: Ein Baby kommt selten allein

Eine Drillingsgeburt ist immer etwas ganz besonderes. Erst recht, wenn der Start ins Leben eher etwas holprig war. So wie bei Lia, Lotta und Lilly, die am 24. Juni im Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt das Licht der Welt erblickten.

Von dem ganzen Rummel um sie herum bekommen die drei Babys nichts mit. Fein herausgeputzt und selig schlummernd liegen sie in ihren Bettchen und warten gemeinsam mit ihren Eltern, Vanessa und Christopher Paschmann, auf ihre Entlassung. Lia, Lotta und Lilly haben sich seit ihrer Geburt prächtig gemacht, eine Entwicklung, die so nicht unbedingt vorauszusehen war. „Es war dramatisch“, erinnert sich Dr. Harald Lehnen, Chefarzt der Mutter-Kind-Klinik (MKK), an die schwere Zeit der Schwangerschaft zurück.

Vanessa Paschmann litt von Anfang an unter extremer Übelkeit, musste allein deswegen dreimal stationär behandelt werden. In der 22. Schwangerschaftswoche dann ging es für die werdende Mutter von einem Routinebesuch bei ihrem Gynäkologen direkt per Krankentransport ins Eli. Höchste Eile war geboten. „Da begann für uns die Zeit des Bangens, Hoffens und des vielen Liegens“, berichtet die 33-Jährige. Gute acht Wochen kämpften die Ärzte um das Leben der Drillinge, bis zur 30. Schwangerschaftswoche, „dann konnten wir die Geburt nicht länger hinauszögern“, so Lehnen.

Um kurz vor 17 Uhr wurden die drei Mädchen am 24. Juni per Kaiserschnitt geholt – mit einem Gewicht von 1320 Gramm (Lia), 1100 Gramm (Lotta) und 1300 Gramm (Lilly). Ein 15-köpfiges Team aus Ärzten, Schwestern und Hebammen stand für die Paschmanns und ihre Drillinge im OP bereit. „Eine logistische Meisterleistung“, wie Prof. Dr. Wolfgang Kölfen, Chefarzt der Kinderklinik, deutlich macht. Etwa sechs Wochen lang hätten sich die Fachärzte und Schwestern der Neonatologie rund um die Uhr bereit gehalten, nicht wissend, wann der Gesundheitszustand von Mutter und Kindern die Einleitung der Geburt erforderlich machen würde. Ihm sei nach der Entbindung ein Stein vom Herzen gefallen, berichtet Vater Christopher. Kölfen ergänzt, alle seien sehr froh, dass es keine medizinischen Komplikationen gegeben habe.

In Heinsberg-Eschweiler ist alles bereit für die Ankunft der neuen Erdenbürger. Hier beginnt für die Paschmanns jetzt das Zusammenleben mit ihren Babys fernab des Klinikalltags, eine Zeit, auf die sich die Eltern trotz des zu erwartenden Stresses sehr freuen. Gut, dass die Familie gleich nebenan wohnt und ihre Unterstützung zugesagt hat.

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