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: Die Wirtschaftsförderung muss sich neu erfinden

: Die Wirtschaftsförderung muss sich neu erfinden

Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang war der Grundstücksverkauf das Brot- und Buttergeschäft einer Wirtschaftsförderung. Weil es in Mönchengladbach kaum noch Flächen gibt, die veräußert werden können, muss sich die WFMG neu erfinden.

Dass die Gewerbeflächen in der Vitusstadt „endlich sind“, wie es Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners formuliert, ist keine neue Erkenntnis. Seine Forderung, „wir müssen uns neu aufstellen“, beherzigt die Wirtschaftsförderung unter Führung von Dr. Ulrich Schückhaus schon seit längerem. Corona hat die Transformation der Wirtschaftsförderung hin zu einer zu einer Innovations- und Förderagentur nun noch einmal beschleunigt. Vier Säulen sollen die Arbeit der Wirtschaftsförderung künftig tragen: „Gründerkultur fördern“, „Digitale Infrastruktur“, „Transformation unterstützen“ und „Bildung“. Entlang dieser neuen Leitlinie sind in den vergangenen Wochen und Monaten bereits erste Projekte entstanden, die in der ersten Hochphase der Pandemie noch auf Eis lagen und nun wieder Fahrt aufnehmen. Einige Beispiele: In Rheydt entsteht unter Federführung von WFMG und EWMG (Entwicklungsgesellschaft der Stadt MG) an der Mühlenstraße/Ecke Brucknerallee ein Gründer- und Innovationszentrum, Name: „In der Mache“. Die Eröffnung ist für Anfang 2021 geplant. Nach der gelungenen Premiere der ersten Gründer-WG, die die WFMG vor rund einem Jahr erstmals ausgeschrieben hatte (das Siegerteam aus Hamburg und Mönchengladbach überzeugte mit ihrem Konzept von chemischem Recycling von Alttextilien), sollen außerdem noch in diesem Jahr zwei weitere Gründer-WGs an den Markt gehen, werden diesmal allerdings klar auf einzelne Zukunftsbranchen bezogen ausgeschrieben. Die bisherigen Anstrengungen der Wirtschaftsförderung bei der Unterstützung von Startups sind schon belohnt worden: Im aktuellen „Städtetest 2019“ von IW Consult, Wirtschaftswoche und ImmobilienScout24 belegt Mönchengladbach in der Kategorie „Gründergeist“ bundesweit den ersten Platz – mit deutlichem Abstand vor Metropolen wie Frankfurt und Düsseldorf. „Wir wollen Mönchengladbach weiterhin als Gründer-Hotspot am Niederrhein positionieren“, betont Dr. Schückhaus.

Immer noch großen Bedarf sieht die WFMG bei der Sensibilisierung kleiner und mittlerer Unternehmen für die notwendige Digitale Transformation. „Wir wollen Firmen Starthilfe beim Einstieg in den Digitalisierungsprozess geben und sogenannte Experimentierräume schaffen, in denen sich Startups, Kreative, Wissenschaft und Mittelstand zum Austausch treffen und gemeinsam neue Geschäftsmodelle entwickeln“, erklärt WFMG-Prokurist David Bongartz.

Einen wichtigen Beitrag zum Baustein „Bildung“ soll das interregionale Projekt „Cleverland“ leisten. Projektpartner sind die Städte Mönchengladbach, Krefeld und Venlo, mit im Boot sind außerdem die Hochschule Niederrhein und die Fontys Hogeschool. Ziel ist, eine gemeinsame Wissensregion zu etablieren und die Kooperation zwischen beiden Hochschulen zu intensivieren. Das Projekt läuft noch bis Ende 2021 und hat ein Volumen von 1,8 Millionen Euro. Am 16. und 17. September gibt es in diesem Rahmen die Veranstaltung „Cleverland meets Limburg Leads“: Unternehmen können sich dabei in eine Datenbank eintragen, um ihre Sichtbarkeit bei Studierenden zu erhöhen. Informationen im Internet unter der Adresse
www.cleverland.eu.