: Der Bürgerservice bringt’s

Zwei junge Männer der Diakonie treten jetzt für den städtischen Bürgerservice in die Pedale. Mit dem neuen Projekt „Bürgerservice bringt’s“ können die Bürger bei der Beantragung eines neuen Ausweises einen Weg und nervige Warterei sparen.

. Gelbe Warnweste mit der Aufschrift „Radstation Fahrradkurier“, schwarzes E-Bike, schwarzer Fahrradhelm – Dennis Wefers und Ruslan Unger treten seit Anfang März im Auftrag der Stadt für die Bürger in die Pedale. Unter der Überschrift „Bürgerservice bringt’s“ liefern sie neue Ausweispapiere bis an die Wohnungstür oder auf die Arbeit. „Den Weg zu einer unserer acht Bürgerservice-Stellen zur Beantragung von Personalausweis oder Reisepass können wir den Bürgern leider nicht ersparen. Das ist Vorschrift“, sagt Hardy Drews, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice. Nochmal hinfahren und nochmal warten für die Abholung der Ausweise, wenn die Bundesdruckerei die Papiere nach etwa zwei Wochen schickt, das können die Bürger sich aber ab sofort schenken.

Zwar ist Mönchengladbach nicht die erste Stadt, die einen Kurierdienst anbietet – Düsseldorf, Karlsruhe und Bonn waren schneller – aber darin, dass der neue Service ausschließlich durch Fahrradkuriere erledigt wird, sei Mönchengladbach in der Vorreiterrolle, freut sich Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

Als Joachim Meyer, Leiter der Abteilung Einwohnermeldeangelegenheiten, feststellte, dass es in Mönchengladbach außer „Pizzaboten“ keine Kurierdienste gibt, war man erstmal ratlos. Aber dann kam ziemlich schnell die Diakonie ins Spiel, denn die betreibt seit geraumer Zeit sehr erfolgreich die beiden Radstationen in Rheydt und Mönchengladbach, und Geschäftsführer Heinz Herbert Paulus war – entgegen der anfänglichen Skepsis seiner Diakonie-Kollegen – sofort Feuer und Flamme für die Idee, die Kuriere zu stellen.

Seit Anfang März also sind Dennis Wefers und Ruslan Unger jetzt mit Zwei-Jahres-Vertrag für den Bürgerservice unterwegs. 48 Aufträge hatten sie bis letzten Montag und es dürfen mehr werden. Überwiegend ältere Menschen bestellen die Kuriere, die man für 6 Euro zwischen 8.30 Uhr und 17 Uhr buchen kann, für 8 Euro kommen sie von montags bis freitags auch noch später (bis 19 Uhr). „Wenn die Aufträge mehr werden, stellen wir mehr Leute ein“, sagt Heinz Herbert Paulus. Das Diakonische Werk beschäftigt in mehreren Unternehmen ehemalige Langzeitarbeitslose.