: Fair-O-Mat als Denkanstoß

Genau genommen ist die Zentralbibliothek die Keimzelle der Nachhaltigkeitsidee. Wo also könnte Mönchengladbachs erster Fair-O-Mat besser aufgehoben sein, als dort? Aus dem Automaten in der Caféecke kann man jetzt fair gehandelte Snacksziehen.

. Der Fair-O-Mat steht erst kurz in der Caféecke der Zentralbibliothek im Erdgeschoss, erste „Erhebungen“, welcher Snack am beliebtesten ist, gibt es aber schon: Der Riegel mit der Geschmacksrichtung Erdnuss-Krokant, der geht gut. Bibliotheksmitarbeiterin Angela Backes ist dafür zuständig, den Automaten im Auge zu behalten und dafür zu sorgen, dass die zehn Snacksorten nie ausgehen. Das Sortiment ist übrigens variabel. „Wenn andere Leckereien gewünscht sind, können wir darauf eingehen“, sagt Bibliotheksleiterin Brigitte Behrendt.

Kekse, Schokoriegel, Fruchtgummi – zwischen 1 und 2 Euro kosten die fair gehandelten Süßigkeiten. Und es gibt noch einige Besonderheiten: Der Automat ist nicht nur aus recycelten Einzelteilen zusammen gesetzt, also ein Upcyclingprodukt, sondern auch rein mechanisch. Wie bei alten Kaugummiautomaten funktioniert der Auswurf ohne Elektrik durch drehen eines Knopfes. Und ebenfalls wie beim Kaugummiautomaten muss das Kleingeld passend sein, weil der Automat nicht wechseln kann.

Die Idee für den Fair-O-Maten und die Kooperation mit dem Eine-Welt-Laden als Lieferanten hatte die Steuerungsgruppe Fairtrade Town der Stadt. „Es ist unser Anliegen, möglichst viele gesellschaftliche Bereiche in den Fair Trade-Gedanken einzubinden“, sagt Sabine Kolsdorf. Die Idee, den Automaten in der Bücherei aufzustellen, habe man bei „Engagement Global“, der Servicestelle für die Kommunen in der Einen Welt des Bundesministeriums für Zusammenarbeit und Entwicklung, eingereicht, so Kollege Eugen Godoj. Die hätten erst nicht verstanden, warum der Automat nicht in der Kantine stehe, wie in anderen Städten. „Aber wir haben bei der Stadt keine Kantine“, so Kolsdorf. Ohnehin sei der Standort Zentralbibliothek besser, wegen der Öffnungszeiten und weil jeder dort reingehen könne. Engagement Global ließ sich überzeugen und übernahm die 2000 Euro für die Anschaffung des Automaten .

In der Bibliothek gibt es seit geraumer Zeit auch einen Kaffeeautomaten mit zwölf verschiedenen Sorten vom Espresso über Latte Macchiato bis zur Trinkschokolade (alles für 50 Cent). Außerdem kann man dort alte Schallplatten abgeben. „Bei uns rennt man mit dem Fair- und Nachhaltigkeitsthema offene Türen ein“, sagt Brigitte Behrendt, die als eine ihrer ersten Amtshandlungen seinerzeit die Einwegbecher gegen Porzellantassen ersetzt hat. Sie hofft, dass durch solche kleinen Aktionen der Fair-Trade-Gedanke bei den 800 bis 1000 Besuchern täglich hängen bleibt. „Für uns im Eine-Welt-Laden kann die Bibliothek auch ein Multiplikator sein“, so Franz Scherer, Ehrenamtler im Eine-Welt-Laden.

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