Studentfilm: Regisseur Florian Schmitz spricht über Projekt "Pirschen"

Filmprojekt „Pirschen“ : Inspiriert durch Jagdausflüge

Der in Mönchengladbach geborene Regisseur und Drehbuchautor Florian Schmitz dreht Ende April, im Zuge eines Projekts der Kunsthochschule für Medien Köln, den Kurzfilm „Pirschen“ in seiner alten Heimat.

Hierfür wird noch ein neun- bis elfjähriger Hauptdarsteller gesucht. Im Gespräch mit dem Extra-Tipp spricht der junge Filmemacher über das Filmprojekt, die Filmarbeit im Allgemeinen, seine Anfänge und darüber, was der gesuchte Jungdarsteller mitbringen sollte.

Was ist die Idee hinter dem Film „Pirschen“ und wie ist sie entstanden?

Florian Schmitz: „Pirschen“ handelt von dem Vater August, der mit seinem zehnjährigen Sohn Finn auf die Jagd zieht. August will dadurch eine engere Verbindung zu seinem Sohn schaffen, ihn beeindrucken und für die Jagd sensibilisieren. Aber Finn ist daran nicht interessiert. Finn leidet unter einer Epilepsie und versucht herauszufinden, was mit ihm nicht stimmt. Der Vater müsste an der Stelle für seinen Sohn da sein, doch er ist überfordert, fühlt sich machtlos und so bleiben beide gemeinsam in einem Zustand der Schwebe, aus dem sie sich befreien müssen. Die Grundidee zu Pirschen kam eigentlich als Nebenprodukt zu einem anderem Projekt. Ich hatte vor anderthalb Jahren für meine Filmschul-Bewerbungen eine Geschichte für einen Langfilm geschrieben, die im Jagdmilieu spielte. Für eine weitere Aufgabe musste ich noch einen Kurzfilm entwickeln. Till Gombert, der den Film nun produziert, riet mir damals, doch in diesem Thema zu bleiben, da ich mich dort bereits stark eingearbeitet hatte. Ich dachte dann darüber nach, meine erste Kindheitserfahrung mit der Jagd niederzuschreiben. Mein Vater ist ebenfalls leidenschaftlicher Jäger und hat mich oft mitgenommen. Ich habe überlegt, was es ihm bedeutet haben könnte, und was bei mir davon angekommen ist. Natürlich hat sich das Drehbuch seit dem aber auch entwickelt und von meiner eigenen Biografie entfremdet.

Was ist die besondere Herausforderung bei einem Kurzfilm ?

Ich empfinde es tatsächlich als sehr schwierig, mich auf eine Aussage zu beschränken. Ein Setting, die Figuren und die Handlung machen einen Raum auf, in dem sehr vieles erzählenswert sein kann. Bei einem längeren Projekt kann man diesen Raum erkunden, kleinere Abschnitte beleuchten und sich von den Figuren leiten lassen. Das sollte man beim Kurzfilm auch, nur setzt man sich selbst leichter unter Druck, die Kernaussage auf den Punkt zu treffen. Das kann die Figuren schnell zu einem Instrument werden lassen, wenn man nicht aufpasst.

Wodurch wurde bei Ihnen persönlich die Begeisterung für das Thema Film geweckt? Was waren Ihre ersten Berührungspunkte mit der Materie bzw. was waren Ihre ersten Gehversuche in dem Bereich?

Mir hat sich nach der Schulzeit mit Nachdruck die Frage gestellt, was ich nun mit meinem Leben machen möchte. Ich war damals sehr ratlos, wollte aber auf jeden Fall etwas praktisches lernen, an dem ich in Zukunft viel entdecken könnte und den Spaß nicht verliere. Ich habe damals viel Musik gemacht und Filme geschaut. Allerdings habe ich mich nicht in einer Musikhochschule gesehen. Vom Filmemachen hatte ich gar keine Ahnung und habe deshalb bei einem Praktikum bei einer Kölner Studentenproduktion einen ersten Einblick erhalten. Die Arbeit im Team hat mich total begeistert und ich wollte einfach dabei bleiben. Dann habe ich mich an dieser Schule beworben, dort erste Kurzfilme gedreht, die mehr schlecht als recht waren, und schließlich auch mit einem Bachelorfilm abgeschlossen, den ich bis heute sehr mag.

An welchen Orten wird in Mönchengladbach gedreht und warum eigenen diese sich für den Film so gut?

Da unser Film hauptsächlich im Wald spielt, werden wir vor allem im Umland von Mönchengladbach drehen. Durch meinen Vater kenn ich die Gegend schon etwas. Außerdem war uns auch wichtig, einen regionalen Bezug einzubringen. Den Niederrhein wird man durch die flachen Mischwälder und angrenzende Agrarwirtschaft sicherlich gut erkennen können. Der Kameramann Tim Pfeffer kommt auch aus der Region und dadurch steht uns natürlich eine gewisse Infrastruktur zur Verfügung. Wir haben Freunde und Familie dort und sind ortskundig.

Was muss der Darsteller, den Sie für den Film suchen, mitbringen, um die Rolle spielen zu können?

Der Darsteller den wir für die Rolle des Finn suchen, sollte zunächst zwischen neun und elf Jahren alt und männlich sein. Aber darüber hinaus ist mir wichtig, dass er einfach Lust aufs Schauspielern mitbringt und sich auf uns einlassen kann. Schauspielerfahrung ist absolut kein Muss. Ich glaube, dass einfach ein grundsätzliches Interesse und eine Offenheit dafür, im Spiel Sachen auszuprobieren eine Grundlage sind, um sich der Rolle anzunehmen. Wir haben natürlich auch ein ernstes Thema gewählt, aber auch so etwas zu spielen kann und soll dem jungen Darsteller Spaß machen.

(StadtSpiegel)