Coach Micha: Auch mal auf die Bremse treten

Coach Micha : Auch mal auf die Bremse treten

Vor kurzem hatte ich mit einem Kunden ein interessantes Gespräch: Er erzählte mir, dass er versucht, sich ein wenig freizuschwimmen von dem Leistungsdruck, der heutzutage in unserer Gesellschaft vorherrscht.

Früher war der Begriff Stress etwas, das man mit einem wichtigen Manager in Beziehung setzte. Heute hat jeder Stress, die Mutter, die den vollen Wochenplan ihrer drei Kinder koordinieren muss, der Handwerker, der eigentlich 24 Stunden durcharbeiten könnte, soviel Arbeit gibt es, der Student, weil er in drei Tagen vier Klausuren schreiben muss, der Angestellte, sobald der Chef den Raum betritt (jeder kennt oder hatte mal einen Chef, der so eine Atmosphäre kreiert hat) und natürlich auch weiterhin der Manager, der regelmäßig wichtige Entscheidungen treffen muss.

Das größte Problem heutzutage ist allerdings, dass der Stress meistens nicht im Beruf aufhört, sondern er hat längst das Privatleben erreicht. Ständig muss man erreichbar sein, man will kein cooles Foto verpassen oder zu viele Tage oder manchmal sogar Stunden ohne ein eigenes hippes Foto bleiben (da können Sie mir nicht folgen? Fragen Sie Ihre Kinder zum Stichwort Instagram). Ein Hobby reicht schon längst nicht mehr, zwei Sportarten, ein Musikinstrument und natürlich auch mal Freunde einladen, so vollgepackt ist schon der Kalender von kleinen Kindern. Das Wochenende ist verschwendet, wenn nicht mindestens 40 der 48 Stunden verplant sind.

Kennen Sie die Menschen aus der Kategorie „von Wein predigen, aber Wasser trinken“? Der heutige Tipp ist wohl der, bei dem ich mich selbst am schwersten tue. Bevor es letztes Jahr für mich mal wieder eine Woche in den Urlaub ging, gab es fünf Jahre keinen Urlaub. Ich wollte arbeiten und fleißig sein, und schließlich hatte ich ja im Studium genug gechillt –so funktioniert das Ganze allerdings nicht.

Jeder braucht mal eine Pause, ob das jetzt fünf Minuten die Stöpsel im Ohr sind und Sie eines Ihrer Lieblingslieder hören, morgens oder abends mal 30 Minuten lesen oder wirklich mal drei Wochen im Urlaub sind – achten Sie auf sich und gönnen Sie Ihrem Körper, aber auch Ihrem Geist mal die Möglichkeit, zu relaxen und abzuschalten.

Die Ferien stehen vor der Tür und damit für viele der große Jahresurlaub, ich wünsche Ihnen daher viel Spaß, Erholung und tun Sie auch immer mal wieder was, das Ihnen einfach guttut.

PS: Sie fragen sich, wie mein Kunde auf dieses Thema kam? Bekannte aus seinem direkten Umfeld haben jetzt im relativ jungen Alter mit stressbedingten Krankheiten zu kämpfen, die leider nicht wie eine Erkältung nach einer Woche wieder abklingen…

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