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Anfang Dezember ist Baustart zur Renaturierung der Niers im Bresgespark

Renaturierungsprojekt : Baustart für die neue Niers

Dieser Tage ist Baustart der naturnahen Umgestaltung der Niers im Bresgespark zu einer Niersaue zwischen Römerstraße und Zoppenbroich. Den geplanten Bauablauf stellten der Abteilungsleiter Gewässer und stellvertretende Vorstand des Niersverbandes, Dr. Wilfried Manheller, und der zuständige Fachbereichsleiter Gewässer, Jörg Langner, jetzt vor.

„Dieses Projekt einer Renaturierung des Niersverlaufs im Bresgespark ist von besonderer Bedeutung, da wir – nachdem wir zuvor bereits im Mittel- und Unterlaufbereich sehr aktiv waren – uns nun auch verstärkt dem Oberlauf der Niers zuwenden“, so Dr. Wilfried Manheller bei der Präsentation zum Ablauf der anstehenden Arbeiten. Der Niersverband wird die bisher in einem geraden Verlauf angestaute Niers in mehreren Schleifen neu gestalten. Durch Uferabflachungen, Anlegen von Flutmulden und Senken wird das Fließgewässer wieder in einen naturnäheren Zustand zurückversetzt. Mit dieser Umgestaltung sollen natürliche Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten im Gewässer und in der Aue wiederhergestellt werden. Durch den Abbau von zwei Wehranlagen, die bisher die ökologische Durchgängigkeit der Niers verhindert haben, könnten beispielsweise wieder Fische ungestört die Niers auf- und hinabschwimmen.

Und nicht nur in Sachen Naturschutz und Naherholung ist die Niersumgestaltung zukunftsweisend: Sie schafft vielmehr auch die Voraussetzung, die Entwässerungsleistung des Regenwasserkanals Rheydter Bach deutlich zu vergrößern und Rückstauschäden im Stadtgebiet durch Starkregenereignisse zu reduzieren. Durch die Schaffung neuer Rückhalteräume links und rechts der Niers kann dabei auf kostenintensivere Rückhaltebecken aus Beton verzichtet werden.

Weitere Arbeiten, die im Zuge der Renaturierung anfallen sind die Teilverfüllung des alten Nierslaufs, die Tieferlegung einer Gasleitung durch Thyssengas und die Schaffung eines Abzweigungsbauwerks mit nachfolgender Pumpanlage. „Alles in allem wird die Gesamtmaßnahme rund 8,5 Millionen Euro kosten“, so Dr. Manheller. Durch die geplante Laufverlängerung gewinnt die Niers letztlich 2 600 Meter an Länge dazu. Der Anschluss des neuen Nierslaufs und die Verfüllung eines Teilabschnitts des heutigen Niersbettes ist für Sommer/Herbst 2022 vorgesehen. Ende 2023 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein. Das vorhandene Wegenetz im Bresgespark bleibt dabei, das versprechen die Verantwortlichen, weitgehend erhalten und begehbar.

Im Zuge der Maßnahme bzw. bevor die entsprechenden Erdarbeiten durchgeführt werden können, werden auch – das ist der erste Arbeitsschritt, der nun ansteht – zahlreiche Bäume gefällt werden müssen.  Im Interesse des Artenschutzes wurde bereits eine Baumhöhlenkontrolle durchgeführt. „Diese ergab, dass es lediglich in 29 Bäumen Baumhöhlen  gab, die von Tieren als Unterschlupf genutzt werden könnten“, berichtet Fachbereichsleiter Jörg Langner, „allerdings konnten wir durch geschickte Detailplanung sicherstellen, dass 23 dieser Bäume auch künftig – als kleine Inseln in der Niers oder am Rand des Fließgewässers – erhalten bleiben können.“ Die Baumhöhlen in den restlichen sechs Bäumen werden noch verschlossen, ehe diese gefällt werden. Alle gefällten Bäume werden durch standortgerechte ersetzt.