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Polizei M'gladbach über Fälle von Raub auf offener Straße

Haben die Raubüberfälle in Mönchengladbach zugenommen? : Es passiert auf offener Straße

Seniorinnen, denen am hellichten Tag die Handtasche aus der Hand oder die Halskette vom Hals gerissen wird. Junge Leute, die unter Androhung von Gewalt um ihr Portemonnaie oder auch nur um ihre Chipstüte gebracht werden. Gefühlt häufen sich in letzter Zeit Raubüberfälle dieser Art in Mönchengladbach. Ist das so und wie kann man sich schützen?, hat der Extra-Tipp die Polizei Mönchengladbach gefragt.

Ist es subjektives Empfinden oder statistisch bestätigt, dass die Zahl an Fällen von Straßenraub in Mönchengladbach, speziell Rheydt in letzter Zeit zugenommen hat, auch am hellichtenTag?

Polizei MG: Es ist eine Steigerung um zehn Delikte von 78 Delikten (Vergleichszeitraum 2022*) auf 88 Delikte (Vergleichszeitraum 2023*) festzustellen. Eine Auswertung der Zahlen nur für den Bereich Rheydt ist nicht möglich. Auch werden in der Kriminalstatistik keine Tatzeiten erfasst.

Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei solchen Überfällen?

Für den Vergleichszeitraum* ergibt sich eine Aufklärungsquote von 53,95 Prozent in 2022 für Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen und 54,65 Prozent in 2023.

Wie hoch ist der Anteil an jungen Menschen (unter 30) und solchen mit Migrationshintergrund, die hinter den Taten stecken?

Für Raubüberfälle können Aussagen zu nichtdeutschen Tatverdächtigen – heißt: kein deutscher Pass (Migrationshintergrund wird nicht erfasst) – getroffen werden, für Handtaschenraube wird diese Statistik nicht geführt. Im Vergleichszeitraum 2022 sind es für beide Deliktsbereiche insgesamt 62 Tatverdächtige, davon 59 unter 30 Jahre. (Raubüberfälle auf Straßen, Wegen, Plätzen 58, Handtaschenraub 1 Tatverdächtiger). Von diesen 58 waren 22 ohne deutschen Pass. Im Vergleichszeitraum 2023 sind es 67 Tatverdächtige, darunter 61 unter 30 Jahren (Raubüberfälle 60, Handtaschenraub 1 Tatverdächtiger). Von den 60 waren 19 ohne deutschen Pass.

Wie hoch ist der Anteil an älteren Menschen unter den Opfern?

Für den Vergleichszeitraum 2022 wurden bei 78 Delikten sieben Opfer über 60 Jahre, 2023 bei 88 Delikten neun Opfer über 60 Jahre registriert.

Was unternimmt die Polizei, damit sich Gladbacher auf der Straße wieder sicherer fühlen können?

Durch Präventionsarbeit, auch für die lebensältere Generation, versuchen wir darauf einzuwirken, dass möglichst wenige Menschen Opfer einer Straftat werden. Wird man überfallen, sollte man durch lautes Rufen Zeugen auf die Tat aufmerksam machen und schnellstens die Polizei (Notruf!) rufen. So ergeben sich Zeugenhinweise, Spuren könnnen gesichert und umgehend eine Fahndung gestartet werden. Wenn sich Ansatzpunkte für ähnliche Tatorte/-zeiten ergeben, werden diese Orte/Zeiten stärker bestreift und es werden auch verdeckte Maßnahmen ergriffen.

Einer Frau wird die Kette vom Hals gerissen – abgesehen von dem Schock, wie stehen die Chancen, dass sie ihren Schmuck zurückbekommt?

Leider eher schlecht. Die Täter machen die Beute schnell zu Geld. Unseriöse An- und Verkaufsstellen schmelzen den Schmuck ein. Wir empfehlen trotzdem, teure Schmuckstücke zu fotografieren, mit Zertifikat, falls vorhanden. Wenn sie geraubt oder gestohlen werden, können wir bei An- und Verkaufsstellen und bei Internetmarktplätzen nach den Schmuckstücken fahnden.

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Was raten Sie Menschen, insbesondere älteren, wenn sie vor die Türe gehen? Keinen Schmuck mehr tragen?

Der Täter weiß nicht, ob jemand interessante Beute mit sich führt – es sei denn, er sieht sein Opfer vom Geldautomaten kommen. Offen getragenen Schmuck sieht ein Täter aber sofort. Das zu vermeiden trägt dazu bei, gar nicht erst in den Fokus eines Täters zu geraten. Zudem raten wir, die potentielle Beute möglichst gering zu halten: wenig Bargeld, stattdessen die Debitkarte (mit auswendig gelernter, nicht notierter PIN). Wertsachen immer körpernah tragen, Tasche in der Hand halten, nicht abstellen. Und: Gemeinsam ist man weniger gefährdet als allein. Insofern ist es ein gewisser Schutz, nicht allein unterwegs zu sein.

Zur Beantwortung der Fragen hat die Polizei MG Zahlen zu Raubüberfällen auf Straßen, Wegen, Plätzen sowie Handtaschenraube aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) für den Vergleichszeitraum 1.1. bis 31.7. für 2022 und 2023 herangezogen. Da Fälle erst nach abgeschlossener Ermittlung in die Statistik eingehen, lagen noch keine final aussagekräftigen Zahlen für August vor. Die Polizei bestätigt aber einen leichten Anstieg der Fallzahlen für Raubüberfälle auf Straßen, Wegen, Plätzen seit März dieses Jahres, nachdem diese zuvor von Januar 2023 an gesunken waren. Im August sei die gleiche Anzahl an angezeigten Delikten zu verzeichnen wie im Januar 2023. Mönchengladbach bewege sich im üblichen Rahmen mit normalen monatlichen Schwankungen.