: Ist das jetzt nur alt oder ist das oll?

: Ist das jetzt nur alt oder ist das oll?

„Ohne unsere Spender gäbe es uns nicht“, da sind sich Volksverein und Hephata einig. Aber nicht alles, was „noch ganz gut“ sei, würde in den Secondhand-Läden auch noch einen Käufer finden. Hephata und Volksverein möchten mehr Bewusstsein für die Wiederverwertbarkeit von Sachspenden schaffen – in einer Stadt, in der Abgeben eine lange Tradition hat.

Röhrenfernseher, Kassettenrekorder, VHS-Kassetten, Handys aus den Anfangszeiten des Mobiltelefons, vergilbte Bücher mit Kellergeruch, beschädigte Kleidung ... es gibt so einiges, was auch in einem Secondhand-Laden keinen Käufer mehr findet, obwohl es eigentlich „noch ganz gut“ ist. Doch das zu unterscheiden, ist nicht ganz einfach. Hephata und der Volksverein möchten bei den Spendern mehr Bewusstsein dafür schaffen, welche Spenden tatsächlich noch einen Käufer finden. „Man kann sich einfach fragen, ’würde ich das noch meinen Freunden schenken?’ oder ’würde ich es selber kaufen?’“, sagt Peter Settele, Vertriebsleiter beim Volksverein. Diese einfache Überlegung helfe oft schon, die Spreu vom Weizen zu trennen.

„Manche unserer Spender rufen vorher an und viele haben auch Verständnis, wenn wir erklären, warum wir einen Gegenstand nicht brauchen können“, sagt Elke Ipp, Abteilungsleiterin bei Hephata. Den Ärger darüber, den Weg mit vollem Kofferraum umsonst zu machen, wollen Volksverein und Hephata den Spendern aber unbedingt schon im Vorfeld ersparen.

„Das Problem ist, dass wir viele Jahre lang einfach alles angenommen haben“, sagt Volksvereins-Chef Matthias Merbecks. Früher hätte die Stadt ja auch für sie alles Unbrauchbare kostenlos entsorgt. Doch die Zeiten hätten sich geändert. Die beiden Unternehmen, die seit Jahren Seite an Seite gemeinnützig arbeiten und Menschen beschäftigen, die auf dem Arbeitsmarkt sonst schlechte Karten haben, müssen jetzt alles, was sie nicht verkaufen können, kostenpflichtig entsorgen. „Wir sind nicht reich, das ist für uns ein Problem“, sagt Merbecks, das schmälere den Erlös für die soziale Arbeit.

Doch nicht immer ist es einfach, zwischen retro, antik und unbrauchbar zu unterscheiden: VHS-Kassetten zum Beispiel finden heute keinen Absatz mehr, für Schallplatten dagegen gibt es eine große Sammlerszene. Der Volksverein hat einen Flyer rausgebracht, der Brauchbares und Unbrauchbares auflistet. „Im Zweifel vorher anrufen“, sind sich Hephata und Volksverein einig. Wenn es um Möbel oder andere große Gegenstände gehe, sei es auch sinnvoll, vorher ein Foto zu mailen.