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Ausstellung "Spanier am Niederrhein" lädt ins Museum Schloss Rheydt

Ausstellung im Museum Schloss Rheydt : Spanische Weltgeschichte am Niederrhein

„Die Spanier am Niederrhein“ – wer dabei an Tapas und Flamenco denkt, hat weit gefehlt. Denn bei der aktuellen Ausstellung im Museum Schloss Rheydt reisen Besucher rund 400 Jahre zurück – in die Zeit zwischen 1560 und 1660.

Ein Krieg führte die Spanier damals auch an den Niederrhein, der in seiner Verortung nur in Teilen, dem entsprach, was wir heute als Niederrhein kennen. „Auch wenn wir im Ausstellungstitel von ,die Spanier‘ sprechen, erzeugt dies wahrscheinlich erst einmal ein falsches Bild“, erklärt der Leiter des Museums Schloss Rheydt, Dr. Karlheinz Wiegmann. „Denn das spanische Königreich, war ein Weltreich aus Kolonien und Regionen in Europa. Auch die Niederlande unterstanden zunächst der Herrschaft des spanischen Königs.“ Unter anderem Karten geben in der Ausstellung dabei einen Einblick, wie sich eben Weltreich und Provinz gestalteten.

Die Reformation brachte dabei ein großes Konfliktpotential, erklärt Nils Loscheider, wissenschaftlicher Volontär des Museums Schloss Rheydt und Kurator für die dortige Ausstellung: „Philipp II. von Spanien war durch und durch Katholik und dies bekamen die Protestanten in seinem Herrschaftsgebiet auch zu spüren. Doch in den Niederlanden kam dazu auch noch Unmut über steuerliche Belastungen zugunsten der spanischen Territorialkriege. Der Drang nach Unabhängigkeit wurde immer größer.“ Was erst noch brodelte, entlud sich 1568 im Beginn des Spanisch-Niederländischen Krieges, auch bekannt als der Achtzigjährige Krieg.

Rund 100 Jahre lang prägten die Auseinandersetzungen zwischen Spaniern und Niederländern auch die hiesige Region ganz erheblich. Wer den Niederrhein kontrollierte, bestimmte über den Verlauf des Krieges. Bereits die zweite Schlacht fand 1568 auf dem Boden des heutigen Rheindahlen statt und endete für die lokale Bevölkerung mit viel Leid durch die siegreichen Spanier.

Auch abseits von Schlachten ging es hoch her: Über Jahrzehnte versuchten die spanischen Könige an ein Stück des Schädelknochens des heiligen Laurentius im Besitz der Gladbacher Abtei zu gelangen. Selbst der Druck durch Papst und Kaiser brachte keinen Erfolg.

Highlights dieser Ausstellung sind nicht nur ein beeindruckendes Gemälde der Belagerung von Jülich 1621/22, sondern auch ein prunkvoller Mailänder Harnisch und prächtige Kartenwerke. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Museum Zitadelle Jülich geplant und wird dort ab Mitte 2022 in veränderter Form zu sehen sein.

Unter anderem am 24. Oktober um 15 Uhr gibt es im Museum zu der aktuellen Ausstellung auch eine Führung. Dazu ist eine Anmeldung unter 02166/92 89 019 erforderlich. Weitere Informationen zum Rahmenprogramm, insbesondere zu Führungen, einer spannenden Vortragsreihe und einem barocken Konzertabend sind unter www.schlossrheydt.de zu finden.