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: Die Meisen sterben – NABU braucht Hilfe

: Die Meisen sterben – NABU braucht Hilfe

Etwa zeitgleich zur Corona-Pandemie macht sich offensichtlich auch unter den hiesigen Vögeln, genau genommen unter Meisen, speziell Blaumeisen, ein tödlicher Erreger breit. Der NABU sammelt noch Fakten hierzu und bittet um Mithilfe.

Seit März werden aus ganz Deutschland mysteriös erkrankte Meisen gemeldet, die nach kurzer Zeit sterben. Das bestätigt auch Kurt Sasserath, 1. Vorsitzender vom NABU Mönchengladbach. Der Bestand an Kohl- und Blaumeisen ist im Stadtgebiet sei noch stabil, aber möglicherweise seien die Erkrankungen mit dem Amselsterben im vergangenen Jahr vergleichbar.

Typisch an der neuen Meisen-Epidemie: Die Vögel wirken apathisch, nehmen kein Futter auf und reagieren nicht mehr auf ihre Umwelt. Auch verklebte Augen und das teilweise Ausfallen von Kopfgefieder wurden beobachtet.

Um den Ursachen der Krankheit auf den Grund zu gehen, sammelt der NABU bundesweit online Beobachtungen von Bürgern.

Zum letzten Update von Dienstag, 14. April waren bereits über 8000 Meldungen eingegangen – alle über Ostern. Auffällig dabei: Die Symptome traten beinahe ausnahmslos bei Blaumeisen auf, von Fällen bei Kohlmeisen, Rotkehlchen oder Haussperlingen wurde kaum berichtet. Und: Die Meldungen deuten auf eine Konzentration im Dreiländereck NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen sowie im nördlichen Nordrhein-Westfalen und Teilen Niedersachsens hin.

Labordiagnosen zum Auslöser stehen noch aus. Keine der bekannten kursierenden Vogelkrankheiten passe laut NABU zum neuen Phänomen. Die beobachteten Symptome und die gehäuft gefundenen Blaumeisen – oft werden bis zu fünf tote Meisen aus einem Garten gemeldet – lassen jedoch vermuten, dass es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit handelt.

„Social Distancing“ für Blaumeisen

Da die Krankheit vermutlich besonders dort übertragen wird, wo viele Vögel aufeinandertreffen, rät der NABU dazu, bei Beobachtungen von mehr als einem kranken Vogel an Futterstellen, die Fütterung und die Bereitstellung von Tränken sofort einzustellen.

Wer noch mehr tun will, schickt seine Beobachtungen über das Meldeformular auf der Internetseite www.nabu.de an den NABU. Hier gibt man an, wenn man kranke oder vermutlich an einer Krankheit gestorbene Blaumeisen entdeckt hat – möglichst mit Details zu Fundort, Funddatum, den näheren Fundumständen und den Symptomen. Auch die Einsendung von toten Vögeln kann helfen. Zum Hantieren aber bitte grundsätzlich Handschuhe oder eine umgestülpte Plastiktüte verwenden und anschließend Hände gründlich waschen. Aber das kennt man ja...