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Teilhabe am Karneval - Hephata auf dem Rosenmontagszug

Hephata-Gruppe startklar für den Neuwerker Rosenmontagszug : Die, die am meisten werfen

Wenn sich am Montag um 13.11 Uhr der Neuwerker Rosenmontagszug am Haus Lütz in Bettrath in Bewegung setzt, ist sie – als zehnte Gruppe – wieder mit dabei: die jecke Truppe von Hephata, in diesem Jahr rund 80 Närr*innen und Narrhalesen stark. Trotz der aufwendigen Vorbereitungen freuen sich alle riesig auf ihre Teilhabe am Karneval.

Holländische Stroopwafels, Bretzel, Schokoriegel, Schlüsselbänder, Marshmellows, Kaubonbons – von allem kommt etwas in die rund 450 Stofftaschen. Nebenan stehen noch mehrere Tüten mit Plastikfußbällen – gestiftet von VW Fleischhauer. Auch die wollen die rund 40 Hephata-Kunden und ihre Begleiter*innen (neun davon Ehrenamtler) am Rosenmontag in Bettrath und Neuwerk unter die Jecken bringen. „Kamelle rumschmeißen, voll Karacho“ – darauf freut sich nicht nur Harald Plum, ein an einer spastischen Krankheit leidender Hephata-Kunde, der wie jedes Jahr in seinem Rollstuhl mitfahren wird.

„Die Teilhabe am Karneval ist so wichtig für unsere Kunden“, erklärt Marylin Klein, Sachgebietsleiterin bei Hephata. „Es macht sie stolz, dass sie Anteil daran haben, anderen Menschen Freude zu bereiten, statt nur bespaßt zu werden.“ So sind es etwa für Kundin Nicole Baur, die in diesem Jahr das zweite Mal mitmacht, auch vor allem „die Leute, ganz besonders die Kinder“, auf die sie sich freut.

Tanja Runkel, seit 2011 Gesundheitspflegerin bei Hephata und von Anfang an, das heißt seit 2014, mit im Team Karneval, weiß, was der Umzug für die teils schwerst- und mehrfach behinderten Menschen bedeutet. „Die sind alle total happy danach“, sagt sie, „fix und fertig von der Anstrengung und den vielen Eindrücken, aber happy!“ Und dafür lohne sich der Aufwand: die bei den meisten Kunden erforderliche 1:1-Begleitung, die Organisation von Fahrdiensten und zwei Begleitfahrzeugen (Bullis) für Material, aber auch für den Fall, dass ein Kunde einen epileptischen Anfall hat, die Spendenakquise, die Beschaffung von Kamelle und Kostümen – „Hephata treibt’s bunt“, so das diesjährige Motto. Ohne Unterstützung der Stadt Mönchengladbach (2 000 Euro), der Sparkasse Hermges (400 Euro) und Firmen, mit denen die Stiftung Hephata zusammenarbeitet, wäre das alles nicht möglich, zumal gerade beim Wurfmaterial nicht gegeizt werden soll, wo es doch so viel Spaß macht. Kamelle im Wert von rund 4 000 Euro sollen diesmal durch die Luft fliegen.

„Ralf Herrmanns von den Uehllöekern, der den Neuwerker Umzug mit organisiert, hat zu uns gesagt ‚Ihr seid diejenigen, die am meisten werfen‘“, verrät Tanja Runkel und erklärt, warum sie in Neuwerk mitlaufen. „Der große Veilchendienstagumzug ist für uns zu lang. Wir haben allein 13 Rollstuhlfahrer*innen dabei, und viel kämen nicht die Hindenburgstraße ’rauf – Neuwerk ist genau richtig für uns und wir sind immer super empfangen worden.“

 Jetzt heißt es nur noch Daumen drücken, denn wenn es regnet, muss Hephata aus gesundheitlichen Gründen leider absagen. Viel Glück also, liebe Hephata-Jecken, Halt Pohl und Et flupp!