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Volksverein Mönchengladbach Jahresbilanz 2020

Volksverein präsentiert Jahresbilanz 2020 : „Wir sind gnadenlos optimistisch“

Hinter Matthias Merbecks, Stefanie Neumann und Peter Settele liegt ein schwieriges Jahr 2020. Die Corona-Pandemie hat dem Leitungsteam viel abverlangt, um „Verantwortung“ für die Menschen im Volksverein und seine Mitarbeiter*innen zu übernehmen. Trotzdem blickt das Trio „gnadenlos optimistisch“ in die Zukunft.

Von einem „riesigen Unterstützungbedarf bei persönlichen Angelegenheiten“ berichtet Stefanie Neumann, Leiterin des Sozialdienstes. Türen von Behörden und Ämtern blieben coronabedingt zu, Besuche vor Ort waren nicht mehr möglich. Ein echtes Problem für Menschen, die weder mit Smartphone noch Computer umgehen können oder erhebliche Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten haben. Hierauf will der Volksverein reagieren und sein Bildungsangebot überarbeiten, „so was müssen die Menschen lernen“, betont Stefanie Neumann.

Irgendwie miteinander in Kontakt bleiben, ein wichtiges Anliegen für den Volksverein während des Lockdowns. Deshalb gab es über facebook Live-Videos mit verschiedenen Koch-, Bewegungs- und Kreativangeboten, aber auch eine Talktime mit Informationsangeboten. Darüber hinaus standen Ansprechpartner*innen des Sozialdienstes flexibel für Gespräche zur Verfügung. „Unsere Mitarbeiter*innen mussten viel Initiative zeigen“, betont Matthias Merbecks, Geschäftsführer des Volksvereins. Das sei nicht immer leicht gewesen, zumal alle 25 hauptamtlichen Kräfte zwei Monate in Kurzarbeit geschickt werden mussten. „Aber wir haben alle Arbeitsplätze erhalten können, insbesondere die der Langzeitarbeitslosen in den Beschäftigungsangeboten“, so Merbecks.

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Arbeit bietet der Volksverein in seiner Holzwerkstatt, in der Möbelhalle auf der Geistenbecker Straße 107, beim Straßenrandreinigungsprojekt Clean Up, bei der Herstellung von Rapsöl, im Bereich Hauswirtschaft und natürlich in den fünf Secondhand-Shops. „Vom eigentlichen Verkaufen haben sich die Aufgaben in 2020 deutlich mehr in Richtung Organisation verlagert“, berichtet Vertriebsleiter Peter Settele. Hygienekonzepte umsetzen, Abstände kontrollieren, Anzahl der zulässigen Kundeninnen und Kunden prüfen – „alles Dinge, die zuerst einmal gelernt werden mussten“.

Eine Veränderung gab es im Bereich Containerleerung: Da die KAB sich aus dem Altkleidergeschäft zurückgezogen hat, führt jetzt der Volksverein die Sammlungen durch. „An diesem Bereich hängen Arbeitsplätze, deshalb machen wir weiter“, sagt Merbecks.

Weitermachen, durchstarten – im Volksverein gibt sich das Leitungsteam „gnadenlos optimistisch“. In der Schublade liegen bereits Pläne für ein neues Projekt, um die Fahrradwege im Stadtgebiet in Schuss zu halten. Zehn neue Arbeitsplätze sollen so entstehen. Die Mitarbeiter*innen beheben kleine Schäden im Belag, beseitigen Scherben, stellen Pannenkästen auf, überprüfen Beschilderungen usw. Im Moment laufen die letzten Abstimmungen mit der mags, aber im Spätherbst soll es losgehen.

Für das kommende Jahr stehen die Zeichen auf Wachstum. Nach den sparsamen Jahren 2020 und 2021 sollen notwendige Investitionen im Bereich Fuhrpark/E-Mobilität erfolgen, außerdem sucht der Volksverein eine weitere Möbelhalle in Mönchengladbach, möglichst mit Parkplätzen und zu erschwinglichen Preisen. „Wir zeigen ganz praktisch, was man gegen Arbeitslosigkeit tun kann“, bringt es Matthias Merbecks auf den Punkt.