: Guter Start in unsicherer Zeit

Covid-19 hat uns weiterhin fest im Griff, die Infektionszahlen steigen erneut. Für Prof. Dr. Dennis Ladage, den neuen Chefarzt der Klinik für Pneumologie im Maria Hilf, eine echte Herausforderung, der er sich mit Optimismus stellt.

Herr Prof. Ladage, wir sind noch tief in der Corona-Krise. Das klingt nicht nach einem entspannten Start als neuer Chefarzt der Klinik für Pneumologie...

Hermann Hesse schrieb: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, und das gilt auch in unsicheren Zeiten. Es ist richtig, dass die Pandemie noch lange nicht ausgestanden ist. Aber ich finde, das Gesundheitssystem wusste bislang sehr gut auf die Krise zu reagieren, und bin zuversichtlich.

Was zeichnet die Kliniken Maria Hilf, speziell die Klinik für Pneumologie aus?

Die Pneumologie der Kliniken Maria Hilf ist zweifellos ein Leuchtturm und Aushängeschild des Gesamtklinikums. Sie ist nicht nur eine der größten Abteilungen in Deutschland, sondern besticht vor allem mit der gesamten Breite des Fachgebietes. Vom renommierten Schlaflabor mit überregionalem Ruf bis hin zur Allergiediagnostik, dem Lungenkrebszentrum und der Isolierstation für Corona-Patienten wird in der Klinik alles angeboten, was pneumologische Medizin ausmacht.

Welche ersten Ziele haben Sie?

Für die kommenden, möglicherweise „unsicheren“ Zeiten in Hinblick auf die Corona-Situation, aber auch für die kommende Grippe-Zeit, muss die Klinik optimal aufgestellt sein, um infektiöse Patienten behandeln zu können. Die pneumologisch geführte Infektionsstation ist hierfür am Anfang der Pandemie etabliert worden und wird besondere Aufmerksamkeit erfahren. Niemand kann vorhersehen, wann ein Corona-Impfstoff kommt. Was aber vorhanden ist und schützt ist, die Influenza-Impfung. Daher mein dringender Rat: Möglichst jeder sollte sich gegen die Influenza impfen lassen.

Ihr Vorgänger, Dr. Meyer, hat in 16 Jahren viel bewegt. Wo setzen Sie seine Arbeit fort, wo gehen Sie neue Wege?

Herr Dr. Meyer hat in den letzten Jahren hier Großes geleistet und hat diese Abteilung national sichtbar und auf qualitativ höchstem Niveau aufgestellt. Die Raucherentwöhnung z. B: ist essentieller Teil des Lungenkrebszentrums und wird selbstverständlich fortgeführt werden. Immerhin sind bis zu 90% der Lungenkrebsfälle auf das Rauchen zurückzuführen. Ich denke es gibt Bereiche, in denen ich durch meinen fachlichen Hintergrund aus Pneumologie, Kardiologie und Sportmedizin neue Schwerpunkte legen kann. Hinter vielen Symptomen wie beispielsweise „Luftnot“ , stecken häufig Probleme der Lunge und des Herzens gleichermaßen.Auch das Thema Weaning und Beatmungsmedizin möchte ich stärker verankern und dafür strukturelle Voraussetzungen schaffen.

Wie gefällt es Ihnen bei uns?

Mönchengladbach ist eine vielseitige und lebenswerte Stadt. Das Minto muss sicherlich keinen Vergleich mit Zentren in Berlin oder München scheuen. Und es gibt anscheinend viele schöne Parks und Gärten, vom Abteiberg bis Schloss Rheydt und Schloss Wickrath, die tolle, erlebbare Kulturevents anbieten.

Wie sieht Ihr Tag heute noch aus?

Heute Abend gehe ich noch mit meiner Familie essen. Die Abende zusammen sind gerade jetzt in der Anfangszeit sehr kostbar.