: Ein Traum von einem Spiel

Vor einem Jahr hat der Wegberger Christoph Schultz den Versuch gewagt, ein Computerspiel in Eigenregie zu entwickeln. Die Demo-Version von „Cleo – a pirate’s tale“ gibt es bereits. Jetzt sammelt er per Crowdfunding Geld, um das fertige Spiel 2021 auf den Markt zu bringen. Die benötigte 20000 Euro-Marke knackte er am vergangen Donnerstag – und sein Traum wird Wirklichkeit.

Dass er einmal ein Spiel entwickeln würde, wusste Christoph Schultz schon lange. Sich Geschichten und witzige Charaktere ausdenken, das hat er bereits in seiner Kindheit gemacht. Im vergangenen Jahr dann wagte der Wegberger den Schritt und begann erste Story-Ideen aufzuschreiben.

Eigentlich ist der 31-Jährige selbstständiger Mediengestalter und produziert mit seiner Firma Greycap Audiovisiual Mediadesign Werbefilme und Erklärvideos für Unternehmen. Für ihn ist es der erste Versuch, ein Computerspiel in Eigenregie zu entwickeln. Somit war das meiste für ihn Neuland. „Von der Programmierarbeit hatte ich zuvor keine Ahnung“, betont er. Mit Hilfe von You-Tube-Videos brachte er sich prompt alles selbst bei. Auch das Schreiben der Dialoge, die Soundeffekte und die Musik, die das Spiel begleitet, stammen alle von dem kreativen Kopf. „Soundeffekts kann man sich auch im Internet herunterladen, allerdings versuche ich alles möglichst selbst zu machen.“ Mehrere Lieder hat er für das Spiel komponiert und singt sogar im Abspann.

Zur Story: Ein junges Mädchen namens Cleo wächst in der Kneipe ihres Vaters, umgeben von Fischermännern und erfolglosen Piraten, auf. Sie weiß alles über die Abenteuer der Piraten-Legende Captain Cabeca. Durch Zufall wird sie in ein Piratenabenteuer reingezogen und ihr langweiliges Leben wird von heute auf morgen auf den Kopf gestellt.

Humor und Nostalgie

Christoph Schultz setzt in „Cleo“ auf Humor. Witzige Dialoge und Rätsel führen durch die lineare Story. Das Spiel ist ein Piraten-Abenteuer in Pixel-Grafik. Der ein oder andere Spieler dürfte Nostalgie verspüren, denn bewusst hat der Entwickler dem Spiel den Retro-Charme der 90er Jahre verliehen. „Insbesondere hat mich Monkey Island 3 inspiriert“, erklärt er. „Das habe ich schon als Kind gespielt und geliebt.“ Schultz ist sich bewusst, dass er mit seinem Spiel eine Nische bedient. „Die Zielgruppe ist über 30 und wie ich mit den Computerspielen der 90er aufgewachsen“, erklärt er. Genau diese Zielgruppe honoriere seine Arbeit deshalb auch besonders. „Sie fühlen sich beim Spielen in die Kindheit oder Jugend zurückversetzt. Solche Spiele würde es heute so nicht mehr geben.“

20000 Euro benötigt Christoph Schultz, um ein Jahr lang in Vollzeit an seinem Traum zu arbeiten und „Cleo - a pirate’s tale“ im Sommer 2021 zu veröffentlichen. Gestartet ist seine Kickstarter-Kampagne am 5. Mai für 30 Tage. Am Donnerstag, 21. Mai, wurde das Finanzierungsziel bereits erreicht, aktuell wurden über 21000 Euro gespendet (Stand: Freitag, 22. Mai) – der Spieleentwickler kann nun loslegen.

Wie Cleos Geschichte weitergeht? „Die grundsätzlichen Punkte und der Twist in der Geschichte stehen bereits, an den Rätseln und Dialogen muss ich noch arbeiten“, erklärt er. Am Ende soll das Spiel etwas sechs bis acht Stunden dauern. Einen Einblick in den Entstehungsprozess des Piraten-Abenteuers gibt’s übrigens auf den Social-Media-Kanälen des Entwicklers. Etwa 2300 Menschen folgen ihm bereits auf Instagram.