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Victoria Datta ist gestern nach Louisiana geflogen

Studium im Ausland : „Ich gebe nicht so gerne auf“

Eigentlich wollte Victoria Datta schon als Schülerin mit einem Austauschprogramm in die USA – sie wurde nicht genommen. Aufgeben ist für die Mönchengladbacherin aber keine Option. Sie hat die Sache selbst in die Hand genommen und es geschafft: Gestern ist sie nach Louisiana geflogen, mit einem Stipendium in der Tasche. Sie möchte anderen Jugendlichen Mut machen, ihren Traum nicht aufzugeben.

. Die Koffer gepackt, die Freundinnen verabschiedet, zum letzten Mal mit Eltern und Bruder gefrühstückt, ein Tränchen gedrückt: Victoria Datta hat sich gestern auf den Weg in ein neues Leben in den USA gemacht. Als sie an einem Schüleraustauschprogramm scheiterte, nahm die zielstrebige Sportlerin die Sache selbst in die Hand. Mit Erfolg.

„Wer weiß, wofür es gut ist“, ist so ein Spruch, den Ältere schonmal raus lassen, wenn etwas schief gelaufen ist. Bei Victoria Datta passt er. „Wäre ich als Schülerin für ein Jahr in die USA gegangen, wäre das Thema Auslandsaufenthalt für mich wahrscheinlich abgehakt gewesen“, sagt sie. Aber es hat nicht geklappt. Und jetzt ist es viel besser gekommen: Die ehemalige Schülerin des Gymnasiums an der Gartenstraße hat erstmal ihr Abitur gemacht und dann online ein Sport-Stipendium und ein zweites fürs Studienfach an der Louisiana Tech University ergattert, wo sie Psychologie studieren möchte. „Was in den USA viel mehr gefördert wird, ist der Leistungssport“, sagt die Leichtathletin, die bislang beim LAZ Mönchengladbach 400- und 800-Meter-Strecke trainierte. In Louisiana kann sie beides perfekt miteinander kombinieren. Mit den beiden Stipendien ist alles abgedeckt, was die 18-Jährige fürs Studentinnenleben braucht: Wohnung auf dem Campus, Kleidung, Sportsachen, Lebensmittel... Nur Taschengeld, um vielleicht mal essen zu gehen, muss sie selber aufbringen. Nächstes Ziel: Die conference championship der Leichtathleten in den USA.

Der Traum vom Auslandsaufenthalt in den USA begann mit einem Referat, das die Gymnasiastin in der achten Klasse über die Vereinigten Staaten halten musste. Und der erste Anlauf, ihn wahr werden zu lassen, war vor drei Jahren die Bewerbung im Rahmen des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms über die Gladbacher Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel. Aber das Los fiel auf ein anderes Mädchen.

Das hat die Mönchengladbacherin aber nicht entmutigt. Aufgeben ist für sie keine Option. Sie schickte ihr Profil samt Zeugnissen und sportlicher Laufbahn an den Leichtathletik Dachverband NCAA, der für den korrekten Online-Auftritt sorgte. Und fortan bewarben sich die Unis bei ihr und nicht umgekehrt. Dass sie ihr Abitur mit 1,0 abgeschlossen hat, war dabei sicher auch ein Entscheidungskriterium. Aber Victoria Datta ist bescheiden. Das gehe auch ohne Super-Noten sagt sie und ohne Sporterfolge. Andere Begabungen wie Kunst oder Musik zählten genauso. „Irgendeine Begabung haben doch alle“, findet sie und möchte Gleichaltrige ermuntern, ihre Träume auch hartnäckig zu verfolgen.