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Neues von Manni Müchen und dem Historischen Verein Wegberg

Neues von Manni Müchen und dem Historischen Verein Wegberg e.V. : Von Leckischkeete bis Wenkerbögen

„Wenn man heute ins Restaurant geht, geht man zum Italiener, Kroaten, Griechen, Chinesen... Da bleiben die alten deftigen Speisen auf der Strecke“, klagt Mundartkünstler Manni Müchen. Und genau über die singt er jetzt „Berker Leckischkeete“ („Wegberger Spezialitäten“). Dieses und weitere Mundartlieder im You-Tube-Format sowie viele weitere Informationen zum Thema Mundart findet man auf der Website des Historischen Vereins Wegberg e.V.

Die Pflege und der Erhalt der Rheinischen Mundart liegt Hermann-Josef Heinen, Vorsitzender des Historischen Vereins Wegberg e.V., am Herzen. Im Herbst letzten Jahres hat er daher auch auf der Vereins-Website www.historischer-verein-wegberg.de unter dem Titel „Oss Platt, datt es en schönne Schproak“ ein MundART-Online-Format mit YouTube-Videos  eingerichtet. Nach dem beliebten Mutmach-Lied „Corona – Jerusalema“ ist nun das neuste Mundart-Video von Manni Müchen zu sehen.

Ein zeitgemäßes Angebot und zusammen mit den Mundart-Abenden in der „Berker Klängerstu’ef“ auch von großer Beliebtheit, doch Heinen ist es wichtig, sich intensiver mit der Mundart zu beschäftigen.

„Ich habe zahlreiche Informationen zu den Begriffen Platt, Dialekt und Mundart gesammelt, mich mit den sprachlichen Ebenen der Mundart beschäftigt sowie mit den Besonderheiten des Regiolekts im Rheinland“, erklärt er. Diese Informationen habe er auch auf der Website unter der Rubrik „Mundart“ veröffentlicht. Anfang 2022 dann sei bei einem Mundart-Treffen sein Interesse geweckt worden, sich eingehender mit der Materie zu beschäftigen. Dabei sei er auf die Arbeiten von Georg Wenker, der Ende des 19. Jahrhunderts mit Hilfe seiner sogenannten „Wenkersätze“ und „Wenkerbogen“ die Mundart des Rheinlandes untersucht und 1878 den ersten Sprachatlas vorgelegt habe. Auch habe er Kontakt zum Germanistischen Institut der Uni Bonn, das bis heute am Thema forsche und Befragungen in den „alten Wenkerorten“, auch im Raum Wegberg, durchführen wolle.

Befragungen in den „alten Wenkerorten“, so auch im Raum Wegberg, durchführen möchte. „Ich war erstaunt, zu erfahren, dass die in Kurrentschrift verfassten Wenkerbögen inzwischen digitalsiert worden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind“, sagt Heinen. Allerdings lägen sie nur in Reinschriften vor, könnten nicht mit Texterkennungsprogrammen lesbar gemacht werden und bedürften daher der Handarbeit. „Wer versuchen möchte, die Wenkerbogen in moderne Schrift umzusetzen, ist hiermit herzlich eingeladen“, sagt Heinen. „Ich stelle diese gerne als PDFs zur Verfügung.“

Für Heinen ein wichtiger und nachhaltiger Beitrag zur Erforschung der heimischen Mundart. „Packen wir es an, solange es noch geht!“, sagt er.