Mehrheit zum Bürgermeisterkandidaten gewählt, jetzt sollen Sie „Machen, worauf es ankommt“. Was ist damit gemeint?

Wir müssen uns zum einen auf das fokussieren, was bereits vorhanden ist, also das Gute bewahren. Zum anderen ist es wichtig, dass wir uns als Stadt Schritt für Schritt weiterentwickeln. „Machen, worauf es ankommt“ heißt für mich aber auch, im Wahlkampf keine leeren Versprechungen zu machen. Für mich geht es darum, realistische Ziele zu setzen, die ich durch meine politische Erfahrung in Wegberg später auch wirklich umsetzen kann. Darauf baut mein Wahlkampfprogramm auf - Dinge anpacken, mit denen wir Wegberg voranbringen können.

Können Sie noch ein, zwei Sätze zu den Schwerpunkten Ihres Programmes sagen …

„Bildung und Schule“: Sollte ich Bürgermeister werden, wandert der Bereich Bildung und Schule in mein Dezernat. Und ich bin mir sicher, dass ich mit meiner Erfahrung unsere Schulen und Kindergärten weiterbringen kann. Das betrifft nicht nur unser Schulzentrum mit den drei Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium, sondern auch die Schulstandorte in den Ortschaften. Diese zu sichern und weiterzuentwickeln, das ist für mich eine Herzensangelegenheit.

„Starke Verwaltung“: Wir haben tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, aber eine Personalsituation, wo viele Stellen unterbesetzt sind. Das müssen wir ändern. Gleichzeitig müssen wir uns die Strukturen innerhalb der Verwaltung genau anschauen. Wie können wir ggfs. Bereiche anders gestalten, so dass dort besser gearbeitet werden kann. Die Mitarbeiter müssen die Möglichkeit bekommen, ihren Job gut zu machen, das ist das entscheidende. Im Rathaus haben wir Probleme mit einem barrierefreien Zugang, der seit langem geplant ist und nicht umgesetzt wurde. Wir müssen die Digitalisierung weiter voranbringen und den Bürgerservice so gestalten, dass Menschen sich nicht einen Tag Urlaub nehmen müssen, wenn sie beispielsweise ihren Personalausweis verlängern möchten. Da sind wir aber auf einem guten Weg. Ein weiterer Punkt, den ich als Bürgermeister sofort umsetzen werde, ist eine Art „Lotse“ in meinem Büro. Er fungiert als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Unternehmen, koordiniert alle erforderlichen Schritte und bringt, sofern erforderlich, alle Protagonisten an einen Tisch.

„Solide Finanzen“: Wir müssen einen Haushalt planen, in dem es keine Steuererhöhungen gibt. Dafür setze ich mich schon seit Jahren in Wegberg ein, weil ich der festen Überzeugung bin, dass wir mit einer vernünftigen, verlässlichen und transparenten Planung auch keine Steuererhöhungen benötigen.

„Unsere Heimat gestalten“: Wegberg ist aus meiner Sicht keine Einkaufsstadt, da können wir neben dem Mönchengladbacher Minto, Roermond oder sonstigen umliegenden Städten nicht bestehen. Wegberg muss auf den Tourismus, auf die Naherholung setzen. Ein wichtiger Punkt ist für mich auch die Abschaffung der Parkgebühren, die vor vielen Jahren im Zuge des Haushaltsicherungskonzeptes eingeführt worden. Das ist eine Barriere, um in die Innenstadt zu fahren, sowohl für die Ladenbesitzer und Unternehmer, die keinen Anwohnerparkausweis haben, aber auch für die Bürger, die aus den Ortschaften in die Innenstadt kommen möchten und dann zur Kasse gebeten werden.

„Wegberg 2023“: Neben den erneuerbaren Energien, auf die wir einen Schwerpunkt setzen, ist für mich klar, dass ich als Bürgermeister sofort ein Jugendparlament einführen werde. Dazu gibt es bereits seit vielen Jahren einen Beschluss, der aber bisher nicht umgesetzt worden ist. Kinder und Jugendliche, von der Grundschule bis zum Gymnasium, sollen die Möglichkeit bekommen, sich aktiv zu beteiligen und ihre Ideen und Visionen mit einzubringen.

Es gibt natürlich noch etliche Themen mehr, die wir umsetzen wollen, aber die genannten Punkte sind für mich ganz prägnante Dinge, die man sofort ab dem 19. Februar angehen kann.

Ihre Partei stellt die stärkste Fraktion im Rat der Stadt, außerdem werden Sie von „Aktiv für Wegberg“ unterstützt. Alle anderen Fraktionen unterstützen den parteilosen Kandidaten Christian Pape. Falls Sie Bürgermeister werden, sehen Sie trotzdem politische Unterstützung für Ihre Arbeit?

Da habe ich überhaupt keine Bedenken. Seitdem ich im Rat sitze, arbeiten wir fraktionsübergreifend ganz hervorragend zusammen. Über 90 Prozent aller Ratsentscheide werden einstimmig oder mit einer großen Mehrheit getroffen, teilweise auch mit unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen. Wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen, und das wird auch weiter so funktionieren.

Wie kann der Bürgermeister Einfluss auf die politische Arbeit im Rat bzw. den Ausschüssen nehmen?

Ein Bürgermeister, egal wo in Deutschland, ist immer Bürgermeister für alle Bürgerinnen und Bürger und soll überparteilich arbeiten, das finde ich auch ganz wichtig. Bei der politischen Arbeit ist es natürlich hilfreich, wenn man die stärkste Fraktion hinter sich hat, insbesondere um Mehrheiten zu finden. Trotzdem ist es mein Anspruch, unsere gute fraktionsübergreifende Arbeit fortzusetzen. Wenn die Fraktionen Anträge stellen, Fragen haben oder sonstige Dinge anliegen, sollte der Bürgermeister in die Kommunikation gehen und unter den Parteien vermitteln. Sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und über Vorschläge zu diskutieren, um dann eben auch gemeinsam zu einer Entscheidung zu kommen, das haben wir in Wegberg bei vielen Dingen gemacht, aktuell zum Thema Windenergie.

Was steht für Sie noch in puncto Wahlkampf an?

Wir gehen in die Ortschaften mit unserem Kaffeefahrrad, da haben wir noch einige Termine vor uns. Das wird auch immer sehr gut angenommen. Wir führen tolle Gespräche, die Bürgerinnen und Bürgern sind sehr interessiert, das ist wirklich klasse. Natürlich nutze ich auch mein politisches Netzwerk, was für einen Bürgermeister immens wichtig ist. NRW-Minister Karl-Josef Laumann (Arbeit, Gesundheit, Soziales) und NRW-Ministerin Ina Scharrenbach (Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung) und unser CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Günther Krings waren bereits zu Gast bei uns, und das nicht nur der Partei willen, sondern um einen Mehrwert für Wegberg zu generieren. Frau Scharrenbach hat über Fördermöglichkeiten für unsere Vereine informiert, Herr Laumann über die gesundheitliche Nahversorgung, ein immens wichtiges Thema auf dem Land. Wir haben außerdem einen Podcast herausgebracht, wo ich gemeinsam mit der Jungen Union meine Wahlkampfthemen erläutere. Wir sind in den sozialen Medien aktiv und verteilen meine Wahlkampfbroschüre an die Haushalte. Bis zum 17. Februar steht also noch einiges an.

Trotz aller Inhalte, ist eine Bürgermeisterwahl häufig auch personenbezogen. Wie würden Sie sich selbst beschreiben, was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Meine Schwäche ist definitiv meine Ungeduld. Ich würde gerne manche Sachen sofort und heute ändern. Die letzten Jahre haben aber gezeigt, dass das im politischen Raum gar nicht so einfach ist. Verwaltung funktioniert einfach anders, ich sehe Dinge, die man bewegen sollte und muss, oftmals ist es nicht so einfach wie es von außen scheint. Ich kenne den Spagat zwischen Verwaltung und Wirtschaft und weiß damit umzugehen. Als meine Stärke würde ich die Dinge nennen, die ich mir in den letzten Jahren durch meine beruflichen Tätigkeiten angeeignet habe. Ich habe drei Jahre in der Kreisverwaltung Heinsberg und ein Jahr im Ministerium für Schule und Bildung NRW gearbeitet und dort Verwaltungsarbeit von der Pike auf gelernt. Ich weiß, wie die Dinge laufen, auch durch die Erfahrungen, die ich im Rat sammeln konnte. Wenn es am 18. Februar klappen sollte, können wir sofort mit der Arbeit beginnen. Ich bin in den Themen drin, ich muss mich nicht einarbeiten. Als charakterliche Stärke würde ich meine Teamfähigkeit bezeichnen. Ich bin jemand, der die Sachen anpackt, aber nicht im Alleingang, sondern im Team. Und ich kann Menschen schnell für eine Sache begeistern.