: Allein und erziehend

Windeln wechseln bei den Zwillingen, der Abwasch, der Arztbesuch, Hausaufgaben durchsehen beim Großen, Bewerbung schreiben, auf den Cent schauen – Langeweile war gestern. Das Jobcenter Viersen hilft Alleinerziehenden, im Beruf wieder Fuß zu fassen.

Alleinerziehend meint genau das, was man liest. Eine Frau, seltener ein Mann, erzieht ein oder mehrere Kinder alleine. Individuelle Lebensumstände lassen eine problemlose Organisation des Alltags im großen Netzwerk Familie nicht zu. Diese Situation auch noch mit einem Beruf zu verbinden, fällt vielen sehr schwer. 1.950 alleinerziehende Personen werden vom Jobcenter Viersen derzeit durch verschiedene – auch finanzielle – Maßnahmen unterstützt.

Im vergangenen Jahr fanden 380 Klienten des Jobcenters wieder zurück in die Arbeit. Dabei hat sich auch ein Strategiewechsel des Jobcenters Viersen als erfolgreich erwiesen. „Wir müssen die Menschen da abholen, wo sie stehen“, betont Franz-Josef Schmitz, Geschäftsführer des Jobcenters. Früher habe man den Weg vorgegeben, heute setze man eher auf Flexibilität. „Wir setzen ganz gezielt unser Coaching ein“, ergänzt Tanja Gruber, Mitarbeiterin im Jobcenter, „wir beraten und führen Gespräche, um unsere Kunden wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen.“

Flexibilität – das ist auch beim Ambulanten Pflegedienst Neynens in Nettetal-Kaldenkirchen ein Begriff mit wertiger Bedeutung. Hier arbeitet Helen Iyore Winkels und macht eine Ausbildung zur Altenpflegerin. 2002 kam die heute 39-Jährige aus Nigeria nach Deutschland und lernte schnell die deutsche Sprache. Helen arbeitete zunächst als Helferin in einer Küche, begann dann aber ein Praktikum im Hinsbecker Altenheim. Jetzt stand fest: Das sollte Beruf und Berufung werden. Alleinerziehend – ihre Kinder sind heute zwölf und zwei Jahre alt – meistert sie heute mit großer Energie und Interesse ihr Berufsleben und ihren Alltag. Schule, Kindergarten, Ausbildung, Beruf – alles hat sie unter einen Hut bekommen. So gut, „dass wir sie am liebsten klonen möchten“, wie Martina Kechagias, Pflegedienstleiterin bei Neynens, betont. Da schwingt eine große Portion Sympathie mit. Inhaberin Renate Neynens ist sich sicher: „Die Menschen, die wir pflegen, brauchen unsere Empathie. So wollen wir auch mit unseren Mitarbeitern umgehen.“

Helen suchte das Jobcenter auf, war gut vorbereitet, hatte selbst recherchiert – gute Voraussetzungen, dass das Jobcenter sie optimal unterstützen konnte. Natürlich verlaufen nicht alle Fälle so positiv wie der von Helen. Viele Alleinerziehende seien oft auch gesundheitlich angeschlagen, erklärt Tanja Gruber. Doch der Maßnahmenkatalog des Jobcenters bietet reichlich Möglichkeiten, im Berufsleben wieder in den Tritt zu kommen, beispielsweise ein Praktikum, eine Ausbildung oder eine berufliche Weiterbildung.

Anfragen zu diesem Thema können an das Jobcenter Viersen an folgende Mailadresse gesandt werden:

Jobcenter-Kreis-Viersen. 7004-BCA@jobcenter-ge.de