: Mönchengladbach mal anders

„111 Orte in Mönchengladbach, die man gesehen haben muss“ lautet der Titel eines Buches, das jetzt erschienen ist. Die Autorinnen – die Journalistin Garnet Manecke und die Germanistin Vera Anders – leben beide seit vielen Jahren in der Vitusstadt und haben einen Stadtführer vorgelegt, der neue Sichtweisen auf bekannte Gladbacher Örtlichkeiten ermöglichen will. Thomas Hippel sprach mit Garnet Manecke.

Frau Manecke, was können die Leser von Ihrem Städteführer erwarten?

Es geht uns nicht darum, mit diesem Buch einfach nur die typischen Mönchengladbacher Sehenswürdigkeiten zu präsentieren. Stattdessen wollen wir neben den bekannten auch die unbekannten Orte und ihre Geschichten vorstellen. Und wenn wir die gängigen Gladbacher Sehenswürdigkeiten in den Blick nehmen, dann aus einem anderen, für die meisten sicher weniger bekannten Blickwinkel heraus.

Könnten Sie das an einem Beispiel erläutern?

Eine typische Mönchengladbacher Sehenswürdigkeit ist ja zum Beispiel das Münster. Anders als es ein normaler Stadtführer tun würde, behandeln wir nicht dessen Entstehungsgeschichte oder beleuchten die inzwischen berühmte, auf jeder Stadtführung erzählte Geschichte, dass Joseph Beuys an Karfreitag 1972 das Wort „Exit“ in das Holztor des Gotteshauses ritzte und so Kunst schuf. Nein, wir legen den Fokus auf ein spannendes Detail, das auch vielen Gladbachern sicher nicht bewusst sein dürfte.

Und das wäre?

In diesem Fall galt unser Hauptaugenmerk einem Wasserspeier des Künstlers Thomas Virnich aus dem Jahr 1998/99. Damals musten zwei der elf Wasserspeier ersetzt werden. Virnich wählte hierfür eine Schlange, deren lächelndes Gesicht über den Geroplatz schaut. Geht man um das Gebäude herum, sieht man, wie sich der Schwanz der Schlange auf der Nordostseite des Chores aus der Mauer schlängelt – eine schöne kleine Kuriosität.

An welche Zielgruppe wenden Sie sich?

Wir wollen zum Einen die Mönchengladbacher ansprechen, die hier schon wohnen und die ihre Stadt kennen, wenn auch noch nicht aus jeder Perspektive, aber natürlich auch diejenigen, die gerade erst hierhergezogen sind und die Stadt gerne mit all ihrem Charme entdecken wollen.

Wie ist die Idee zu dem Städteführer entstanden?

Bei „111 Orte, die man gesehen haben muss“ handelt es sich um eine Buchreihe, in der schon verschiedene Städte wie etwa Berlin, Paris oder Barcelona vorgestellt wurden. Von daher befindet sich Mönchengladbach jetzt in gewisser Weise auf Augenhöhe mit den großen Metropolen. Die Idee hinter dem Buch stammt somit aber nicht von uns. Vielmehr wollte der Verlag auch einen entsprechenden Stadtführer für Mönchengladbach herausbringen und ist dann über eine Kollegin auf uns zugekommen.

Welches sind Ihre persönlichen Highlights in dem Buch?

Mein Favorit ist ja der geografische Mittelpunkt von Mönchengladbach. Der liegt nämlich weder, wie viele Rheydter sagen würden, im Bereich zwischen evangelischer Hauptkirche und der katholischen Kirche St. Marien noch, wie viele glauben, in dem Stück Hindenburgstraße zwischen Altem Markt und Europaplatz. Der geografisch messbare Mittelpunkt liegt tatsächlich mitten auf einem Feld im Stadtteil Rheindahlen-Land – zu finden unter den Koordinaten 51 Grad, zehn Minuten nördlicher Breite und sechs Grad, 24 Minuten östlicher Länge. Weitere Highlights waren für mich die Rennstrecke der NitroManiacs, die sich mit ihren RC-Modellrennwagen am Flughafen heiße Rennen liefern, sowie das Archäologische Museum im Wasserturm in Rheindahlen.