: Bauförderung: Fragen und Antworten

Groß war die Resonanz auf unsere Telefonaktion „Privat gebaut – staatlich gefördert“. Zwei Experten vom Verband der Privaten Bausparkassen, Alexander Nothaft und Juri Schudrowitz, beantworteten die Fragen unserer Leser.

Wir wollen nächstes Jahr ein Haus kaufen, Nachwuchs ist in der Planung. Was ist hinsichtlich des Baukindergeldes zu beachten?

Wird das Kind kurz nach dem geplanten Einzug geboren, kann es sich lohnen, den Einzug zu verschieben. Baukindergeld gibt es nur, wenn das Kind innerhalb der ersten drei Monate nach dem Einzug geboren wird und das Baukindergeld noch nicht beantragt wurde.

Kann man das Baukindergeld unbefristet beantragen? Wir können erst in einigen Jahren bauen, wenn wir genügend angespart haben.

Baugenehmigung oder notarieller Kaufvertrag müssen ein Datum zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 tragen. Auf diesen Zeitraum sollten Sie sich einstellen. Ob es das Baukindergeld dann noch weiter gibt, ist offen.

Unser Haus wollen wir gleich energieeffizient bauen. Mit welcher Förderung können wir rechnen?

Die KfW hält Darlehen bis 100000 Euro zu einem effektiven Jahreszins von 0,75 Prozent bei einer Laufzeit von vier bis zehn Jahren und einer Zinsbindung von zehn Jahren bereit. Ein Tilgungszuschuss von 15000 Euro kann in Anspruch genommen werden.

Mein Sohn will ein Haus bauen. Wie viel Kredit kann er von der KfW für ein Standard-Haus bekommen?

Die Förderbank vergibt bis zu 50000 Euro Kredit – zu einem Effektivzins von 1,1 Prozent. Der Kredit ist ausschließlich über Ihre Bank oder Bausparkasse zu beantragen. Weitere Informationen gibt es unter www.kfw.de

Wir wollen ein Haus kaufen. Bekommen wir Geld vom Bundesland Nordrhein-Westfalen?

Die NRW-Bank vergibt zinsverbilligte Darlehen für den Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie. Die Höhe des Darlehens beträgt bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Effektivzinssatz liegt bei 20-jähriger Laufzeit derzeit bei 1,87 Prozent pro Jahr. Das Darlehen muss vor Baubeginn beantragt werden. Es gelten Einkommensgrenzen. Details finden Sie unter www.nrwbank.de

Wir wollen zum Hauskauf einen KfW-Kredit aufnehmen. Können wir trotzdem unseren Riester-Bausparvertrag nutzen?

Ja, das ist möglich.

Ich habe gelesen, dass man das Geld aus Riester-Verträgen dafür verwenden kann, sich in eine Seniorenresidenz einzukaufen. Stimmt das?

Ja, das ist richtig. Alle Varianten von Riester-Verträgen – Banksparplan, Versicherung, Fonds und Wohnriester – können zum Kauf einer Wohnung in einer Seniorenresidenz eingesetzt werden. Unabhängig davon können auch klassische Bausparverträge genutzt werden.

Wir wollen eine Immobilie kaufen, haben drei Kinder im Alter von drei, sechs und acht Jahren. Zu welcher Finanzierungsvariante raten Sie?

Nutzen Sie möglichst die Riesterförderung. Neben den Grundzulagen für sich und Ihre Frau von jeweils bis zu 175 Euro bekommen Sie für jedes Kind eine Zulage von 300 Euro – zusammen 1250 Euro im Jahr. Erkundigen Sie sich zudem nach dem KfW-Kredit für Wohneigentum, der bis zu einer Höhe von 50.000 Euro zinssubventioniert ist.

Meine Frau und ich sind Anfang 50 und wir wollen ein Haus kaufen. Gibt es für uns noch eine staatliche Förderung?

Ja. Zum einen gibt es das KfW-Darlehen, das einkommens- und altersunabhängig ist. Zum zweiten: Sofern einer von Ihnen sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, können Sie das Riester-Darlehen nutzen. Es wird vom Staat mit Zulagen und gegebenenfalls mit Steuervorteilen gefördert. Voraussetzung ist, dass der Vertragsinhaber vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Bruttos minus der Zulagen selber in den Vertrag einzahlt. Zum Vergleich erbitten Sie sich mindestens ein weiteres Angebot von einer Bank oder Bausparkasse. Lassen Sie sich Varianten mit und ohne Riester-Darlehen geben – gegebenenfalls in Kombination mit dem KfW-Darlehen.

Wie stelle ich meine Finanzierung am besten auf? Gibt es eine Strategie?

Finanzierungen sind immer individuell. Sie können sich unterschiedlich zusammensetzen: etwa aus einer Misch-Finanzierung aus KfW- und Bankdarlehen sowie Bausparvertrag. Informieren Sie sich dazu aktuell in der Juni-Ausgabe von „Finanztest“ oder auch online unter www.test.de

Wo finde ich alle möglichen Förderungen auf einen Blick?

Schauen Sie online unter www.baufoerderer.de nach, es handelt sich hierbei um ein Info-Portal des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen.