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Heimatverein: Neues Buch und weitere Impulse

Neues Buch : Welch wunderbarer Wall

Haben Sie schon vom Süchtelner Erbenbusch gehört? Der Verein für Heimatpflege Viersen hat ein Buch dazu herausgegeben. Hauptakteur ist ein Wall, ein herausragendes Zeugnis mittelalterlicher Kulturlandschaft. Und Sie können ihn selbst auf den Süchtelner Höhen entdecken...

. Wer schon einmal durch die Süchtelner Höhen gewandert ist und sich gefragt hat, was die leichten Erhöhungen und Gräben zu bedeuten haben, der findet nun Aufklärung im druckfrischen Buch über den Süchtelner Erbenbusch. Doch nicht nur das, die Veröffentlichung über das Bodendenkmal ist viel mehr: „Mit diesem Buch ist schon fast eine wissenschaftliche Grundlage gelungen“, lobt Dr. Claus Weber, bisheriger Gebietsreferent  LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland. Ihm sei der Erbenbusch nicht bekannt gewesen, aber sei sehr überrascht, welches Potenzial es hier gebe.

Bürgermeisterin Sabine Anemüller richtet ihren Dank an den Herausgeber des Werkes, den Verein für Heimatpflege Viersen: „Ich bin sehr dankbar, dass sich immer wieder Themen angenommen werden, deren Geschichte selbst viele gebürtige Viersener nicht kennen.“ Hochspannend, was sich diesmal auch wieder dahinter verberge.

  • Dr. Albert Pauly vom Verein für Heimatpflege präsentiert die zwei Amtsketten über einem Stadt-Modell. <![CDATA[]]>
    : „Dreistadt“ oder Viersen?
  • Meine_Woche_neu
    : Heimatliebe auf 13 Seiten
  • Das Cover der DVD-Box.&#x21e5;Foto: Verein für
    Heimatgefühl : Viersener Kirchen und ihre Geschichte Viersener Kirchen und ihre Geschichte

„Ein Thema, das Brisanz hat, wartet auf die Leser“, stellt Albert Pauly, Vorsitzender des Heimatvereins die Dokumentation „Der Süchtelner Erbenbusch, die Privatisierung“ für die Jahre 1812 bis 1857 vor. Vorstandsmitglied Fred Pollmanns hat sich diesem interessanten Aspekt der Viersener Geschichte gewidmet. Über mehrere Jahrhunderte hatte ein Teil der Süchtelner Bevölkerung, die sogenannten Buscherben, ein Privileg. Sie durften im Erbenbusch, den ein Graben-Wall-System begrenzte, ihren Holzbedarf decken und ihr Vieh weiden lassen. Diese Vorzüge beseitigte die Säkularisierung. Eine Privatisierung wurde seitens der Erben gefordert, nach einem langwierigen Streit kam es zu einem Teilungsverfahren und einer gütlichen Einigung.

„Die Geschichte soll sich fortsetzen, und der nicht mehr vorhandene Wall soll mit neuen Bepflanzungen und einem Signet, entworfen von Stefan Kaiser, sichtbar gemacht werden“, erklärt Albert Pauly, Vorsitzender des Verein für Heimatpflege Viersen. Dieser Impuls und überhaupt das ganze Thema stieß auch bei der Verwaltung (Dank gilt hier der Denkmalpflege und der Technischen Beigeordneten) auf Resonanz, den historischen Rest des Erbenbuschs zu schützen.

Von den Mitarbeitern der Forstwirtschaft wurden bereits Buchen gepflanzt und beschriftet und auch Schilder mit dem Erbenbusch-Signet angebracht.

Zurück zum Buch, das für 30 Euro ab sofort im örtlichen Buchhandel erhältlich ist (ISBN 978-3-9818417-6-3). Der erste Teil „Der Süchtelner Erbenbusch, die Privatisierung - Dokumentation für den Zeitraum 1812 bis 1857“ wurde von Fred Pollmanns (im Heimatverein im Bereich Stadtentwicklung und Denkmalschutz tätig) detailreich dargestellt, angereichert mit historischen Karten und Tabellen.

Der zweite Teil „Der Wall um den Erbenbusch Ein herausragendes Zeugnis mittelalterlicher Kulturlandschaft“  wurde von Landschaftsarchitekt Günter Wessels textlich dargestellt und mit Fotos von Franz-Heinz Franken eindrucksvoll belegt. „Ein Augenschmaus, wenn man diese qualitative Arbeit durchblättert“, beschreibt es Fred Pollmanns, der sich mit seinem Redaktionsteam tief in die Historie des Erbenbuschs, aus dem sich später ein Mischwald entwickelte, gearbeitet hat. Dazu gehörte auch das ursprüngliche Graben-Wall-System, das nicht mehr überall durch Bewuchs, wie Stock- und Kopfbuchen, erkennbar ist, zu finden. „Eine Mammutaufgabe“, berichtet Pollmanns.

Günter Wessels bezeichnet die Form des Walls wie einen riesigen Walfisch mit rund 12 Kilometer Umriss. „Etwa fünf Kilometer davon konnten wir finden bei den Begehungen, die Karten von der französischen Besatzung waren Gold wert und exakt gearbeitet.“ Interessierte Besucher der Süchtelner Höhen würden immer wieder auf verschiedene Wallstrukturen stoßen. Viele Teilstücke seien bereits als Bodendenkmäler geschützt. „Das ist Süchtelner Waldgeschichte, die bald verloren geht“, erklärt Wessels und hat nicht nur den Wunsch, die Restflächen zu markieren. „Schön wäre es, wenn die Süchtelner Höhen unter Naturschutz gestellt werden würden.“ Denn die Naturflächen zeichneten sich durch besondere Zeugnisse der Landeskultur aus.

Infos und Buchbestellung unter www.heimatverein-
viersen.de.