: Der Infobedarf ist groß

Beim 11. Brustpatientinnenkongress im Johanniter-Krankenhaus Bethesda informierten sich mehr als 300 Besucherinnen über neue Entwicklungen.

. Das Brustzentrum Niederrhein im Johanniter-Krankenhaus Bethesda ist mit bis zu 500 erstdiagnostizierten Brustkrebserkrankungen im Jahr eins der größten deutschen Brustzentren. „Beim Thema Brustkrebs ist das Informationsbedürfnis der Patientinnen besonders groß“, weiß Chefärztin Prof. Dr. Ulrike Nitz. Deshalb bietet der jährlich stattfindenden Patientinnenkongress Betroffenen die stets gern genutzte Gelegenheit, sich über neue Entwicklungen auf medizinischem Gebiet zu informieren und Tipps für den Alltag zu erhalten. Mehr als 300 Patientinnen nahmen am 11. Kongress im Bethesda teil.

In Vorträgen erklärten Experten des Brustzentrums und externe Referenten Diagnostik, Therapien und Strategien zum Leben mit der Erkrankung. Es wurde über Implantat-Techniken und neue Methoden des Lipo-Transfers, der Eigenfetttransplantation, informiert. Bei der Chemotherapie, wegen ihrer Nebenwirkungen von Patientinnen gefürchtet, zeigt sich, dass sie auf Grund der Möglichkeiten der genetischen Klassifizierung des Tumors deutlich seltener eingesetzt werden muss Mit Kühlsystemen wie Kühlkappen oder auch mit Kompressionshandschuhen lassen sich zudem schwere Nebenwirkungen wirksam mildern. Neue Immuntherapeutika, deren Einsatz die Spezialisten des Brustzentrums in Studien erfolgreich getestet haben, bieten in schweren Fällen neue Möglichkeiten.

Während und nach einer Anti-Hormon-Therapie erleben bis zu 50 Prozent der Patientinnen Veränderungen in ihrer Sexualität. Mit dem Problemkreis der östrogenfreien Sexualität befasste sich der Vortrag der Brühler Sexualmedizinerin Dr. Joanna Beate Korda. Fazit: Die Probleme lassen sich beheben, müssen aber angegangen werden.

Sport im Rahmen der Krebserkrankung erfährt in den letzten Jahren zunehmende Beachtung. Mehr als 700 Studien belegen den Effekt der onkologischen Bewegungstherapie. Eigentlich müsse es Turnschuhe auf Rezept geben, meinte Sportwissenschaftler Dr. Freerk Baumann. Grundsätzlich sei jede Form von Bewegung gut, aber je nach Diagnose wird heute Bewegungstherapie ganz gezielt eingesetzt. Sie wirkt gegen Polyneuropathie ebenso wie Erschöpfungszustände, Lymphödeme, Gedächtnisprobleme oder Osteoporose. „Das Falscheste ist, nichts zu machen“, betont Baumann. „Bewegungsmangel ist Stress.“

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