: 300 Kreuze für die Heiligtumsfahrt

Es ist viel zu tun in der Holzwerkstatt des Volksvereins Mönchengladbach. 300 aus Sperrholz in Handarbeit angefertigte Kreuzaufsätze hat das Domkapitel Aachen in Auftrag gegeben. Bei der Heiligtumsfahrt Aachen zwischen dem 18. und 28. Juni 2021 sollen sie wieder die Pilgerstäbe kleiner und großer Pilger zieren.

Es ist eine wichtige, sinnstiftende Aufgabe für die Projektteilnehmer in der Holzwerkstatt des Volksvereins Mönchengladbach. 300 Kreuzaufsätze für die Pilgerfahrt Aachen entstehen in diesen Wochen, jedes einzelne sorgfältig ausgeschnitten, geschliffen, von Hand nachgearbeitet und mit zwei Löchern versehen, die das Aufstecken auf den Pilgerstab ermöglichen. Und das ist nur die erste Auflage. Wenn die Nachfrage wie erwartet groß ist, wird „auf Zuruf reagiert und nachproduziert“, wie Schreinermeister Tobias Schröder verspricht. Und, wie der Aachener Dompropst und Wallfahrtsleiter Rolf-Peter Cremer, verrät, kommen bereits die ersten Anfragen von Pilgergruppen.

Eine schöne Idee also, die bereits bei der letzten Heiligtumsfahrt 2016 umgesetzt wurde. Im Mittelalter, erinnert Cremer, seien viele Menschen nach Aachen gepilgert. Dass Menschen nicht einfach nur kommen, sondern sich als Pilger auf den Weg machen, ist die Grundidee, die man aufgegriffen habe. Das Pilgerkreuz, Symbol der Aachener Wallfahrt, solle auch im kommenden Jahr den Weg der Pilger begleiten. Und die Möglichkeit, dass jede Gruppe ihr gemeinsames Pilgerkreuz kreativ gestalten könne, sei bereits bei der vergangenen Heiligtumsfahrt sehr gut angenommen worden.

Dass der Mönchengladbacher Volksverein erneut mit der Herstellung der Holzkreuze beauftragt wurde, ist natürlich kein Zufall. „Ein pastoraler Schwerpunkt im Bistum Aachen ist die Unterstützung der Arbeitslosenarbeit. Und so freuen wir uns, dass der Volksverein diese Aufgabe nach 2014 nun wieder übernimmt, und wir damit gleichzeitig die Einrichtung in ihrer wichtigen Arbeit unterstützen können“, sagt Cremer. Außerdem seien die Kreuze nicht nur Symbol der Wallfahrt, sondern auch Bindeglied zur Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach.

Auch Matthias Merbecks, Geschäftsführer des Volksvereins, und Tobias Schröder, Leiter der Holzwerkstatt, sind erfreut über die erneute Beauftragung. „Für uns ist es wichtig, über das zu erzählen, was wir hier tun“, erklärt Matthias Merbecks. „Und die Beteiligung Langzeitarbeitsloser an der Realisierung herausragender Projekte, wie es die alle sieben Jahre stattfindende Heiligtumsfahrt ist, ist ein solcher Anlass.“

Tobias Schröder freut sich vor allem über das Projekt, weil es für die Teilnehmer so gut realisierbar ist – mit der vorhandenen nicht hochmodernen Werkstattausstattung und mit viel Handarbeit.

Und so machen fleißige Hände wie die von Projektteilnehmer Guido Koeser aus schnödem Sperrholz sinnhafte Kreuze. Denn hinter der besonderen Form steckt eine Botschaft. So weist der leicht nach unten zeigende Pfeil des Pilgerkreuzes dahin, wo Gott in seinem Sohn zu finden ist, nämlich auf der Erde, bei den Menschen, und nicht abgehoben irgendwo im Himmel. In der Pfeilspitze ist außerdem ein Herz zu erkennen. Denn jeder Pilgerweg ist eine Herzenssache. Wer pilgert, geht dorthin, wohin sein Herz ihn führt.

Die weitere Ausgestaltung des Kreuzes und damit vielleicht die eine oder andere zusätzliche Botschaft ist den Pilgergruppen überlassen, die eingeladen sind, ihren Pilgerstab zu individualisieren.