: Gipfelstürmer und Kirschtorte

Kuckucksuhr, Schwarzwälder Kirschtorte, Trachten und Bollenhut – das habe ich vor meinem Besuch im Südschwarzwald mit eben diesem assoziiert. Doch dieses Fleckchen Deutschland hat noch viel mehr zu bieten.

. 8.300 Kilometer Wanderwege stehen zur Verfügung mit 50 Wasserfällen, die die Wanderer erfreuen. Und das bei 250 Sonnenstunden im Juli (um nur mal einige Zahlen zu verwenden) – das ist der Südschwarzwald, in dem sich vier Regionen, Baden, Schwaben, Nordschweiz und Elsass begegnen. Touristisch ist der Südschwarzwald sehr gut erschlossen, doch auch abseits der ausgetretenen Pfade gibt es Ruhe und Einsamkeit in dieser schönen Waldlandschaft mit ihren Bergen und Seen zu erleben. Apropos See und Einsamkeit: Das passt am Titisee so gar nicht zusammen. Ruhig und beschaulich ist es hier nicht, werden Tausende von Touristen mit voll bepackten Tüten nach ihren Shoppingexzessen in den zahlreichen Souvenirläden von ihren Bussen wieder aufgesammelt.

Genauso viel Getummel herrscht am Feldberg, dem höchsten Berg Deutschlands außerhalb der Alpen, wenn dort der Schnee- und Skizirkus beginnt. Wenn man den 1.493 Meter hohen Feldberg auf den Wanderwegen erklommen hat, kann man einen grandiosen Panorama-Blick bis zu den Alpen genießen. Für die Tour zum Feldsee durch den Schnee sollte man sehr trittfest und mit guten Wanderschuhen ausgestattet sein. Ein Tipp am Rande: Besser mit dem Bus anreisen, dann entgeht man dem Park-Chaos dort oben.

Auf der Sonnenseite des Feldberges liegt Todtnauberg. Der Luftkurort in 1021 Metern Höhe bietet schöne Wanderrouten, unter anderem auch einen Panoramarundweg, der nach dem Philosophen Martin Heidegger benannt ist. Eine Nummer größer ist da schon der Ort Todtnau, der Startpunkt für ein besonderes Abenteuer ist. Ist man mit dem Sessellift hinauf aufs Hasenhorn gefahren, geht es in Kreiseln und Serpentinen auf der rasanten Hasenhorn Rodelbahn rund drei Kilometer wieder ins Tal hinab.

Wer es ruhiger mag, fährt ein paar Kilometer weiter zum Todtnauer Wasserfall. Mit 97 Metern Höhe ist der pittoreske Wasserfall der höchste Naturwasserfall Deutschlands, steht seit 1987 unter Denkmalschutz und kostet zwei Euro Eintritt. Eine Alternative wäre der Triberger Wasserfall, mit 162 Metern Deutschlands höchster Fall.

Im Höllental wartet die Ravennaschlucht auf Naturliebhaber. Über viele Kaskaden und tosende Wasserfälle bahnt sich der Bach seinen etwa vier Kilometer langen Weg durch eine wildromantische Schlucht. Auch das Viadukt am Eingang der Schlucht, die 37 Meter hohe Brücke für die Höllentalbahn, beeindruckt.

Die Schwarzwaldstraße B500 führt an vielen schönen Orten im Südschwarzwald vorbei: Triberg, Hinterzarten, Titisee, Schluchsee bis an die Schweizer Grenze.

Ach ja, erinnern sich noch an die Schwarzwaldklinik in der erfolgreichen Serie der 80er-Jahre? Falls Sie auf die Idee kommen, auf die Suche zu gehen. Die Klinik mit der Fassade für die Außenaufnahmen findet man zwar im Glottertal, ebenso die idyllisch gelegenen Nachbarorte St. Peter und St. Märgen, aber der Weg lohnt nicht. Dafür vielleicht eher ein Ausflug in die benachbarten Länder nach Basel, Zürich oder Colmar. Die Lage im Dreiländereck bietet vielfache Ausflugsmöglichkeiten ...