: Der Mythos vonKnie und Fußspitze

Heute geht es um einen Mythos, der meiner Meinung nach noch viel zu verbreitet ist: Die Knie dürfen bei Übungen NICHT über die Fußspitzen hinaus – das ist schlecht für die Knie. Das stimmt so nicht und ist falsch.

Das Knie ist dafür ausgelegt und kann diese Bewegung absolvieren.

Warum können aber viele Erwachsenen und auch Jugendliche nicht mehr in den tiefen Hocksitz gehen, ohne sich irgendwo festzuhalten oder nach vorne oder hinten zu kippen? Sobald die Schule beginnt, beginnt auch unser sitzendes Leben. In der Hocke oder kniend am Boden spielen gibt es dann nicht mehr. Dadurch verlieren wir an Beweglichkeit, denn was wir nicht nutzen, brauchen wir ja nicht – so denkt unser Körper.

Auf dem Foto sehen Sie zwei Varianten des Ausfallschritts – eine meiner absoluten Lieblingsübungen, wenn es darum geht, das Knie zu stabilisieren. Im oberen Teil mache ich nur eine Teilbewegung und verschenke fast die Hälfte des Bewegungsradius. Dabei ist vor allem der unterste Teil extrem wichtig, wenn ich den vastus medialis rekrutieren und stärken will. Dieser Muskel ist einer der drei wichtigsten, wenn es um Kniegesundheit geht. Ziel sollte es also sein, nicht nur einen 90 Grad-Winkel im Kniegelenk zu erreichen, sondern dass die Oberschenkelrückseite, die Wade komplett bedeckt.

Um den Mythos vollständig ad acta zu legen reicht aber folgender Vergleich: Bei jeder Treppe, die Sie täglich gehen, wandert Ihr Knie immer vor und über die Fußspitzen hinaus. Achten Sie doch mal darauf und ansonsten viel Spaß beim Ausprobieren!

Bitte berücksichtigen Sie folgendes: Die Übungen sollten immer schmerzfrei durchführbar sein. Wenn es in den Muskeln zieht, ist das ok, aber sobald es stechende Schmerzen im Gelenk selbst sind, sollten Sie die Übung nicht in Eigenregie durchführen, sondern einen gut ausgebildeten Trainer draufschauen lassen. Manchmal hilft schon ein simpler Trick, wie den Schritt zu verkleinern oder zu verlängern.

Der Coach im Netz

www.unleashyourhero.de