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Nancy Faeser rät, Vorräte für den Notfall anzulegen - wer macht das?

Legen die Mönchengladbacher Vorräte an? : Hamstern für alle Fälle?

Trinkwasser, Nudeln, Öl, Konserven... Bundesinnenministerin Nancy Faeser rät den Bürger*innen, Vorräte für den Notfall anzulegen. Wie halten es die Mönchengladbacher damit? Der Extra-Tipp hat in Supermärkten und Discountern nach „Hamstern“ Ausschau gehalten. Und bei der Verbraucherzentrale nachgefragt: Macht das Anlegen von Vorräten Sinn? Und wenn ja, was soll man bevorraten?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat sehr konkrete Vorstellungen davon, was ein Mensch im Falle eines totalen Blackouts (vielleicht auch Kriegs?), Quarantäne, Unwetter, Hochwasser und anderen Katastrophen so braucht – nämlich 20 Liter Wasser, 4 Kilo Gemüse und Hülsenfrüchte, 2,5 Kilo Obst und Nüsse, 2,6, Kilo Milch und Milchprodukte, 1,5 Kilo Fisch, Fleisch und Eier, 0,357 Kilo Fette und Öle sowie diverse Hygieneartikel, Kerzen etc. Nachzulesen im „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ – inklusive Checkliste zum Abhaken. Seit Nancy Faesers Aufruf zur kollektiven Vorratsbeschaffung wird sich vielleicht auch manche*r die Liste heruntergeladen haben...

In Mönchengladbachs Supermärkten und Discountern, so der Eindruck der Redaktion bei der Recherche, ist von einem Vorrats-Hype wenig zu spüren. Niemand „faesert“ oder, wie man früher sagte, hamstert. In den Einkaufswagen die übliche bunte Mischung, vielleicht mal eine Flasche Sonnenblumöl extra, aber das war‘s schon. So hat auch eine kleine Umfrage bei Facebook gezeigt: Vorratskäufe sind kein Thema bei den Gladbachern! Gaby S. bringt es auf den Punkt: „Ganz ehrlich? Wenn der da in Russland auf den roten Knopf drückt, brauchen wir keine Vorräte mehr. Ich hab die ganz normalen Mengen Konserven etc. im Keller. Aber mehr auch nicht.“

Ein „normales“ Einkaufsverhalten beobachtet auch Martin Dreßen, Marketingleiter bei Edeka Endt. Öl, Mehl und Klopapier seien zwar wieder „angezogen“, aber von Hamsterkäufen keine Spur. „Wir wollen diese Panikmache auch gar nicht pushen“, sagt er und versichert: „Wir sind gut vorbereitet, arbeiten viel mit lokalen Lieferanten zusammen, es gibt keine Engpässe und wir werden alles immer irgendwie zur Verfügung stellen, wenn auch vielleicht nicht immer im Gut&günstig-Segment.“ Verunsicherten Kunden empfiehlt er, immer einfach im Geschäft nachzufragen. „Dann können wir Ihnen sofort sagen: ‚Klopapier ist morgen wieder da!‘“

Beruhigende Worte kommen auch von der Verbraucherzentrale in Mönchengladbach. Nazime Kirici, Leiterin der Beratungsstelle, und ihr Team aus der Ernährungsabteilung sagen ganz klar: „Panik ist nicht nötig. Eine Nahrungsmittelknappheit ist bei uns nicht zu befürchten.“ Bei Mehl, Speiseöl oder Kartoffeln gebe es nicht nur einen ausreichenden heimischen Anbau, sondern auch genug Alternativen. Hamsterkäufe seien sogar kontraproduktiv. „Wenn Produkte vermehrt gehortet werden, entstehen zusätzliche Engpässe und die Preise steigen“, so Kirici. Und noch etwas sollte nicht vergessen werden: die Haltbarkeit der Lebensmittel. „Wir sind doch für Nachhaltigkeit“, erklärt sie. „Lebensmittel sollten nicht weggeworfen werden!“ Deshalb solle jeder selbst schauen: „was brauche ich und in welcher Menge?“, statt einen Vorrat nach einer vorgegebenen Liste anzulegen und nachher die Hälfte wegzuwerfen, weil sie schlecht geworden ist.

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Nicht zu vergessen ist schließlich noch eine „Motivation“, aufs Anlegen von Vorräten zu verzichten: die gestiegenen Preise. Laut Statistischem Bundesamt sind die Preise für Nahrungsmittel zwischen 2019 und 2020 um weniger als 1,5 Prozent gestiegen, im Januar 2021 um 5,6 Prozent und zuletzt im Februar 2022 um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Um es mit Thomas G.s (aus unserer Facebook-Umfrage) Worten zu sagen: „Ohne extra Geld bei den Preisen unmöglich!“