: Das Warten auf die Ruhe

Seit 25 Jahren ärgern sich die Bewohner der Stiegerfeldstraße in Hardterbroich nun schon über das hohe Verkehrsaufkommen und viele Raser vor der eigenen Haustür. Zwar beschloss die Bezirksvertretung Ost 2017 entsprechende Maßnahmen, aber diese gerieten ins Stocken – und treffen zudem wiederum auf Kritik aus Reihen der Anwohner.

Unter dem guten Ausbau von Stiegerfeldstraße und Hardterbroicher Allee haben die Anwohner seit geraumer Zeit zu leiden: Trotz einer Freigabe ausschließlich für den Anliegerverkehr nutzen Berufstätige die Stiegerfeldstraße regelmäßig als Abkürzung. „Und auch an das Tempolimit von 30 km/h halte sich kaum jemand“, klagt Anwohner Jürgen Klüttermann.

Um Abhilfe zu schaffen, beschloss die Bezirksvertretung Ost im März 2017 zum einen, die Fahrbahn an zwei Stellen durch Poller so zu verengen, dass Autofahrer zum Abbremsen gezwungen werden, wobei im Bedarfsfall die Bereiche durch Pflasterung kenntlich gemacht werden sollten. Zum anderen sollte aber auch der sehr breite Einmündungsbereich von Teupesstraße und Stiegerfeldstraße eine Neugestaltung erfahren. Dann gerieten die Pläne allerdings ins Stocken, da die Umsetzung eines 2016 beschlossenen ÖPNV-Linienkonzeptes mit der Realisierung der Maßnahmen in der Stieferfeldstraße kollidierte und alle Arbeitsschritte im Zuge einer Baumaßnahme zusammengefasst werden mussten.

Inzwischen ist die Bezirksvertretung zu dem Entschluss gekommen, die Teilmaßnahme mit den Aufpflasterungen ins Frühjahr 2020 vorzuziehen. Jedoch glaubt Jürgen Klüttermann nicht, dass sich dadurch eine Verbesserung in seiner Straße einstellen wird: „Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass es sich dabei wieder um eine Aktion handelt, die keinerlei Auswirkung auf den ständig wachsenden Durchgangsverkehr haben wird“, so Klüttermann. Vielmehr werde durch die geplanten Maßnahmen lediglich dafür gesorgt, dass der Durchgangsverkehr besser in die Grevenbroicher Straße abfließen kann. Das schnelle Durchfahren des langen geraden Straßenverlaufs der Stiegerfeldstraße bleibe hingegen weiterhin möglich.

Eher schwebt dem Anwohner daher eine Lösung vor, wie man sie in unmittelbarer Nachbarschaft am Grasfreed gewählt hat. Ohne großes Schaulaufen habe man hier Straßeneinengungen und ein Einbahnstraßen-System im Nachhinein geschaffen, so Klüttermann. Er hofft, dass die aktuelle Maßnahme nochmals überprüft und dann in eine sinnvolle Planung umgesetzt wird. „Wir Anlieger erwarten, dass sich die Politiker endlich für die Einhaltung bestehender Gesetze und Verordnungen einsetzen und uns Verständnis und Respekt für unser Anliegen entgegenbringen.“

Bei der Verwaltung wiederum hält man an den getroffenen Entscheidungen fest. „Die Maßnahmen sorgen dafür, dass die Durchfahrt unkomfortabler wird und damit auch der Durchgangsverkehr teilweise verdrängt wird“, heißt es in einer Erklärung der Stadt. Zudem werde an der Einmündung Grevenbroicher Straße die Einfahrtsituation erschwert. Die Grevenbroicher Straße selbst gehöre zum Vorrangstraßennetz und diene zur Aufnahme des allgemeinen Verkehrs und Busverkehrs, heißt es in der Erklärung weiter. Insofern sieht die Stadt an dieser Stelle „die Möglichkeiten für weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen begrenzt“.