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: Elfjähriger gibt auf der Piste Vollgas

: Elfjähriger gibt auf der Piste Vollgas

Mit bis zu 100 Sachen über die Rennstrecke flitzen, den Rausch der Geschwindigkeit spüren und um einen der begehrten Plätze auf dem Siegerpodest kämpfen – was für viele Jugendliche nach einer spannenden Erfahrung klingen dürfte, ist für Tommie Lycklama à Nijeholt schon liebe Gewohnheit. Der elfjährige Korschenbroicher und gebürtige Mönchengladbacher fährt als Rookie erfolgreich in den national ausgetragenen ROK CUP Kartrennserien und startet nun beim internationalen Finale seiner Rennklasse in Italien.

Wenn er sich nicht gerade seiner großen Leidenschaft, dem Motorsport widmet, ist Tommie Lycklama à Nijeholt ein ganz normaler Elfjähriger. Der Junge mit zwei Staatsbürgerschaften, der deutschen und der niederländischen, besucht das Math. Nat. Gymnasium in Mönchengladbach, fährt in seiner Freizeit gerne Skateboard und praktiziert schon seit vielen Jahren Kempo Karte, hier hält er aktuell den braun-blauen Gürtel. Wenn Tommie allerdings in seinem Kart sitzt, dann wird aus dem Jungen der Rennfahrer, der bereits in seinem ersten Jahr in der ROK CUP Kartrennserie so richtig gut abgeschnitten hat: Als Rookie holte er nach zehn Rennen den dritten von insgesamt 34 Plätzen– und darf nun als Belohnung vom 14. bis 18. Oktober in Lonato (Italien) beim internationalen Kart Superfinale in der Klasse „ROK Mini“ an den Start gehen. „Natürlich bin ich darüber sehr glücklich und ich finde es sehr spannend, mich als Rookie in einem so großen, internationalen Fahrerfeld messen zu dürfen“, freut sich der junge Korschenbroicher.

Dass Tommie der Motorsport im Blut liegt, glaubt Detlef Schulz, der mit dem rheinischen Mach1 Rennteam DS Kartsport, das in Kleinenbroich beheimatet ist, das Nachwuchstalent technisch wie auch taktisch betreut. „Tommies Potenzial war schon 2019 bei den Probefahrten deutlich erkennbar, so dass er für die Saison 2020 in die direkte Fahrerauswahl kam“, berichtet der Teamchef, der natürlich auch in Italien dabei sein und seinen Fahrer mit viel Know-how unterstützen wird.

Die Begeisterung für den Motorrennsport wurde in Tommie schon sehr früh geweckt. „Seit ich mich erinnern kann, bin ich immer schon von Autos und Schnelligkeit fasziniert gewesen. Als ich mit acht Jahren dann einmal am Nürburgring Kart fahren durfte, gab es für mich nichts Schöneres. Ich begann regelmäßig bei RS Speedworld in Kaarst zu trainieren und nahm dann 2019 erfolgreich an den internationalen Kartrennen der Sodi World Series teil“, erinnert sich der Elfjährige. Ende 2019 machte Tommie dann den Schritt vom Vier-Takt- zum schnelleren Zwei-Takt-Kartsport, seitdem ist er auch bei DS Kartsport in Kleinenbroich. Seine Eltern und die Schule unterstützen den jungen Fahrer nach allen Möglichkeiten bei der Ausübung seines Leistungssports.

Wenn es eben geht, versucht der Nachwuchsfahrer jedes Wochenende zumindest einen ganzen Tag auf seiner Heimrennstrecke, dem Erftlandring in Kerpen, zu sein und dort seine Trainingsrunden zu drehen. Manchmal fährt er mit seinen Eltern aber auch über das Wochenende zu anderen Rennstrecken in Deutschland, um dort zwei Tage lang zu trainieren, vor allem, wenn dort Rennen anstehen. In der Woche sitzt Tommie zudem noch regelmäßig zu Hause am Simulator – um dranzubleiben und seine Hand-Auge-Koordination zu verbessern, wie er selbst sagt.

Tommies langfristiges Ziel ist es, irgendwann einmal in der Formel 1 zu fahren, ganz so wie sein großes Vorbild Max Verstappen. Dass dies sehr schwierig wird und es dafür Erfolge braucht, weiß der Elfjährige und hängt sich dementsprechend ordentlich rein.

Ob es für Tommie schon in Italien für einen Platz ganz vorne reicht, wenn sich dort auf dem South de Garda Karting-Track die weltbesten Fahrer messen, wird sich zeigen. Der junge Korschenbroicher selbst geht die Herausforderung zunächst mal ganz demütig, aber auch nicht ohne Ehrgeiz an: „Mein Ziel ist es, mich unter den letzten 34 Fahrern zu platzieren und im Finale zu starten. Dafür muss aber sehr viel zusammenkommen. Ich werde mein Bestes geben und hoffe natürlich, dass ich nicht Letzter werde. Außerdem will ich die Erfahrung einfach genießen.“