: Übung: ABC-Alarm am Rheydter Eli

Landesweit in ihrer Art einmalig ist die Katastrophenschutzübung, die am kommenden Samstagmorgen am Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt über die Bühne gegen soll. Etwa 100 Mitglieder der Mönchengladbacher Berufsfeuerwehr inklusive Verletztendarsteller plus Klinikpersonal simulieren dann eine sogenannte „ABC-Lage“, also einen Vorfall mit atomaren, biologischen oder chemischen Kampfstoffen.

. „Das genaue Szenario ist bis zuletzt geheim, die Teilnehmer wissen nur, dass es um einen ABC-Vorfall geht“, erzählt der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Marc Deussen, beim Pressegespräch zu der Übung, die am Samstag. 14. September, von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr (der eigentliche Einsatz wird zwischen 10 und 12 Uhr simuliert) am Eli durchgeführt wird. Drei Monate lang haben Deussen und die anderen Organisatoren die Katastrophenschutzübung, die einen Ernstfall bis ins kleinste Detail abbilden soll, vorbereitet. Das Drehbuch umfasst gut 20, mit Anhängen sogar 40 Seiten.

Das Besondere ist aber: Erstmalig wird bei dieser Übung das Dekontaminationskonzept der Feuerwehr, die mit ihrer V-Dekon-Einheit – so wird der Verletzten-Dekontaminationsplatz genannt – vor Ort sein wird, mit Anbindung an die direkte Aufnahme der „Verletzten“ in eine Klinik geprobt. Für die Erstversorgung werden am Samstag an der neuen Liegendanfahrt des Eli große Dekontaminationszelte aufgebaut, in denen die eintreffenden Patienten zunächst entkleidet und gesäubert, also dekontaminiert werden, ehe sie gesammelt und je nach Verletzungslage der Klinik zugeführt werden.

Jeden Fall gilt es dabei individuell zu betrachten. „Schließlich haben wir es hier mit Verletzungen zu tun, wie sie im Krieg vorkommen, das heißt, es ist zum Beispiel zu prüfen, ob ein Patient direkt dekontaminiert werden kann oder ob er zunächst einer Erstversorgung durch mit Schutzanzügen ausgestattete Einsatzkräfte bedarf, etwa weil ihm Gliedmaßen fehlen“, erklärt Dr. Marc Deussen. Überhaupt werde sich die Übung durch eine große Hektik und Dramatik auszeichnen, was für alle beteiligten Kräfte sicher eine besondere Herausforderung sei.

Dass eine solche Übung zwar ein seltenes, gerade in Zeiten terroristischer Anschläge aber durchaus mögliches Szenario abbildet, betont Deussen ebenfalls. Es sei daher wichtig, auf den Fall der Fälle vorbereitet zu sein und gegebenenfalls Schwachstellen in den Abläufen aufzudecken.

Schaulustige sind am Samstag zwar willkommen, allerdings werde das Übungsgelände relativ weiträumig abgesperrt, informieren die Verantwortlichen. Patienten sollen während der Übung keine abgewiesen werden, die Versorgung der regulären Patienten ist auch gewährleistet, versichert man von Seiten des Elisabeth-Krankenhauses. Man bemühe sich jedoch, die Patientenzufuhr etwas zu drosseln und hier auf andere Krankenhäuser auszuweichen.

Die „Verletzten“ bei der Übung werden übrigens von Kindern und Jugendlichen gespielt, die vom Roten Kreuz täuschend echte Wunden geschminkt bekommen.

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