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Sanna Lindström veröffentlicht ihr erstes Buch "Die Brautflüsterin"

Sanna Lindström schreibt : Zwischen Pastellfarben und Grautönen

Etwa ein Jahr nach Eröffnung der Villa Lindström in Wickrath hat Brautmodendesignerin Sanna Lindström ihr Buch „Die Brautflüsterin“ veröffentlicht. Die Schwedin nimmt die Leser mit auf eine bewegende Reise durch Tränen und Träume und spricht ganz offen über die dunkelste Zeit in ihrem Leben.

Die Welt in der Villa Lindström ist pastellfarben und romantisch. Auf 450 Quadratmetern Gründerzeitvilla lassen Sanna Lindström und ihr Team den Traum vom wunderschönen, individuellen Brautkleid wahr werden. Obendrein schaffen sie es, dass Frauen sich in der schwedischen Mode schön und selbstbewusst fühlen.

Was 2017 in einem kleinen, denkmalgeschützten Haus in Ratingen mit lediglich sieben Kleidern begann, hat sich mittlerweile zu einer etablierten und beliebten Marke mit drei Standorten sowie einer stetig wachsenden Instagram-Community entwickelt. Mehr als 90 000 Menschen sind dem Modelabel mittlerweile verfallen. Doch machen sie mehr als „nur“ Mode. „Bei uns geht es nicht nur um Brautmode, sondern auch um den Mut zur Selbstliebe und die Akzeptanz des eigenen Körpers“, betont Sanna Lindström. „Bei uns soll sich jede Frau wiederfinden können – egal mit welcher Konfektionsgröße.“

 „Die Brautflüsterin“ ist ab sofort erhältlich.
„Die Brautflüsterin“ ist ab sofort erhältlich. Foto: Andreas Baum

Auf Instagram sprechen Sanna Lindström und „ihre Mädels“ ganz offen über Dinge, die Frauen und insbesondere angehende Bräute beschäftigen. „Wir sind auf Social Media schon sehr persönlich, allerdings nicht direkt privat“, ergänzt die 30-jährige. In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Die Brautflüsterin“ ist das anders. Auf 256 Seiten spricht die Schwedin, die 2012 für ihre große Liebe nach Deutschland gezogen ist, unter anderem über die schwierigste Phase in ihrem Leben: eine Zeit, geprägt von Depressionen, Angstzuständen und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Der Krankheit hat sie das Kapitel „Überleben“ gewidmet, in dem sie unverblümt ehrlich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen über Momente spricht, in denen ihr der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. „Mir ging es wirklich sehr schlecht“, erinnert sie sich. Mit diesem Kapitel möchte Sanna Lindström psychischen Erkrankungen mehr öffentliche Aufmerksamkeit schenken und dazu beitragen, dass diese Art von Krankheit kein Tabuthema mehr ist. „Vielleicht kann ich Menschen, denen es schlecht geht, ermutigen, sich anzuvertrauen und  Hilfe zu suchen, so wie ich es irgendwann getan habe.“

Doch nicht nur den Spagat zwischen den Depressionen und ihrem eigentlich sonnigen Gemüt thematisiert die Autorin in ihrem Buch. „Auch die Rolle als Unternehmerin und Mutter verlangt mir viel ab. Ich habe durchaus Momente, in denen ich mit meinen Kräften am Ende bin.“ 2019 ist Sanna Lindström Mutter eines Sohnes geworden und erwartet aktuell ihr zweites Kind.

Eine große Unterstützung in allen Belangen ist ihr Ehemann Simon Gincberg. Gemeinsam leiten sie das Unternehmen und er hält ihr häufig den Rücken frei. „Ohne Simon würde ich niemals da sein, wo ich jetzt bin. Ohne ihn hätte ich wahrscheinlich nicht das Label gegründet“, erklärt sie. So haben auch das Kennenlernen der beiden sowie die Entstehungsgeschichte der Marke Sanna Lindström ihre eigenen Kapitel bekommen.

Doch was wäre „Die Brautflüsterin“ ohne ein wenig der rosaroten Welt? „Ich gebe in meinem Buch natürlich auch Tipps für die gelungene Hochzeit sowie das perfekte Kleid.“ Ein Buch zwischen Pastellfarben und Grautönen.