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Zeigen Entenretter-Schilder mehr Wirkung als das "Füttern-Verboten"?

Wie schützt man Enten? : Nette Bitte statt Verbote?

Im Beller Park, am Schloss Wickrath, im Volksgarten, im Stadtwald... Überall da, wo es eigentlich schön ist, verstoßen „Mitbürger“ gegen die Regeln. Da werden Mülleimer abgetreten, Holzbänke angekokelt – und Enten mit verschimmeltem Brot gefüttert! Statt mit Verbotsschildern versucht die mags es mit positiven Botschaften. Ob’s hilft?

Da steht es, mit lustigem Quietscheentchen in Stein gemeißelt, vor dem Weiher im Beller Park: „Seien Sie Entenretter!“ und „Braucht kein Fisch“. Mit dieser betont lässigen und sogar ins Englische übersetzten Aufforderung, appelliert die mags an die Parkbesucher, den Enten doch bitte nur beim Schwimmen zuzuschauen, statt sie mit Brot zu füttern. „Die Idee dahinter ist, dass wir statt der Füttern-verboten-Schilder etwas aufstellen wollten, dass keine Trotzreaktionen auslöst, sondern wohlwollend formuliert ist“, erklärt Susanne Jordans von der mags. Vor drei Jahren habe die mags im Stadtwald das erste Schild dieser Art aufgestellt. Inzwischen gibt es sie vielerorts in Mönchengladbach.

Viel genutzt hat es bislang offensichtlich nicht. Immer wieder sieht man Leute beim Entenfüttern. Verschimmeltes Brot, Essensreste, ja, sogar rohen Sauerteig haben Anja Lewandowski und befreundte Tierschützer schon rund um Gladbachs Entenweiher gefunden. Ob aus Unwissenheit, Naivität oder Ignoranz – das Entenfüttern geht weiter. Gerade in diesem Winter, in dem Erwachsene wie Kinder im Lockdown mangels Alternativen gern mal an den See gehen...

Warum das Füttern der Enten aber ein No-go ist, dafür gibt’s triftige Gründe:

1. Es ist verboten. Bezirksmeister Martin Angenheister-Bennet, der sich mit seinem Team unermüdlich und mit Herzblut um die Pflege der Anlagen und ihrer gefiederten Bewohner in seinem Bezirk kümmert, weist auf Paragraf 6, Absatz 4 der Anlagenverordnung der Stadt Mönchengladbach hin. 30 Euro Bußgeld, wie mags-Pressesprecherin Susanne Jordans ergänzt, kostet es, wenn man vom Ordnungsamt beim Entenfüttern erwischt wird.

2. Brot, auch nicht verschimmeltes, gärt im Bauch der Tiere, viele sterben daran.

3. Teiche und Weiher „kippen“ von zu viel „Futter“ um, die Fische sterben.

4. Enten und Gänse verlieren durch die Fütterei ihre natürliche Scheu und werden so leicht zum Opfer von nicht angeleinten Hunden und Kindern, die „zum Spaß“ auf Tiere einprügeln. Auch das  gibt es leider in Mönchengladbach, wie Anja Lewandowski oft beobachtet hat. „Wenn ich die Eltern gebeten habe, ihre Kinder zu ermahnen, haben die mich wüst beschimpft, mir sogar gedroht“, erzählt sie.

Fazit der Geschichte: Ob Verbotsschild, netter Appell oder Live-Ermahnung – das Entenfüttern muss aufhören. Also nochmals: Bitte nicht füttern!