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Zehn Jahre Familienpatenschaften in Mönchengladbach

Zehn Jahre Familienpatenschaften in Mönchengladbach : Ein echtes Erfolgsmodell

Seit zehn Jahren unterstützen ehrenamtlich engagierte Männer und Frauen Familien mit kleinen Kindern bis sechs Jahren als Familienpatinnen und -paten. In Kooperation mit der Fachstelle „Frühe Hilfen“ des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie bietet der Sozialdienst katholischer Frauen Mönchengladbach (SkF) den Familien Entlastung und Unterstützung an. Ein wirkungsvolles Angebot, von dem inzwischen 308 Familien mit 719 Kindern profitieren konnten.

Warum die Familienpatenschaften auch zehn Jahre nach der Premiere wichtig sind, und weshalb auch weiterhin ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gesucht werden, erklärten jetzt Mönchengladbachs Sozialdezernentin Dörte Schall und Birgit Kaatz, Geschäftsführerin der SkF.

„Manch alleinerziehende Mutter oder Familien mit kleinen Kindern, die keine Angehörigen in der Nähe haben, sind froh, wenn sie ein paar Stunden pro Woche entlastet werden. So können sie mal ohne die Kinder Besorgungen machen oder andere Dinge erledigen“, berichtet Dörte Schall. „Wer Familienpate werden möchte, sollte Freude am Umgang mit Kindern und zwei bis drei Stunden Zeit pro Woche haben. Die möglichen Einsatzbereiche sind vielfältig und können nach den Bedürfnissen und Wünschen der Familien und Paten ganz unterschiedlich sein“, ergänzt Birgit Kaatz. Im Mittelpunkt stehen immer die liebevolle Betreuung und das spielerische Fördern des Kindes. Manchmal geht es auch um Sprachförderung und Vorlesen, und immer um die Entlastung der Eltern oder Alleinerziehenden.

„Die Familienpatenschaften sind ein wichtiger Baustein für Familien innerhalb der Frühen Hilfen Landschaft“, sagt Dörte Schall: „Wir bedanken uns bei allen Ehrenamtlichen, die Kindern in Mönchengladbach mit viel Herzenswärme unterstützen!“

Kaatz erläutert: „Für uns als SkF ist es wichtig, für Rahmenbedingungen zu sorgen, die die Ehrenamtlichen bei ihrer bedeutsamen und wertvollen Aufgabe unterstützen und dabei hilft die gute Kooperation mit der Stadt Mönchengladbach. Auch ist es schön zu erleben, dass nicht selten zwischen den Patinnen und Paten und den Familien freundschaftliche Beziehungen entstehen.“

Monika Lenzing ist seit 2,5 Jahren als ehrenamtliche Familienpatin aktiv. Sie selbst ist Mutter von fünf Kindern und liebt es, mit Kindern zu basteln, in die Natur zu gehen und gemeinsam zu musizieren. Sie bringt ihre vielfältigen Erfahrungen mit viel Engagement ehrenamtlich ein, nachdem ihre Kinder eigenständiger wurden. Wichtig ist ihr, Menschen ein positives Grundgefühl von Familienleben zu vermitteln.

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Im März 2020 lernte Lenzing eine alleinerziehende Mutter kennen, die unter Dauerstress war. Heute sind ihre Kinder zwei, vier und fünf Jahre alt. Sie freut sich sehr über die wöchentliche Unterstützung der Familienpatin. Sie kann einmal pro Woche neue Kraft tanken und gute Tipps von der erfahrenen Patin erhalten. Auch für ihre Kinder ist die gemeinsame Spielzeit mit der Familienpatin immer ein ausgelassener Termin mit viel Lachen, auf den sie sich richtig freuen. Aber auch für Familienpatin Monika Lenzing sind die gemeinsamen Stunden eine Bereicherung: „Von kleinen Kindern kann man Dinge lernen, die einem Erwachsene nicht beibringen können.“

Für die Fachstelle Frühe Hilfen, die Familien mit verschiedenen Bedarfen begleitet und passgenaue Unterstützung vermittelt, sind die Familienpatenschaften seit nunmehr zehn Jahren ein Erfolgsmodell. „Die Eltern erfahren eine alltagspraktische Entlastung und haben zum Beispiel etwas Zeit für sich, während die Kinder die Aufmerksamkeit genießen, die Familienpat*innen ihnen schenken. Die Unterstützung durch Ehrenamtliche trägt unmittelbar zu einem gelungenen Aufwachsen von Kindern bei“, sagt Samira Hlaouit, Teamleitung der Fachstelle Frühe Hilfen. „Auch die Ehrenamtlichen profitieren von der Unterstützung. Ihr Lohn sind strahlende Kinderaugen und das gute Gefühl, Familien zu helfen, die es gerade in der jetzigen Zeit oft nicht leicht haben“, führt Samira Hlaouit weiter aus.

Als ständige Ansprechpartnerinnen stehen die beiden Koordinatorinnen des SkF Sonja Schofenberg und Antje Rometsch den Ehrenamtlichen und Familien zur Seite. Sie besprechen regelmäßig ihre Erfahrungen mit den Pat*innen und bieten Qualifizierungsabende und Austauschtreffen an. Außerdem werden gemeinsame Gruppenangebote mit den Familienpat*innen und den Familien organisiert.

Damit möglichst viele Familien oder Alleinerziehende Hilfe erfahren können, werden aktuell wieder ehrenamtliche Familienpat*innen gesucht, die Freude am Umgang mit Kindern haben und zwei bis drei Stunden in der Woche einbringen möchten.