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: Ausbildung 2020 – Jahr der Chancen

: Ausbildung 2020 – Jahr der Chancen

Normalerweise starten die Ausbildungsverhältnisse ja jedes Jahr im August oder September – doch normal ist in Zeiten von Corona bekanntlich nichts und so hat das Virus auch auf dem Ausbildungsmarkt in Mönchengladbach zu vielen Verzögerungen geführt. Agentur für Arbeit, Kreishandwerkerschaft und Industrie- und Handelskammer setzen daher verstärkt auf Flexibilität.

Die zentrale Botschaft, die die drei Partner am Ausbildungsmarkt in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch an potenzielle Auszubildende wie auch die Unternehmen senden wollten, war klar: Das Ausbildungsjahr 2020 ist noch nicht gelaufen! „Auch wenn der offizielle Ausbildungsbeginn am 1. August bzw. September war, sind wir uns einig, dass es Interessierten in dieser besonderen Situation noch bis zum Jahresende möglich sein soll, eine Ausbildung zu starten“, betonte Stefan Bresser, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach. Er wies darauf hin, dass allein im Handwerk in Mönchengladbach aktuell noch etwa 60 freie Ausbildungsplätze, gerade in den stark technikgeprägten Berufen, verfügbar seien. Aktuell liege die Zahl der bei der Kreishandwerkerschaft neu eingetragenen Ausbildungsverträge mit insgesamt 343 unter dem Niveau des Vorjahreszeitpunkts (402).

Noch 159 freie Plätze
in IHK-Lehrstellenbörse

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Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, weiß für seinen Bereich ähnliches zu vermelden. In der Region, zu der neben Mönchengladbach, auch Krefeld sowie die Kreise Neuss und Viersen gehören, beträgt der Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 1. September im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent. Für Mönchengladbach sehen die Zahlen sogar noch etwas schlechter aus, hier beträgt der Rückgang 19,8 Prozent, von 955 auf 766 Stellen. „Wir hoffen noch auf einen gewissen Aufholeffekt, zumindest in den Branchen, in denen es konjunkturell wieder anzieht“, erklärte Steinmetz. So seien zum Beispiel in der IHK-Lehrstellenbörse (Stand 1. September) noch 159 freie Stellen in der Region aufgeführt. Steinmetz rät den Jugendlichen, sich auch jetzt und in den nächsten Wochen noch auf Ausbildungsstellen zu bewerben und appellierte an die Unternehmen, weiterhin Plätze zur Verfügung zu stellen.

Wer im Jahr 2020 noch eine Ausbildungsstelle anbietet, der – das machten Agentur für Arbeit, IHK und Kreishandwerkerschaft deutlich – profitiere von umfangreichen Angeboten. Hierzu zählen unter anderem Ausbildungsprämie, Einstiegsqualifizierung und ausbildungsbegleitende Hilfen. Ein „ABC des regionalen Ausbildungsmarktes“ wurde hierzu im Internet veröffentlicht. Erläutert werden darin die vielfältigen Möglichkeiten, die sich auch 2020 für Ausbilder und Auszubildende bieten.

„C“ soll nicht mehr
für Corona stehen

„In unserem ,ABC des regionalen Ausbildungsmarkts‘ steht das ,C’ nicht für Corona, sondern für Chancen“, hob Angela Schoofs hervor. Und die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach fügte an: „Im Konsens setzen die Partner des regionalen Ausbildungsmarktes alles daran, der jungen Generation alle Chancen auf einen Berufseinstieg zu ermöglichen.“

Was die Zukunftsprognosen angeht, so zeigten sich die drei Partner zuversichtlich, dass der Ausbildungsmarkt die Corona-Krise „mit einem blauen Auge“ überstehen werde. So zögen die Zahlen aktuell sogar schon wieder etwas an. „Wir werden definitiv in eine Situation kommen, in der der Fachkräftebedarf wieder das größte Konjunkturrisiko für unsere Betriebe darstellt, ob das nun in einem halben Jahr oder erst in zwei Jahren sein wird“, ist sich Jürgen Steinmetz sicher.