: Gesattelt für Sankt Martin

Jetzt sind es nur noch wenige Tage, dann finden rund um den Martinstag am 11. November wieder in ganz Mönchengladbach die Martinszüge statt. Bunte Laternen, Kinder, die Martinslieder singen – und vorneweg: Sankt Martin hoch zu Ross. Wer übernimmt die Rolle eigentlich?, haben wir uns gefragt – und eine Martins-Frau gefunden...

Nanu, die kennen wir doch vom Ponyhof Hardter Wald. Als wir erfahren, dass Ponyhof-Besitzerin Katharina Wildenberg Jahr für Jahr den Sankt Martin spielt, freuen wir uns aufs Wiedersehen.

Katharina, welche Deiner Pferde sind Sankt-Martinspferde und wer reitet die?

  • St. Martin in Meerbusch : Endlich wieder Martinszüge
  • Präsentieren die Martinstüten (v.l.): Bertram Hoogen (Dülkener St. Martinsverein), Clemens Roosen (Volksbank Dülken) sowie Cony Ringendahl und Andreas Goßen (DülkenBüro).
    : St. Martin hat was versteckt
  • Leider konnte der St. Martinszug am vergangenen Donnerstag nicht durch die Straßen Neersens ziehen.
    : Kein Martinszug durch Neersen

Ich habe zwei Pferde, die Sankt-Martins-Züge mitlaufen können, beides Welsh Ponys, die kein Problem mit vielen Menschen und lauter Musik haben. Grundsätzlich reite ich als Sankt Martin selbst, weil es eine Ausnahmesituation ist und das Pferd den Reiter kennen sollte. Es gibt aber Ausnahmen, bei denen Kinder den Sankt Martin spielen dürfen.

Das ist sicher viel Aufwand – warum machst Du das?

Ich finde, auf einen richtigen Sankt Martinszug gehört ein Pony, das die Kinderaugen strahlen lässt. Ich habe es als Kind auch geliebt.

Wer unterstützt Dich?

Meine Mutter Andrea Wildenberg begleitet uns meistens und unterstützt mich, da ich auch immer Lampenfieber vorher habe. Sie passt auf, dass ein wenig Abstand gehalten wird und das Pony mit Möhren versorgt ist. Tabea Engels spielt oft den Bettler und hilft mir vorher mit dem Verladen und dem Saubermachen des Ponys.

Wann geht es los?

Dieses Jahr geht es am 4.11. mit der Primus Schule in Viersen/Dülken los, wo wir seit Jahren mitmachen. Ich liebe es, dort mit meinem Pony „Satan“ zu reiten, es gibt immer fantastische selbstgemachte Laternen, ein Wahnsinns-Lichtermeer.

Bei welchen Martinszügen machst Du noch mit?

Am 5.11. sind wir in einem Seniorenzentrum in Bettrath, am 6.11. in der Kita Stadtblümchen in Gracht, am 7.11. in Burgbongert sowie in einer Kita in Mühlfort, wo meine Schwester Aileen und meine Freundin Laura mit Pony „Maddox“ unterwegs ist. Am 8.11. sind wir in der Flohkiste, am 9.11. in der Kita Flummi, am 13.11 in der Kita Nimmersatt, am 14.11 bei den Wilden Hummeln – und am 15.11 bin ich in meiner eigenen Kita, dem Kinder- und Familienzentrum Pfiffikus.

Das Rabimmelrabammelrabumm, die Lichter – bedeutet das keinen Stress für die Pferde?

Grundsätzlich sind Pferde Fluchttiere. Lärm, Dunkelheit usw. sind eigentlich nichts für sie. Aber „Satan“ ist ein Pferd, das es nicht stört, er schnuppert an den Laternen und liebt es von allen betüddelt und gestreichelt zu werden. Je mehr Leute da stehen, umso besser ist es.

Übt Ihr das vorher – mit Mantel und Musik?

Vor Jahren haben wir es geübt. Die Fußgänger haben vielleicht geguckt, als wir vor und hinter dem Pferd mit Töpfen, Pfannen und Kochlöffeln Krach gemacht haben. Die haben bestimmt gedacht, wir spinnen, aber eine Kapelle hatten wir ja nicht zum Ausprobieren. (Lacht.)

Die Laternen-Kinder wollen doch sicher das Pferd streicheln – ist das okay?

Ich finde es toll, wenn die Kinder kommen und fragen, und natürlich dürfen sie „Satan“ auch streicheln, wichtig ist, dass man nicht von hinten kommt, sondern von der Seite, so dass er schnuppern kann und dann gestreichelt wird.

Worauf freust Du Dich am meisten?

Am schönsten ist der Moment der Mantelteilung, wenn alle beieinander stehen, gemeinsam gesungen wird, ich dann bei den Kindern vorbeireite und sie mich mit großen Augen anschauen. Sie streicheln dann ganz behutsam mein Pony. So Momente sind für mich kostbarer als alles Geld der Welt.

Was ist Dein liebstes Martinslied?

Ich liebe das Lied „Sankt Martin, Sankt Martin...“ und „Durch die Straßen auf und nieder“.