: Helfen, weil es Spaß macht

Einfach zum Freiwilligen Zentrum gehen, sich beraten lassen und zack hat man ein Ehrenamt, einen freiwilligen sozialen und unentgeldlichen Job, den man auch jederzeit wieder kündigen kann. Wenn mehr junge Leute wüssten, wie einfach das ist, würden mehr mitmachen, sagt Ehrenamtlerin Johanna Sommer, 30. Aus Anlass des morgigen Tages des Ehrenamtes haben wir mit ihr gesprochen.

. Wenn Johanna Sommer sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht sie es durch. Ehrenamt, was Soziales machen, etwas für die Gemeinschaft tun, gesellschaftlich aktiv sein, das war ihr Ziel. Eigentlich schon während ihres neunmonatigen Studienaufenthaltes in Australien. „Aber da ist Ehrenamt schwierig“, sagt sie, da müsse man Zertifikate vorweisen, die die 30-jährige nicht hatte. Zurück in Deutschland griff die angehende Geowissenschaftlerin das Thema wieder auf. „Ich schreibe gerade an meiner Doktorarbeit, da bleibt genug Zeit“, sagt sie.

Im Freiwilligen Zentrum des Caritasverbandes fand sie die richtige Anlaufstelle und eine tolle Beratung bei Mitarbeiterin Angela Mirbach. „Wir haben viele Fragen geklärt, über meine Vorlieben und Hobbys gesprochen“, sagt Johanna Sommer. Ihr sei es auch wichtig gewesen, dass das Ehrenamt nicht so weit entfernt ist, von ihrer Wohnung.

Aus der Beratung ging Johanna Sommer mit gleich zwei Ehrenämtern raus: In der Paul-Moor-Schule zur Förderung geistiger Entwicklung, hilft sie bei der Versorgung der Tiere, die im tiergestützten Unterricht eingesetzt werden, assistiert beim therapeutischen Reiten und hilft, den jährlichen Herbstmarkt vorzubereiten. „Ich bin selbst mit Pferden, Hunden, Katzen Hühnern aufgewachsen“, sagt sie und freut sich, dass sie mit Kindern fast aller Altersstufen zu tun hat.

An zwei weiteren Tagen in der Woche geht es ins Wohn- und Pflegezentrum Hehn. Hier sind viele schon jenseits der 70 oder sogar 80. Je nach Wochenprogramm wird gebastelt, gesungen, mit den Senioren aus gegangen oder einfach nur zugehört. „Wir werden alle mal alt“, sagt Johanna Sommer und empfindet es als Bereicherung, am Leben der Senioren teilzuhaben.

Die Studentin gehört zu den wenigen Ehrenamtlern zwischen 20 und 30, aber sie ist sich sicher, wenn entsprechend Werbung gemacht würde, könnten sich mehr junge Leute zum Ehrenamt entschließen. „Es macht viel Spaß und keiner macht einem Druck“, sagt sie, wenn sie mal nicht könne, gäbe es da niemanden, der murrt. Im Gegenteil seien alle dankbar für jeden Tag, den man komme.

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