: Auf die Plätze, fertig, los! Mehr Bewegung!

: Auf die Plätze, fertig, los! Mehr Bewegung!

Fangen spielen, auf Bäume klettern, kopfüber am Klettergerüst hängen, Mitglied im Turnverein sein – früher war das normal, heute offenbar nicht mehr. Immer mehr Kinder sind zu dick, ungelenk, kraftlos, können nicht schwimmen, das ist das Ergebnis eines sportmotorischen Tests an zehn Gladbacher Grundschulen. Stadt und Stadtsportbund wollen gegensteuern.

. Wenn es bei einem Zweitklässler mit Sit-ups, 10-Meter-Sprint und Medizinballstoß nicht so klappt, dann kann das daran liegen, dass das Kind zu dick ist, aber manchen fehlt es auch schlichtweg an der Konzentration. „Wenn die beim Sechs-Minuten-Lauf eine Runde hinter sich haben, vergessen sie mitunter, was die Aufgabe war“, sagt Johannes Gathen, Geschäftsführer beim Stadtsportbund. Die Stadt hatte sich Sorgen gemacht, weil immer mehr Kinder Bewegungsdefizite haben. Ob das auch in Mönchengladbach so ist, hat sie in Kooperation mit dem Stadtsportbund mit einem sportmotorischen Test an zehn Grundschulen untersucht. Kraft, Koordination, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit wurden mit verschiedenen Übungen getestet. Und erstmals wurden auch die Daten der Schuleignungsuntersuchung anonym hinzu gezogen. „So sind die Vermutungen nicht mehr so aus der Luft gegriffen“, sagt Harald Weuthen, Fachbereichsleiter Schule und Sport bei der Stadt.

Die Untersuchung zeigt auch in Mönchengladbach, was allgemein der Trend ist: 21 Prozent der Kinder (122 von 568) haben Förderbedarf in Sachen Bewegung. „Es gibt da sozioökonomische Zusammenhänge“, so Weuthen. Die zehn ausgesuchten Grundschulen sind denn auch so genannte Brennpunktschulen. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Während an der Gemeinschaftsgrundschule Hermann-Gmeiner nur neun Prozent der Kinder Förderbedarf haben, sind es an der GGS Franz-Wamich ganze 46 Prozent.

Während in anderen Städten die Tests erstmal keine Konsequenzen hatten, haben in Mönchengladbach die Verantwortlichen dafür gesorgt, dass es an den Schulen einmal in der Woche freiwillige Fördergruppen gibt, in denen Kinder mit gleich schwachem Leistungsniveau Spaß an der Bewegung bekommen sollen. Der Stadtsportbund will zudem die Vereine dazu anhalten, sich in den Schulen mehr zu engagieren. „Patenschaften sind die coolste Form der Unterstützung“, so Wolfgang Rombey, Präsident des Stadtsportbundes.

Im vierten Schuljahr soll es dann zu einem weiteren Test kommen, mit dem untersucht wird, ob die Maßnahmen was gebracht haben.

Für den sportmotorischen Test hat das Land NRW für zwei Jahre 30000 Euro locker gemacht.