: Ein neues Herz für die Klinik

Mit der Fertigstellung von „Haus 12“ hat die LVR-Klinik Viersen ein neues Herzstück inmitten des Klinikgeländes erhalten. Rund 33 Millionen Euro sind in das Projekt geflossen, das jetzt im Beisein von über 150 Gästen feierlich eröffnet wurde.

Das inzwischen nicht mehr zeitgemäße Standardbettenhaus Haus 30 war bisher das Hauptstationsgebäude der Erwachsenenpsychiatrie. Nach dem Umzug in das Haus 12 verbleiben hier zunächst die Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und zwei Stationen der Psychotherapie. „Haus 30 erfüllt heute nicht mehr die Anforderungen, die wir an Komfort, Ausstattung, Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Brandschutz stellen“, erklärte LVR-Dezernentin Martina Wenzel-Jankowski bei der Eröffnung von Haus 12.

Das „neue“ Haus 12 besteht aus drei Gebäudeteilen. Geschickt wurde hier der etwa 100 Jahre Altbau durch einen Zwischentrakt mit dem neu errichteten Stationsgebäude verbunden. Im denkmalgeschützten Altbau hat neben Büros und Besprechungsräumen die Cafeteria der LVR-Klinik-Viersen ihren Platz gefunden. Im Verbindungstrakt finden sich Aufnahmezentrum und Konsilbereiche. Das neue Stationsgebäude teilt sich in sieben Stationen mit insgesamt 134 Betten. Abteilungen für Allgemeine Psychiatrie (bisher Haus 30), Abhängigkeitserkrankungen sowie zwei Gerontopsychiatrische Stationen (bisher Haus 13) sind hier ebenso untergebracht wie ein großer Therapiebereich.

Wie ein grüner Faden zieht sich das Farbkonzept durch den Neubau. In den Patientenzimmern erkennt man am Grünton, welcher Schrank und welcher Teil des Zimmers welchem Patienten „gehört“. Foto: Andreas Baum

Der Neubau wurde nach neuesten Maßstäben errichtet, die, so Monika Berten (Vorsitzende Krankenhausausschuss 3 der Landschaftsversammlung Rheinland), „über die gesetzlichen Anforderungen hinaus gehen und ein Zeichen für energieeffizientes Bauen setzen“.

Dorothee Enbergs, Kaufmännische Direktorin der LVR-Klinik Viersen, legte bei ihrer Moderation auch besonderes Augenmerk auf den Standort des neuen Gebäudekomplexes: „Wir haben einen neuen Mittelpunkt gestaltet, ein neues Herz für die LVR-Klinik Viersen geschaffen.“

Die zentrale Cafeteria der LVR-Klinik Viersen hat ihre neue Heimat im sanierten Altbau von Haus 12 gefunden. Foto: Andreas Baum

Der Ärztliche Direktor der LVR-Klinik Viersen Ralph Marggraf ist überzeugt, mit dem neu gestalteten Haus 12 beste Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Behandlung geschaffen zu haben, die möglichst frei von Zwang und Gewalt ist. „In die Planungen des Stationsgebäudes sind sehr viele gute Ideen eingeflossen, es ist bis ins kleinste Detail durchdacht“, zeigt sich Dr. Ralph Marggraf vom Ergebnis begeistert. „Die Abteilungen rücken hier zusammen, die Wege werden kürzer, durch die kleineren Abteilungen wird das Arbeiten übersichtlicher und stressarmer“, ist der ärztliche Direktor überzeugt.

Die zentrale Cafeteria der LVR-Klinik Viersen hat ihre neue Heimat im sanierten Altbau von Haus 12 gefunden. Foto: Andreas Baum

Die kleineren Stationen wurden möglich – Haus 12 hat 42 Betten weniger als das alte Standardbettenhaus – durch eine Entwicklung, die der LVR seit einigen Jahren vorantreibt, wie Martina Wenzel-Jankowski erklärt: „Wir verlagern unsere Behandlungsangebote immer mehr von der Klinik in die Gemeinde, um die Menschen dort abzuholen, wo sie leben.“

Wie ein grüner Faden zieht sich das Farbkonzept durch den Neubau. In den Patientenzimmern erkennt man am Grünton, welcher Schrank und welcher Teil des Zimmers welchem Patienten „gehört“ und auch durch die Flure zieht sich die Farbe Grün. Hiermit sollen die dem Neubau zum Opfer gefallenen Bäume optisch ins Gebäude geholt werden.

Redakteurin Yvonne Simeonidis im Gespräch mit Dirk Kamps, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Marketing an der LVR-Klinik Viersen. Foto: Andreas Baum

Bürgermeisterin Sabine Anemüller, die nach Grundsteinlegung und Richtfest Haus 12 nun zum dritten Mal einen offiziellen Besuch abstattete, zeigte sich begeistert. „Die LVR-Klinik Viersen spielt in der überregionalen Gesundheitsversorgung eine bedeutende Rolle. Dieses neue Stationsgebäude ist ein weiterer Meilenstein.“ Sie betonte außerdem, wie wichtig die Klinik als Arbeitgeber für die Stadt Viersen sei und bedankte sich für die Verbundenheit des LVR mit der Stadt.