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Kreis Viersen: Neuer Verein „Kreis Queersen“ gegründet

Queere Community : Ein „Mehr“ an Toleranz

Seit vergangenem Mittwoch ist der Kreis Viersen um einen wichtigen Verein reicher. Gegründet wurde „Kreis Queersen“, der sich künftig für die Belange queerer Menschen, für ein „Mehr“ an Toleranz, Repräsentanz und für Aufklärung im Kreis Viersen einsetzen möchte.

„Auch im Kreis Viersen gibt es queere Menschen“, sagt David Neil Nethen, Vorsitzender des neu gegründeten Verein „Kreis Queersen“. Und wenn man die statistisch angenommenen zehn Prozent der Bevölkerung nimmt, ist die Zahl der Personen, die sich zur queeren Gemeinschaft zählen, gar nicht mal so klein im Kreis. Grund genug nun endlich einen Verein zu gründen, hier im ländlichen Raum, wo es doch in großen Städten schon lange Angebote und Unterstützung für die  LSBTTIQ*-Community (hierzu gehören lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen) gibt.

„Man glaubt, dass das alles heute viel selbstverständlicher ist. Aber es ist noch ein langer Weg“, berichtet Nethen, der sich mit seinem Vereins-Team für ein „Mehr“ an Repräsentanz, Akzeptanz und Aufklärung einsetzen möchte. „Sich für die Förderung der Hilfe für Menschen, die auf Grund ihrer geschlechtlichen Identität oder Orientierung diskriminiert werden, ihre Rechte und Belange einzusetzen, ist wichtig“, ergänzt der 49-jährige Grefrather.

Es gehe darum, ein Netzwerk für queere Menschen zu schaffen, ein Beratungsangebot zu schaffen. „Aber auch ein Zentrum zu etablieren, in dem sich Gleichgesinnte treffen können und damit Schutzräume zu bilden“, sagt Gwendolyn „Gwenny“ Waniek. Die neue Vorsitzende von „Kreis Queersen“ weiß, wie wichtig dies ist, denn die 24-Jährige ist regelmäßig Diskriminierung und Hass ausgesetzt, bekommt Morddrohungen in den sozialen Medien. „Solche Probleme und Diskriminierungen möchten wir sichtbar machen und Lösungswege aufzeigen“, sagt Nethen, der als Lehrkraft auch Bildungseinrichtungen wie Schulen im Blick hat. „Da brennt es!“

Ein weiteres Ziel ist, gerne schon im nächsten Jahr, einen Christopher Street Day (CSD) zu organisieren, um das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. „Man kennt das aus Köln, aber auch in kleineren Städten wie Neukirchen-Vluyn oder Mönchengladbach gibt es bereits kleinere Ausgaben“, weiß David Neil Nethen.

Logo des Vereins „Kreis Queersen“
Logo des Vereins „Kreis Queersen“ Foto: Kreis Queersen

Aber auch in Politik und Verwaltung der Städte und Gemeinden des Kreises wolle man auf die Interessen der Community aufmerksam machen. Dabei betont Nethen, der dem Vorstand der Grünen im Kreis Viersen angehört, dass der Verein parteiunabhängig agiere. „Die Kommunen, mit denen wir in Kontakt sind, begrüßen unsere Vereinsgründung.“ So könne der Verein, der quasi als Nahtstelle zwischen den Kommunen fungiere, auch Fördergelder beantragen. „Mit allen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis wird es bald ein erstes Treffen geben“, berichtet der Vereinsvorsitzende.

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Voller Freude ist nun der Vorstand in die Vereinsarbeit gestartet, um die gemeinsame Vision im Konkreten auszuarbeiten. „Der Zulauf ist wahnsinnig, wir bekommen viele Anfragen“, berichtet Gwenny Waniek. Die 24-Jährige ist stolz Teil des „ersten queeren Vereins im Kreis“ zu sein. Sie wünscht sich, dass nicht nur queere Menschen – ob jung oder alt – Kontakt aufnehmen, sondern auch sogenannte straight Allies, heterosexuelle Menschen, die die queere Community unterstützen möchten. „Alle sind herzlich willkommen und wichtig für den Verein.“