: Bewerber für FUN gesucht

Seit 2018 gibt es sie in Mönchengladbach: die „FuckUp Nights“, kurz FUN. Unternehmer Peter Godulla und nextMG e. V. haben die Event-Idee, bei der Menschen wie du und ich auf der Bühne über ihr Scheitern sprechen, aus Mexiko ins TIG geholt. Am 22. Mai ist der erste von drei neuen Terminen. Noch werden „Speaker“, die etwas zu erzählen haben, gesucht. Godulla verrät, worum es geht.

Gescheitert und doch optimistisch, offen, selbstbewusst, mutig? Wie muss man eigentlich drauf sein, um bei einer FuckUp Night auf der Bühne zu stehen. Der Extra-Tipp hat Peter Godulla gefragt.

Peter, die Fuck-up-Nights in Mönchengladbach gehen in die nächste Runde – für die, die sie noch nicht kennen, worum geht’s?

„Wer hinfällt, steht nie mit leeren Händen wieder auf“, sagt ein japanisches Sprichwort. Wir brechen das Tabu, über das Scheitern zu sprechen. Wir reden ganz offen über Fehler. Auf einer Bühne! Vier Redner berichten in lockerer Atmosphäre ihre Geschichte des Scheiterns. Warum? Damit alle von ihnen lernen können.

Wie sind die FUN im letzten Jahr angekommen?

Überraschend ist, dass eine FuckUp Night überhaupt nicht als bedrückend erlebt wird. Sie wirkt viel mehr befreiend und schafft Raum zum Wachsen. Das berichten Redner und Zuschauer gleichermaßen. Hinzu kommt: Jede FUN ist anders und jeder Besucher nimmt etwas Eigenes mit. Meistens etwas, das mit seiner eigenen Geschichte zu tun hat. Sehr oft wird die FUN als authentisch, ehrlich, befreiend und lustig wahrgenommen.

Für 2019 sind drei Termine geplant, wann?

Los geht’s am 22. Mai, am Freitag, den 13, September ist die nächste FUN und dann gibt’s nochmal eine am 23. November als Abschlussveranstaltung der Gründerwoche.

Ihr sucht noch Leute, die auf der Bühne von ihrem Scheitern erzählen. Vor wie vielen Menschen spricht man da?

Etwa 200. Aber wer schon auf der Bühne gestanden hat, weiß, ob 200 oder 300 Augenpaare einen anschauen ist egal, denn das Scheinwerferlicht blendet ohnehin so, dass man kaum einen sieht. (Lacht.)

Und wie lange steht man etwa auf der Bühne?

Jeder Redner hat sieben Minuten Zeit seine Geschichte zu erzählen.

Wer kann sich bewerben?

FuckUp Nights kommen aus der Start-up Szene, deshalb sind die Mehrzahl der Geschichten Gründungsvorhaben, die zwar ökonomisch gescheitert sind, an denen die Akteure aber unheimlich gewachsen sind. Wir hatten aber auch schon einen Pastor und einen Bundespolitiker auf der Bühne. Ohne Menschen, die den Mut haben ein Projekt anzupacken, etwas zu wagen, würden wir wohl noch auf Bäumen wohnen. Wir suchen also Menschen, die wissen, dass es nicht die glänzenden Momente im Leben sind, die unseren Charakter formen, sondern die Tiefpunkte, die oft Wendepunkte sind. Niederlagen oder Frustration können starke Motivationsquellen sein.

Was sollte man, neben seiner „Scheiter-Geschichte“, mitbringen?

Man sollte schon mal vor mehreren Leuten gesprochen haben. Es ist niemandem geholfen, wenn der Redner vor lauter Aufregung kein Wort rausbringt.

Was passiert nach dem Auftritt?

Die Zuschauer haben sieben Minuten Zeit Fragen zu stellen. Das ist immer sehr spannend für die Zuschauer und die Redner.

Angenommen, man ist keine ausgesprochene „Rampensau“ – kann man sich trotzdem bewerben?

Klar, denn wer den Mut hatte etwas anzupacken, braucht vielleicht einfach nur ein wenig Mut, um auf die Bühne zu kommen.

Von seinem Scheitern erzählt man nicht gern – warum sollte man es trotzdem tun?

Alle Redner, die sich auf die FUN-Bühne getraut haben, empfinden ihren Auftritt als positive Erfahrung. Ihnen wird bewusst, wie sehr sie sich mit ihrer Scheitergeschichte entwickelt haben. Unternehmer machen sich auch für potenzielle Mitarbeiter interessant, denn sie signalisieren: Wir haben eine moderne Fehlerkultur.

Bekommt man etwas für den Auftritt?

Nein, mit den Eintrittsgeldern begleichen wir gerade mal die Raumkosten. Aber vielleicht gibt’s ja eines der nicht im Verkauf erhältlichen FUN-T-Shirts. (Grinst.)

Wie bewirbt man sich?

Einfach eine E-Mail schreiben an Bewerbung@fun-mg.de und darin kurz die Geschichte umreißen, die man erzählen will. In einem persönlichen Gespräch finden wir dann schnell heraus, ob eine Geschichte gut auf die FUN-Bühne passt.

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