: Weniger Straftaten in 2019

Das vierte Jahr in Folge eine sinkende Gesamtkriminalität, die Zahl der Wohnungseinbrüche im selben Zeitraum halbiert und weniger Gewaltdelikte, dafür eine leicht angestiegene Straßenkriminalität und ein neues Rekordhoch bei den Sexualdelikten – das ist die kriminalstatistische Bilanz für Mönchengladbach in 2019.

Insgesamt sind im vergangenen Jahr 19542 Straftaten im Stadtgebiet bekannt geworden, das sind 396 Fälle (1,99 Prozent) weniger als noch im Jahr zuvor. Da die Zahlen nun schon das vierte Jahr in Folge rückläufig sind, spricht Manfred Joch, Leiter Direktion Kriminalität bei der Polizei Mönchengladbach, von einer „signifikanten Entwicklung“, auch wenn die Aufklärungsquote – hier ist ein Minus von 3,8 Prozent zu verzeichnen – schon beträchtlich eingebrochen sei. Das liege, wie Joch erklärt, vor allem daran, dass in 2019 weitaus weniger Ladendiebstähle in der Statistik auftauchen. „Da ist die Aufklärungsquote ja normalerweise sehr hoch, da man in der Regel direkt einen Beschuldigten hat. Geht die Zahl solcher Fälle aber zurück, macht sich das natürlich gleich in den Aufklärungszahlen bemerkbar.“

Als hoch stuft Joch den Zuwachs bei den Sexualdelikten ein. Speziell beim Besitz und der Beschaffung von Kinderpornografie sei ein Anstieg von 14 auf 35 Fälle binnen eines Jahres zu verzeichnen. Dies sei aber nicht zwangsläufig negativ zu bewerten, da in diesem Bereich inzwischen eben auch verhältnismäßig mehr Straftaten bekannt würden. „Gerade die Arbeit des National Center for missing and exploited Children in den USA, dessen Mitarbeiter das Internet regelmäßig durchforsten und auch die hiesigen Beamten dann mit Hinweisen versorgen, haben uns hier auf die Spur vieler Täter gebracht“, erklärt Joch.

Über das beste Ergebnis seit zehn Jahren freut man sich bei der Polizei mit Blick auf die Zahlen zur Gewaltkriminalität. So gab es in 2019 nur 732 Fälle, das entspricht einem Rückgang um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Tötungsdelikte habe es hier vergleichsweise wenige gegeben, den sieben Fällen aus 2018 stehen in 2019 lediglich ein zwei Fälle von Totschlag und eine fahrlässige Tötung gegenüber. Dass die Straßenkriminalität um 4,3 Prozent gestiegen sei, sei derweil bedauerlich, allerdings handele es sich hier, wie Joch betont, laut Statistik immer noch um den zweitniedrigsten Wert der letzten Dekade.

Positive Nachrichten können die Beamten in Sachen Wohnungseinbrüche vermelden. Hier setzte sich die vor vier Jahren einsetzende Entwicklung sinkender Zahlen weiter fort. Von 826 Fällen in 2016 hat man sich sukzessive auf einen neuen Tiefstwert von 478 Taten runtergearbeitet. „Gründe sind hier zum einen die gestiegenen polizeilichen Aktivitäten, aber zum anderen beobachten wir darüber hinaus auch, dass inzwischen einfach weitaus weniger überörtlich und professionell agierende Banden aktiv sind“, so der Leiter der Direktion Kriminalität.

Alles in allem befindet Joch, dass die Kriminalitätsbelastung in Mönchengladbach für eine Stadt dieser Größe relativ gering ausfällt, auch wenn ihm und seinen Mitstreitern bewusst sei, dass viele Bürger es anders wahrnehmen. So äußerten sich viele Gladbacher besorgt mit Blick auf die Situation am Marienplatz in Rheydt, wo es oft zu Delikten mit Drogenbezug kommen würde. „Wir haben die Situation auf dem Schirm und werden auch künftig mit offenen und verdeckten Maßnahmen präsent sein“, verspricht Manfred Joch.