: Die Tatort-Crew will Kindern helfen

Aus dem Fernsehen kennt man ihn als launigen Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth, wo er an der Seite von Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär im Kölner Tatort Verbrechern auf der Spur ist. Als Mitglied des Tatort-Vereins stellte Schauspieler Joe Bausch jetzt das Projekt „Wir starten gleich – Kein Kind ohne Schulranzen“ in Mönchengladbach vor.

Der Verein „Tatort – Straßen der Welt e.V.“ wurde vor rund zwei Jahrzehnten von den beiden TV-Kommissaren Ballauf und Schenk gegründet, um zunächst Kinder auf den Philippinen, in Kenia und Swasiland zu unterstützen. Seit 2012 ist die Tatort-Crew auch in Deutschland am Start, damit möglichst viele Kinder aus finanziell besonders benachteiligten Familien am ersten Schultag mit einem hochwertigen Tornisterset ins Schulleben starten können.

Joe Bausch selbst weiß von Kindern, die mit Plastiktüte und Kugelschreiber zur Schule gehen müssen, weil ihre Eltern die Anschaffungskosten von mittlerweile 150 bis 200 Euro für einen Schulranzen inklusive benötigter Materialien nicht aufbringen können. „Das Stigma begleitet die Kinder während ihrer gesamten Grundschulzeit, dabei sollte der erste Schultag doch etwas Schönes sein“, erklärt der Schauspieler dazu. „Ein Ereignis, was man nie mehr im Leben vergisst“.

Inzwischen wurden mehr als 7350 Schulranzensets in elf deutschen Städten ausgegeben. Seit dem Schuljahresbeginn 2019/2020 arbeitet der Tatort-Verein auch mit der Stadt Mönchengladbach zusammen, so konnten hier erstmalig 200 Ranzensets an die i-Dötzchen verteilt werden. Die nötigen finanziellen Mittel stammen aus einer Erbschaft, die der Stadt für soziale Zwecke zugegangen ist.

Der Tatort-Verein arbeitet völlig unbürokratisch: Die Erzieher und Erzieherinnen in den Kitas können die Notlagen der Familien sehr gut beurteilen und geben einfach die Anzahl der benötigten Tornister vor der Einschulung an die Projektleitung vor Ort weiter. In diesem Fall an Andre Hardcastle, Flüchtlingskoordinator der Stadt Mönchengladbach, der auch die Beigeordnete Dörte Schall für das Projekt begeistern konnte. Die Verteilung der Ranzen erfolgt ebenfalls über die Erzieherinnen der Kitas direkt an die Familien. „Die Kinder erfahren nicht, dass ihr Schulranzen gespendet wurde. Sie sollen glauben, dass ihre Familien den Tornister gekauft haben“, beschreibt Ulrike Thönniges, Geschäftsführerin des Tatort-Vereins, das Besondere an dem Projekt. Auf Basis der eingegangenen Spenden kauft der Verein aktuelle und hochwertige Ranzensets bei namhaften Herstellern zum Sonderpreis.

Öffentlichkeitswirksame Fotos von Kindern mit ihren neuen Schulranzen sind tabu, „Dietmar, Klaus und ich geben unser Gesicht aber gerne für Fotos mit Sponsoren her“, sagt Joe Bausch, „wir sind die Leuchtreklame, damit wir möglichst viele Sponsoren gewinnen können“. Und genau darum geht es auch in Mönchengladbach: An gezielt ausgewählte Härtefälle sollen zum Schuljahresbeginn 2020/2021 insgesamt 250 Schulranzen-Sets verteilt werden.

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