: Platz fertig – mit Baum und Vitus

Eine leichte Geburt war es nicht, man erinnere sich nur an die Streitfrage: Bäume weg oder nicht? Jetzt ist die Umgestaltung des Edmund-Erlemann-Platzes abgeschlossen und alle sind zufrieden. Alle? Na, auf jeden Fall die am Projekt Beteiligten...

Letztlich sind nun doch ein paar Bäumchen der großen Sache gewichen. Auf der anderen Seite ist der große Baum stehen geblieben – der, auf dem die Vögel so gern sitzen und munter auf den Sonnenschirm des St. Vith... Na, Sie wissen schon.

Michael Hollmann, Geschäftsführer der Bolten-Brauerei und des St. Vith, sieht’s entspannt: „Es war wichtig, den Baum zu erhalten“, sagt er und freut sich über die gelungene Umsetzung des Projekts. „Es war eine schwere Geburt, aber es ist ein schönes Kind daraus geworden.“

Zusammen mit den anderen Sponsoren, Georg Walendy (Alberto) und Burkhard Wingerath (Sparkasse) sowie mit dem Stadtdirektor und Technischen Beigeordneten Dr. Gregor Bonin posiert er um die zentral auf einen Sockel gestellte St.-Vitus-Bronzefigur des Erkelenzer Bildhauers Peter Haak von 1961.

Auch Bonin zeigt sich zufrieden. Aus zwei Gründen schlage das Herz eines Stadtplaners höher: Erstens sei es ein fantastischer Platz geworden. Und zweitens sei es keine reine städtische Planung, sondern ein Projekt auch der Anlieger gewesen.

Doch was ist alles neu am Platz? Neben dem St. Vith wurde eine Mauer abgerissen und der Außenbereich großzügiger gestaltet. Über eine Rampe zum Haupteingang der Citykirche kommt man nun auch barrierefrei zum St. Vith. Vor der Stadtsparkasse wurden Fahrradständer, Telefon, Laternen und Masten entfernt – für eine aufgeräumte Optik. Die Mauer zwischen Edmund-Erlemann-Platz und dem Alten Markt ist ebenfalls weg, der Höhenunterschied wurde durch Stufen aus Naturstein überbrückt. Der Platz selbst hat eine wassergebundene Wegedecke bekommen.

Und: Die Vitus-Skulptur ist vom Schalenbrunnen ins Zentrum des Platzes und der Aufmerksamkeit gerückt worden – sie steht jetzt auf einer Stele. Steinbildhauer Werner Jacobs hat sie geschaffen. Für ihn war es „eine besondere Ehre, die Stele für den Schutzheiligen der Stadt zu entwerfen“ – und für den Platz ein echter Gewinn: „Der Vitus ist jetzt deutlich sichtbarer.“

Georg Walendy und Burkhard Wingerath zeigen sich überzeugt davon, dass die Umgestaltung des Edmund-Erlemann-Platzes für eine Belebung der oberen Hindenburgstraße sorgen wird. „Dieser Platz ist ein Blickfang und lädt zum Verweilen ein“, sagt Burkhard Wingerath. Und Georg Walendy schwärmt: „Die Neugestaltung des Edmund-Erlemann-Platzes ist ein guter Startschuss zur Aufwertung des gesamten oberen Innenstadtbereiches.“

Der finanzielle Aufwand hat sich nach Einschätzung der Beteiligten gelohnt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 480000 Euro, davon fallen 70000 Euro auf die Sponsoren, so Bonin. „Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und die Unterstützung der Unternehmerschaft ist uns besonders wichtig. Dieses Engagement ist das Fundament für eine zielgerichtete und zukunftsfähige Stadtgestaltung in Mönchengladbach.“

Pragmatischer geht es die Betreiberin des St. Vith, Tanja Wallenfang, an. „Am 16. Juli kommt die neue Bestuhlung. Dann haben wir Platz für 200 Gäste und ein Biergartenflair wie in Süddeutschland.“

Davon und von dem schönen neuen Platz überzeugt sich am besten jeder selber.