: „Wir müssen was tun!“

Die Mönchengladbacher Amnesty-Mitglieder Birgit Braun und Ralf Gronau machen sich gegen Menschenrechtsverletzungen in China stark. Sie haben im Petitionsausschuss des Bundestages eine entsprechende Petition eingereicht und sammeln jetzt Unterschriften. Das Thema ist aktueller denn je, denn am Mittwoch erst hat der US-Kongress die massenhafte Inhaftierung von Angehörigen der Volksgruppe der Uiguren in China offiziell verurteilt.

„Wir müssen irgendwas tun“, war den Mönchengladbachern Birgit Braun und Ralf Gronau ziemlich schnell klar. Bei verschiedenen Asienreisen hatte das Ehepaar ein Faible für den Buddhismus und Falun Gong, eine traditionelle Qigong-Art, gepackt. Sie besuchten eine Qigong-Schule in Köln und lernten dort auch Chinesen kennen, die in ihrem Heimatland Gefängnis, Arbeitslager und Folter erlebt hatten – weil der dortigen Obrigkeit die allgemeine Begeisterung für diese alte chinesische Weisheitslehre für Körper und Geist nicht gefällt. „Vor zehn Jahre haben wir angefangen, Politiker anzusprechen“, sagt Ralf Gronau, der wie seine Frau inzwischen Mitglied bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist. Als erster stand der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings auf ihrer Liste, mit dem sie seitdem immer wieder Kontakt haben. „Aber außenpolitische Themen fallen nicht in seinen Aufgabenbereich“, so Gronau.

Gronau und Braun erfuhren auch von anderen Verfolgten in China. Menschen, die wegen ihres christlichen Glaubens oder weil sie Uiguren oder Tibeter sind, mit psychischen Umerziehungsmaßnahmen in einer Gehirnwäsche-Einrichtung misshandelt werden. „Das Allerschlimmste ist der Organraub an friedlichen Falun Gong-Praktizierenden“, sagt Ralf Gronau. Schon 2006 hätten Zeugen von Tötungen und Organentnahmen im großen Stil berichtet.

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Birgit Braun und Ralf Gronau haben geholfen, einzelne Gefangene aus Gefängnissen zu befreien. „Aber das waren immer Einzelne. Mit unserer Petition wollen wir ganz viele Menschen erreichen“, sagt Ralf Gronau. Er und seine Frau haben - unter anderem mit der Hilfe des Viersener SPD-Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner – eine Petition für ein gesetzliches Einreiseverbot von Menschenrechtsverletzern im Petitionsausschuss eingereicht. Nun müssen bis zum 30. Dezember 50000 Unterschriften gesammelt werden, damit Ralf Gronau das Anliegen bei einer öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss vortragen darf. 5000 Leute haben bereits unterzeichnet und die Zeit drängt. Es geht in der Petition nicht nur um Menschenrechtsverletzer aus China, sondern aus aller Welt.