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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung berät zum Thema Alkohol.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt Antworten : Thema Alkohol – Experten beraten

Bei unserer Aktion zum Thema „Alkohol“ mit dem Expertenteam der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) standen die Telefone nicht still. Gefragt wurde vor allem, wie man auf den Alkoholmissbrauch von nahen Angehörigen reagieren kann, wie man es selbst schafft, weniger Alkohol zu trinken und welche Menge Alkohol noch gesundheitlich verträglich ist.

Ich bin Rentner und alleinstehend. Im Lockdown wurde ich regelrecht schwermütig. Mit Alkohol geht es mir besser. Aber das kann doch keine Lösung auf Dauer sein …

Nein, wenn Sie so weiter machen, geraten Sie immer mehr in einen Teufelskreis. Die Schwermut kann man zwar eine Zeitlang mit Alkohol betäuben, aber man muss die Dosis immer mehr erhöhen, um den gleichen Effekt zu haben. Dann wird der Alkohol selbst zum Problem. Es hört sich so an, als seien Sie in eine Depression gerutscht. Ich rate Ihnen, das ärztlich untersuchen und gegebenenfalls behandeln zu lassen. Dann besteht die Chance, dass Sie wieder Freude am Leben haben und den Alkohol nicht mehr brauchen.

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Meine Schwiegermutter trinkt. Jetzt in der Pandemie ist es mehr geworden. Sollten wir gemeinsam als Familie ihr gegenüber das Problem ansprechen?

Ich rate Ihnen eher dazu, einzeln mit Ihr zu sprechen, vielleicht ganz zwanglos auf einem Spaziergang. Denn wenn Sie als Familie gesammelt auftreten, könnte schnell die Situation eines Tribunals entstehen, und Ihre Schwiegermutter würde sich vielleicht zurückziehen.

Wie beginnt man ein Gespräch über Alkoholprobleme am besten?

Es erfordert Fingerspitzengefühlt, ein solches Gespräch zu führen. Sagen Sie am besten zu Beginn, dass Sie sich Sorgen machen um den Menschen, der zu viel trinkt. Am besten bleibt man dabei konsequent in der Ich-Form. Auf Schuldzuweisungen sollte man verzichten, da sich der Betroffene so kaum öffnet.

Wie viel kann man pro Tag trinken, ohne gesundheitliche Probleme zu riskieren?

Alkohol ist eine psychoaktive Substanz und ein Zellgift. Daher ist der Konsum von Alkohol grundsätzlich mit Gesundheitsrisiken verbunden. Ein risikoarmer Konsum ist in folgenden Grenzen möglich: Gesunde erwachsene Frauen sollten nicht mehr als ein kleines Glas Bier oder Wein pro Tag trinken, gesunde erwachsene Männer maximal das Doppelte. An zwei Tagen pro Woche sollte die Flasche im Schrank bleiben, damit sich keine Gewöhnung einstellt.

Am Wochenende war mein Freund so betrunken, dass er mich im Streit geschlagen hat. Am nächsten Morgen versprach er, dass es nicht wieder vorkommt. Kann ich ihm glauben?

Das wird sich zeigen. Setzen Sie sich eine Frist, zum Beispiel sechs Wochen. Notieren Sie in dieser Zeit, was vorfällt. Vielleicht fällt Ihnen danach die Entscheidung leichter zu gehen oder zu bleiben. In jedem Fall möchte ich Sie ermutigen, eine Frauenberatung in Anspruch zu nehmen, damit Sie für eventuelle Anzeichen erneuter Gewalt sensibilisiert werden. Adressen finden Sie zum Beispiel bei der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung unter www.dajeb.de.

Seit dem letzten Jahr trinke ich, habe schon versucht zu reduzieren, hat aber nicht funktioniert. Wenn ich in eine Suchtberatungsstelle gehe – ist dann sicher, dass keiner davon erfährt?

Ja, über die Gespräche in der Beratungsstelle wird nichts nach außen dringen, denn die Experten dort unterliegen genau wie Ärzte einer Schweigepflicht. Unter www.kenn-dein-limit.de finden Sie Adressen von Beratungsstellen in Ihrer Nähe. Hier werden nicht nur abhängige Menschen beraten, sondern auch jene, die ihren Alkoholkonsum reduzieren möchten. Vereinbaren Sie möglichst bald einen Termin.

Sucht-Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Mo-Do von 10-22 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr unter 0221/89 20 31.
Kostenlose Info-Materialien unter www.bzga.de/Infomaterialien

Seiten im Internet: für Jugendliche: unter 16 Jahren
www.null-alkohol-voll-power.de; von 16 bis 20 Jahren:
www.kenn-dein-limit.info