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Polizei Mönchengladbach schaltet Hotline zum Thema Passwortsicherheit

Internetsicherheit : Polizei-Hotline am Safer-Internet-Day

Am 9. Februar ist internationaler Safer-Internet-Day. Auch die Polizei Mönchengladbach leistet ihren Beitrag und bietet eine vierstündige Hotline zum Thema „Passwortsicherheit“ an. Der Extra-Tipp hat mit Kriminalhauptkommissar Peter Kiewitt und Sozialpädagogin Michelle Tax von der Kriminalprävention gesprochen.

Herr Kiewitt, am 9.2. ist wieder Safer-Internet-Day. Um was geht es da?

Peter Kiewitt: Ziel ist es, die Sicherheit im Internet durch präventive Angebote und Aufklärung wie hier im Rahmen einer Telefonhotline zu erhöhen und Straftaten im besten Fall zu verhindern.

Frau Tax, ist das Internet in der Corona-Zeit noch unsicherer geworden?

Michelle Tax: Die Mediennutzung hat zu Corona-Zeiten in jedem Fall massiv zugenommen. Durch die Ausweitung von Homeoffice und Homeschooling sind viele Menschen auf einen Computer und das Internet angewiesen, sind sich aber nicht unbedingt der Risiken bewusst und treffen keine entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, haben zum Beispiel keine Sicherheitshardware installiert. Diesen Umstand machen sich Kriminelle zunutze. Hinzu kommt, dass die Corona-Situation zu Ängsten führt, die sich Kriminelle auch zum Vorteil machen, indem sie zum Beispiel angeben, über einen Impfstoff zu verfügen.

Auch Firmen fallen der Internetkriminalität zum Opfer – sind die alle zu unvorsichtig oder werden die Hacker-Techniken immer raffinierter, Herr Kiewitt?

Kiewitt: Wir denken nicht, dass die Sicherheitsexperten von Firmen unvorsichtig sind, aber die Techniken der Hacker entwickeln sich definitiv weiter und werden immer ausgetüftelter. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik gibt hierzu über www.bsi.bund.de gute Tipps.

Sie bieten eine Hotline zum Thema Passwortsicherheit an. Sind unsichere Passwörter ein so großes Problem?

Kiewitt: Definitiv. Viele Bürger nutzen ein und dasselbe Passwort für alle Accounts. Das Passwort selbst ist dann auch noch sehr einfach aufgestellt, zum Beispiel der Name des Haustieres oder das eigene Geburtsdatum. Das sind Passwörter, die leicht zu knacken sind. Es empfiehlt sich, mit verschiedenen Passwörtern zu arbeiten, besser sogar mit Passsätzen. Hierzu hat das Landeskriminalamt eine Webseite – www.mach-dein-passwort-stark.de – entwickelt, auf der man sich informieren kann.

Was sind die drei häufigsten Fehler bei der Passwortvergabe, Frau Tax?

Tax: Fehler Nummer eins ist die Verwendung von Namen oder anderen Daten, die schnell herausgefunden werden können. Fehler Nummer zwei ist die Verwendung des Nutzernames oder der E-Mail-Adresse im Passwort. Ein dritter sehr häufig gemachter Fehler ist die Mehrfachnutzung eines Passwortes für verschiedene Accounts.

Und, Herr Kiewitt, die drei wichtigsten Tipps?

Kiewitt: Erstens die Verwendung von Passsätzen statt Passwörter. Zweitens die Nutzung von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Drittens Passwörter mit mindestens zehn Zeichen.

Frau Tax, was sind, abgesehen vom Passwort, Fragen, die im Zusammenhang mit der Internet-Sicherheit gestellt werden?

Tax: Eine Frage, die oft gestellt wird ist: Wie verhalte ich mich auf Socialmedia? Auch Fragen rund um Fake Challenges, Cybermobbing, Abo-Fallen, In-App-Käufe usw. sind häufig. In letzter Zeit beschäftigen uns zunehmend Sticker und Videos, die strafrechtlich relevant sind – Kinderpornografie, Tierquälerei, Rechtsradikalismus. Die Anzahl an Straftaten steigt hier exponentiell.

Apropos: Wie oft hat die Polizei in Mönchengladbach denn mit Internet-Kriminalität zu tun?

Kiewitt: Eine genaue Zahl ist schwer zu benennen. Die Computerkriminalität nimmt auf jeden Fall stark zu. Und Straftaten zum Nachteil von Senioren sind aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens in diesem Bereich noch nicht mal erfasst.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist auch die Online-Sicherheit für Kinder und Jugendliche. Welche Tipps geben Sie Eltern?

Tax: Hier sind insbesondere die Gefahren von Cybergrooming und Sextorsion, aber auch von Cybermobbing und Hatespeeches zu nennen. In der Corona-Zeit fallen institutionelle Ansprechpartner wie Lehrer oder andere Vertrauenspersonen oft weg. Wenn die Kinder sich aus Scham nicht an die Eltern wenden, bekommen sie oftmals keine Hilfe und Unterstützung. Es ist also wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen und immer wieder in den Austausch zu gehen, auf Gefahren hinzuweisen und gegebenenfalls gewisse Funktionen auf Smartphone oder PC einzuschränken.