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Mönchengladbacher Einzelhandel: Shopping mit Termin und Coronatest

Wie gut läuft „Click & Meet“ in MG? : Kein Test – kein Shopping

Mönchengladbach gehört zu den „glücklichen“ Städten, die in NRW die Testoption nutzen können. Das heißt: der Einzelhandel (auch Nicht-Lebensmittel) darf trotz gestiegener Coronazahl weiter Termin-Shopping anbieten – seit Montag allerdings nur noch bei Vorlage eines negativen Coronatests. Aber wie gut läuft das „Click & Meet“ in der Praxis? Macht der Aufwand Sinn? Der Extra-Tipp hat nachgefragt.

Inzidenz unter oder über 100 – von kleinen Klopapier-Engpässen einmal abgesehen, ist für die Versorgung mit Lebensmitteln & Co. immer gesorgt – und die zugehörigen Händler auf der sicheren Seite. Wer dagegen mit so „unwichtigen“ Dingen wie Hosen, Betten, Büchern oder HiFi-Geräten handelt, lebt seit über einem Jahr mit Öffnungsbeschränkungen und Total-Lockdowns.

Seit dem 8. März ist auch in Gladbach Terminshopping in den nicht systemrelevanten Branchen möglich. Ein Option, die viele Händler trotz aufwendiger technischer Umrüstung und Organisation nutzen.

Für das Lenders Gartencenter hat sich die Anstrengung gelohnt. „Wir haben das in einer Hauruck-Aktion umgesetzt, die Terminbuchungsmaske programmiert, ein Konzept für den Eingang entwickelt und Personal dafür abgestellt“, erklärt Geschäftsführer Reimund Esser. „Dass das bei uns gut funktioniert, liegt aber auch daran, dass gerade nicht Winter, sondern Frühling ist“, fügt er hinzu. „Die Leute wollen jetzt was im Garten tun!“ Ob auch das nicht systemrelevante Sortiment (Gartenmöbel, Deko etc.) per „Click & Meet & Negativ-Test“ geöffnet wird, darüber wird noch entschieden.

Im großen Ganzen zufrieden ist man auch beim Elektrofachmarkt Gebr. Geiser in Odenkirchen. „Das ist natürlich eine andere Kundenfrequenz im Laden“, sagt Geschäftsführer Manuel Wirth. „Doch neben drei, vier Kunden täglich, die sich für einen Termin testen lassen, läuft viel per ‚Click & Collect’. An manchen Tagen haben wir bis zu 100 Anrufe!“

Eine Erfahrung kristallisiert sich heraus: Wer bereit ist, erst einen Termin zu machen und sich in einem Testzentrum testen zu lassen, der lässt auch Geld im Geschäft. „Bummelkunden“ gibt es kaum. Auf „rund 95 Prozent“, schätzt Gebr. Geiser-Geschäftsführer Wirth den Anteil kaufender Terminkunden. Beim Media Markt in Mönchengladbach ist das nicht anders. „Mit dem „Click & Collect“ und Termin-Shopping hat es eine Woche gedauert, aber seitdem wird es gut angenommen“, sagt Geschäftsführer Lars Plagmann. „Mit dem Test wird es genauso sein. Das braucht eine Weile, bis es sich eingegrooved hat.“

Gut eingespielt hat es sich auch bei Möbel Schaffrath. „Das Terminshopping läuft generell sehr gut“, so Verkaufsleiter Oliver Sperling. Dass nicht nur viele Kunden mit fester Kaufabsicht kommen, sondern auch solche, die nur durch die Ausstellung bummeln möchten, sei durch das besondere Schutzmaßnahmen-Konzept entspannt und ohne Zeitdruck möglich. Als besonders praktisch erweist sich bei Schaffrath das Testzentrum auf dem Parkplatz. „Kunden haben dort die Möglichkeit, sich kostenlos und ohne Termin testen zu lassen und anschließend direkt zu uns zu kommen.“

In der Bekleidungsbranche scheint bei der Entscheidung für ein Terminshopping noch ein anderer Faktor mitzuspielen. Gabriele Wiehe, Geschäftsführerin bei „das macht SiNN“, berichtet von einem guten Start nach der Wiedereröffnung: „Wir hatten gut zu tun, das Wetter spielte mit, die Leute waren gut drauf und neugierig auf die Frühlingskollektionen.“ Auch die Terminbuchung habe hervorragend geklappt. Mit steigenden Zahlen und der Verunsicherung durch die bundesweit unterschiedlichen Regelungen sei die Kundenfrequenz jedoch dramatisch zurückgegangen. Am Montag, dem ersten Tag, an dem ein negatives Testergebnis erforderlich war, seien knapp 40 Kunden über den Tag verteilt gekommen. Das ist bei 4 000 Quadratmetern Verkaufsfläche sehr wenig, und wenn man den Aufwand mitrechnet, erscheint das kaum lohnenswert. Aber Gabriele Wiehe freut sich über „jeden, der kommt“. Und um den Kunden den Besuch künftig leichter zu machen, treffe man derzeit Vorbereitungen für eine hauseigene Teststation. Das macht Sinn, kann man da nur sagen – und alle ermutigen, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen.

Der Mönchengladbacher Einzelhandel darf auch bei einer Inzidenz über 100 einer begrenzten Anzahl von Kunden Terminshopping anbieten (max. ein Kunde/40 m2). Seit dem 5. April ist der Zutritt nur mit negativem Schnelltest (kein Selbsttest, nicht älter als 24 Stunden) erlaubt.